Freitag, 30. März 2018
Mittwoch, 14. März 2018
Marios Bericht vom Folk Club Nr. 89 am 2. März 2018
Blumen, Flowers, fleurs – Frühlingsbote oder reine Hoffnung
Um
es vorweg zu nehmen - der meteorologische Frühling zeigte sich als Winter. Die
Farbenvielