Montag, 27. August 2012

Bundespräsident Joachim Gauck im Haus Müllestumpe

Many people who visit Haus Müllestumpe to participate in the monthly Folk Club, which is held there on first Fridays, know it only as a wonderful music venue, set in wonderful park-like surroundings, with a convivial atmosphere, tasteful decor and tasty and refreshing vittlels. It is all of this, and the folk club is settling well into its new found home, but it is also very much more besides. It is really only the tip of the iceberg which folk clubbers see on their monthly visits, and there is an awful lot going on behind the scenes which helps to improve both the current and future quality of life of a group of people who would be considerably less advantaged without the existence of Haus Müllestumpe. To honour the good work carried out there the current Federal President recently paid a visit during his stay in Bonn. In an increasingly compartmentalised world, it is always good to see people getting together, from many different walks of life, to share a common wothwhile aim of peaceful betterment. Most of the good things in life are worth waiting for, so if you may perhaps find yourselves waiting a little longer than usual on some rare occasion for your fare, just grin, enjoy the music, remember what it cost you to get in, and start humming to yourself that tune that ol' Satchmo made famous back in the 1960's, "What a Wonderful World"

John Harrison

Link to General Anzeiger Article:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/Bundespraesident-hebt-Bedeutung-des-sozialen-Engagements-der-Buerger-hervor-article837614.html

Montag, 6. August 2012

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Sonntag, 15. Juli 2012

Detlefs Bericht vom FC 28


Folk Club (Nr. 28) im Juli 2012 – Begeisterung durch Spontaneität

Wer hätte gedacht, dass ein Folk Club-Abend ohne Special Guest eine so runde Sache werden sollte? Jedenfalls war der Anmeldezettel gut gefüllt. Barry Roshtos Idee, möglichst Lieder zu spielen, die eine Bezug zum Telefon haben, war von den meisten Teilnehmen begeistert aufgegriffen worden, und so wurde ein buntes Kaleidoskop unterschiedlicher Musikrichtungen präsentiert.  

Trotz des verlockenden Biergartenwetters hatte sich auch eine ansehnliche Gemeinde versammelt. Da aber die Terrasse des Hauses Müllestumpen zusätzlich außerordentlich gut besucht war, gab es mittlere bis größere Engpässe bei der Getränkeversorgung. Erhebliche Unruhe beim Publikum war die Folge und so drang Master John Harrison mit seinem Warm up nur anfangs nur etwas schleppend zum Publikums durch. Mit trockener Kehle ist nun mal die Aufmerksamkeit etwas behindert.

Dabei hatte John sich mit seiner Tochter Jenny eine einfühlsame Begleiterin am Klavier mitgebracht. John und Jenny starteten den Abend mit „Memphis Tennessee“, einem Klassiker von Altmeister Chuck Berry. Der Telefonbezug ist überdeutlich „Long distance information, give me Memphis, Tennessee“ lautet die Startzeile. In „Driving Wheel“ von David Wiffin geht es um einen Mann, der zu seiner Freundin fahren will, aber auf dem Weg dahin vielfältigen Widrigkeiten ausgesetzt ist. Also muss er sie anrufen, um ihr zu sagen, dass er sie liebt und dass sich seine Ankunft etwas verzögert. Bei „Hi Heel Sneakers“; einem Blues von Tommy Tucker, kommt kein Telefon vor, aber der Mann sagt seiner Freundin auch ohne technische Hilfsmittel, dass sie sich zum Ausgehen doch bitte schön machen möchte: „Put on your red dress, baby“. Super vorgetragen und begleitet.

Als nächster war Ralf Klein an der Reihe. Ralf, der zuvor offenbar monatelang um einen Auftritt herumgeschlichen war, konnte kaum glauben, dass seine Instrumentalstücke auf der Gitarre auch ohne Verstärker beim Publikum landen würden. Aber wie so oft bei leisen Stücken verstummte auch hier plötzlich das Gemurmel. Ralf bot eine wunderbar gespielte Zusammenstellung  verschiedener spanischer und südamerikanischer Klassiker, darunter auch „Garota de Ipanema“ des Brasilianers Antonio Carlos Jobim, und Eigenkreationen im Tango- und Flamecostil und erntete großen Applaus. Die Stücke hatten zwar keinen Telefonbezug, aber „Telefon“ war ja auch keine Bedingung. Die einzige Bedingung im Folk Club lautet: Keine Verstärker!

Bereits alte Folk Club-Hasen sind Lothar Heinrich und Gabi Tieboka, die schon mehrmals in unterschiedlichen Konstellationen im Folk Club aufgetreten waren. Diesmal wagten sich Lothar und Gabi an gute alte deutsche Kost heran: Mit dem als Duett gesungenen „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“ aus der Operette „Im Weißen Rössl“ aus dem Jahr 1930 landeten sie gleich einen Volltreffer. „Green, Green Grass of Home“, von Curly Putman und bekannt in der Version von Tom Jones, trug Lothar dann allein mit viel Schmalz in der Stimme vor. Erneut als Duett begeisterten Lothar und Gabi mit dem Klassiker „Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln geh’n“ aus dem Jahre 1929. Das Publikum war inzwischen warm geworden und sang den Refrain lauthals mit. Die Begeisterung verlangte nach einer Zugabe und erhielt sie mit dem Calvin Russel-Song „Crossroads“.

Eine wahre Entdeckung ist der junge Kolumbianer Alvaro Arango. Mit sicherer Gitarrentechnik und raumfüllender Stimme gab er sein Folk Club-Debüt mit dem Tom Waits-Lied „Telephone Call From Istanbul“ – Wir waren wieder zurück bei den Telefonliedern. „You Are Song“ lautete eine mit viel Gefühl gespielte Eigenkomposoition, und mit dem melancholischen „Simple Twist of Fate“ brachte er zum Schluss ein famos gespieltes und gesungenes musikalisches Opfer an den Folk-Gott Bob Dylan dar, der zwei Tage zuvor ein viel umjubeltes Konzert in Bonn gegeben hatte – dicker Applaus vom Publikum, verbunden mit der Hoffnung auf mehr in kommenden Folk Club-Treffen.

Pünktlich wie die Maurer tauchte dann plötzlich Theo Seitan mir der Gitarre auf dem Rücken zu seinem Auftritt auf, um mit einem einzelnen Lied seinen Beitrag zum Telefonthema zu leisten. Das Wise Guys-Lied „9 Live“ traf voll ins Schwarze und Theo brachte die Komik des Liedes über die unsägliche Anrufsendung, bei der „schwierige“ Rätsel zu lösen sind (wie heißt Boris Becker mit Vornamen?) und die naiven Anrufer in teuren Telefonwarteschleifen abgezockt werden, mit viel Witz ins Publikum.

Nach der Pause gab John Harrison zum Andenken an seinen sehr jung gestorbenen Freund Jonathan Ole Wales Rogers einige von dessen schönen Liedern zum Besten: „It’s Getting so Very Hard“, „Didn’t They Even Want to Know You“ und „Geoffrey“ lauteten die Titel.

Annette, die beim vorigen Folk Club ihr umjubeltes Debüt mit einem Instrumentalstück hatte, brachte uns mit 100 % Telefon zurück zum Thema: „Hygiaphone“ lautete der Titel der französischen Rockgruppe „Téléphone“ aus den 70er und 80er Jahren. In dem Lied geht es um die Sprechgeräte, die hinter Glasscheiben abgeschottete Schalterbeamte (z.B. bei der Post) mit den Kunden verbinden. Auf der Ukulele begleitete sie sich danach gekonnt zum Police- bzw. Sting-Lied „I Can’t Stand Losing You“. Besonders Viel Applaus bekam Annette anschließend für Annett(!) Louisans Lied „Drück die 1“ – großer Spaß für Publikum und Annette!

Als weiterer Folk Club-Debütant trat der ansonsten routinierte Gerhard Lemm aus Mehlem auf. Gerhard, eine publikumserprobte Rampensau, wie sie im Buche steht, fesselte die Menge augenblicklich. Das Lied von Jean Fauré: „Über sieben Schranken musst du geh’n“ persifliert mit viel Humor zur Melodie von Karat („Über sieben Brücken ...“) die Leiden des Bonner Südstadtbewohners (auch Lannesdorfer, Friesdorfer, Dottendorfer und Kessenicher jammern zu recht) wegen der Wartezeit an den Schranken. Ein wahrer Knüller war das Lied „Handy“, die Kreation der Eifel-Rockband „Wibbelstetz“ („Handy, Handy, jeder braucht n’ Handy“) zur Melodie von den Kinks („Dandy“). Gerhard konnte darin auch sein unverfälschtes Bönnsch Platt einsetzen – echter Folk! Mit seiner souverän beherrschten zwölfsaitigen Gitarre und mit sicherer, tragender Stimme sorgte er dabei für satten Sound. Für die unvermeidliche Zugabe angelte er sich Gabi Tieboka für ein Duett: „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen war schon fast eine Hymne an den Folk Club. Das Publikum sang den Refrain kräftig mit und war begeistert.

Danach war eine Steigerung fast nicht mehr möglich, aber nur fast! Daniel Mennicken, der bereits ein alter Bekannter ist, hatte sich Verstärkung in Person von Michael Isack mitgebracht. Beide wagten sich an anspruchsvolle Kost, die sie dank souveräner Gitarren- und Gesangskünste mit Bravour vortrugen: Stephen Stills’ „Haven’t We Lost Enough“ kam brillant gespielt rüber, und das Publikum wurde mucksmäuschenstill. Bei „Thirty Three“ von Smashin’ Pumpkins und „Add it Up“ von „Violent Femmes“ glänzten sie mit Musikalität, technischer Perfektion und Spielfreude – ein Genuss.

Perfekt war anschließend das Zusammenspiel der beiden zusammen mit Gerhard und Annette bei einer Kreativsession zum Abschluss des Abends, bei dem Barry Roshto, der diesmal eigentlich keinen Beitrag vorgesehen hatte, spontan eine „Jock Stewart“-Passage in den Refrain von „Lady in Black“ hineinwebte – perfekte Musikalität zum Abschluss eines ungewöhnlichen Abends, der eigentlich als ganz gewöhnliche Singers’ Night begonnen hatte. Aber wie so oft bekommt der Folk Club in seinem Verlauf eine ganz eigene Dynamik, die nur durch die besondere, inspirierende Kraft der Musik zu erklären ist. 

Wir freuen uns auf die nächste Auflage des Folk Club am 7. September mit einer weiteren Singers’ Night. Wir sind gespannt auf erneute angenehme Überraschungen.

Samstag, 9. Juni 2012

Detlefs Bericht - FC 27


Folk Club (Nr. 27) im Juni 2012 – Four Fiddlers begeistern

Jeder Folk Club Abend hat seine eigene Geschichte und Dynamik. Der Juni Treff hatte dem Organisationsteam zunächst etwas Lampenfieber bereitet, weil für diese eine Veranstaltung erneut ein neues Lokal ausprobiert werden musste. Aber – alles lief hervorragend, trotz des etwas kleineren Raumes. Die rund 70 Besucher rückten ein wenig zusammen und so entstand eine fast intime Atmosphäre, bei der sich Musiker und Publikum nahe kamen. Dem Rheindorfer Hof wurde von Besuchern und Musikern gleichermaßen eine besonders schöne Atmosphäre bescheinigt einschließlich der wunderbaren Bewirtung.

Aber nun zum eigentlichen, der Musik:
Gibt es noch Steigerungsmöglichkeiten für den kleinen, improvisierten und in der Freizeit organisierten Folk Club? Ja sie gibt es, und die Four Fiddlers sind der lebende Beweis dafür. Die Special Guests des Abends schickten ein wahres Feuerwerk an Spielfreude, Musikalität, Vielseitigkeit und Originalität in das Publikum herab, das sich bei den vier Musikern mit Begeisterung und absoluter Hingabe revanchierte.

Das Quartett aus dem Bergischen Land hat sich erst vor etwa einem Jahr zusammengefunden, aber bereits ein abendfüllendes Repertoire mit Volksliedern aus zahlreichen Regionen der Welt erarbeitet. Die Gruppenmitglieder sind Steffi Hölzle (Geige und Bratsche) und Daniel Marsch (Geige und Akkordeon), die bereits vor einiger Zeit als Duo „Tangoyim“ mit hauptsächlich jiddischer Musik im Folk Club aufgetreten sind, sowie Ariane Böker mit Geige, Gitarre und Klavier und Ecki Schwandke mit Geige und Bratsche.

Den Auftakt machten sie mit zwei schwedischen Liedern, den Instrumentals „Äppelbo Gånglåt“ und „Gärdeby Gånglåt“ und dem romantischen Lied „O Skåne Lann“ (O schönes Schonen). Steffi und Ariane konnten dabei auch ihre Gesangsqualitäten demonstrieren. Ecki hatte ihnen nach eigenen Berichten zuvor die korrekte schwedische Aussprache des Textes beigebracht.

Danach gab es einen kleinen Abstecher über den Atlantik mit dem Bluegrass Lied „Faded Love“, einem in den USA viel gespielten, traditionellen Lied. Weiter ging’s mit „Southern Flavor“ und irischen und schottischen Jigs. Zum Abschluss des ersten Teils spielten sie ein Set von Tänzen aus Ungarn.

Aber zurück zur Reihenfolge: 

Wie immer wurde der Abend von John Harrison eröffnet. Der Warm up startete diesmal aber nicht mit einem Blues sondern mit dem a Capella gesungenen Lied „Oh What a Beautiful Morning“ eines Cowboys aus dem berühmten Musical Oklahoma von Rodgers and Hammerstein. An Johns Interpretation des Jazz-Songs „Nobody Knows You, When You’re Down And Out” von Jimmie Cox hätte Bessie Smith ihre helle Freude gehabt. Das instrumental auf der Dobro Gitarre gespielte, von John selbst komponierte Stück “Whistling Walvis” war ein kleiner Leckerbissen. Die unvermeidliche aber immer wieder gern genommene kleine Geschichtsstunde (Bildungsauftrag!) folgte mit dem „Chemical Worker’s Song“ von Ron Angel über das Elend unzureichend geschützter Chemiearbeiter im England des 19. Jahrhunderts, den John a Capella vortrug und den das Publikum dank vorhandener Textzettel lautstark mitsang. Abgerundet wurde der Einstieg durch den Blues “All by Myself” des Altmeisters Big Bill Broonzy.

Inzwischen ein alter Folk Club-Hase ist der ansonsten noch recht junge Richard Limbert, der wieder einige seiner selbstkomponierten Lieder vorstellte. Bemerkenswert sind die Zusammenhänge, die er mit seinen Texten aufgreift: „It’s a Beautiful Sin“ lautete der Refrain des ersten Liedes – Liebt Richard etwa die Sünde? Beim nächsten Lied ging es um die das Sprichwort aus Indonesien, dass es besser sei, etwas gehabt und dann verloren, als es überhaupt nicht gehabt zu haben. Ein weiteres Lied beschäftigte sich damit, dass es auch vorangehen kann, wenn es gelegentlich rückwärts oder seitwärts geht. Leider konnte der Chronist nicht dem gesamten Text folgen. Vielleicht stiftet Richard ja mal seine philosophischen Liedtexte dem Folk Club Archiv. Zum Abschluss seines Auftritt sang Richard das bekannte Lied über die Niederlage der Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg und das bedrückende Gefühl ihrer Bewohner in der Zeit danach „The Night, They Drove Old Dixie Down“. Beeindruckend, wie Richard gleichzeitig Gitarre, Mundharmonika und mit dem Fuß ein Tamburin spielte.

Nach der Pause beglückte uns Barry Roshto mit den lange angekündigten Telefonliedern, das heißt mit Liedern, in denen in irgendeiner Weise das Telefon vorkommt. Vor zwei Monaten hatte er uns schon mit einer wunderbaren Interpretation des Max Raabe Liedes „Kein Schwein ruft mich an“ auf diese Serie eingestimmt. Mit einem kurzen Medley aus den schon vorgetragenen „Kein Schwein ruft mich an“ und „Silvia's Mother“ mit einem Chorus von „Wähle 333 auf dem Telefon“, machte er den Anfang, schwenkte dann aber in einen kleinen Abstecher ins Land der Beatles. Das Lied „When I’m Sixty-four“ münzte er mit einer gekonnten Jazz-Interpretation auf seinen eigenen Geburtstag just an diesem Tage um in „When I’m Fifty-four“ – Das Publikum war begeistert, und offenbar hatten viele die Platte Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band oft genug gedreht, um den Text auswendig mitsingen zu können – perfekt! Mit Patty Larkins „Booth of Glass“ waren wir wieder bei den Telefonliedern und bei „Call Me” von Blondie konnte das Publikum effektvoll das Echo des Hintergrundchors singen, Barry sorgte dabei für eine kleine Dirigentenunterstützung.

Nach einem Monat Abstinenz hatte Steve Perry wieder eine kleine Kostprobe aus seiner Heimat für uns bereit. Für alle, die es noch nicht kannten und natürlich auch für die, die es kannten, trug er in bestem, breiten Amerikanisch den unnachahmlichen Radio-Werbespot für eine Bibel für $ 29,99 vor, die mit Bildern aus der Zeit „When Jesus walked on earth“ ausgestattet sei. Als Dreingabe für schnelle Besteller pries der Spot ein Bild von Jesus mit seinem eigenen leuchtenden Autogramm an – zum Schreien! Zum Thema passte dann der „niedliche” Country Song „We Need a Whole Lot More of Jesus – And A Lot Less Rock And Roll” von Wayne Raney, den Steve zur Begleitung mit seiner brasilianischen Viola Caipira sang. Der Text ist beeindruckend – unvorstellbar, dass Lieder mit solchen Texten („We Need More Old Fashioned Preachers“) landesweit populär waren – und vermutlich noch sind.

Aber danach ging es mit „godless music“ weiter, die von Steves Mitstreitern aus seiner Band „FernerLiefen“ präsentiert wurden. Uli Köhler und Anke und Jörg Bohnsack rockten mit dem Credence Clearwater Revival Song „Down on the Corner“ von den Drifters mächtig los und ließen das Publikum dank ihrer Liedzettel kräftig mitsingen. „Under The Boardwalk“ wurde ebenso dankbar aufgenommen, und als Zugabe wurde „Hello Mary Lou“ von Ricky Nelson gespielt – vergnüglich!

Mit (leider) nur einem Stück wartete danach Annette auf: Ein instrumentales Gitarrenstück, das vor allem vielen Norddeutschen geläufig sein müsste. Der NDR benutzte es in den Achtzigern als Pausenfüller zwischen Fernsehsendungen in seinem Regionalprogramm. Das Stück heißt „Das Loch in der Banane“ von Klaus Weiland, einem früheren Weggefährten von Hannes Wader und Werner Lämmerhirt – super gespielt Annette, und hoffentlich gibt es bald eine Zugabe.

Als krönenden Abschluss gaben die Four Fiddlers weitere Kostproben ihres Könnens. Nach einem weiteren schwedischen Stück ging es ab in Richtung Südosten mit einem Set von Tänzen aus der nordrumänischen Provinz Maramures. Danach wurde es russisch mit den „Russen am Rhein“. Zum Abschluss ging es über die Schweiz (u.a. „Am Landsgemeindssunntig“) Richtung Bayern. Dort war Ariane in ihrem Element und konnte ihr Heimatidiom richtig ausspielen. „D’Simmasmoad z’ Heigendorf“, ein Lied über zu viele Flöhe, wurde stilecht gesungen. Das Stück „Klarinettenmuckl“ perfekt von Ariane angekündigt, hört sich auch mit Geigen gespielt super an. Mit „Hans bleib da, man weiß ja nicht wie’s Wetter wird“ ging die Exkursion in unseren südlichen Landesteil zuende. Ohne Zugabe durften die Fiddlers nicht fortgehen, und so stimmten sie die Titelmusik von „Pippi Langstrumpf“ an mit entsprechender Resonanz aus dem Publikum – eine große Gaudi mit viiieeel Applaus!

Die Four Fiddlers können demnächst auch in Düsseldorf (am 15. Juni im Café Startklar) und in Hagen (am 24. August im Kulturhof Emst) gehört werden.

Ein Folk Club geht nicht stilecht zuende ohne „Jock Stewart“, diesmal mit tatkräftiger Hilfe der Four Fiddlers.

Auf Wiedersehen am 6. Juli 2012, diesmal wieder im Haus Müllestumpe mit einer reinen Singer’s Night.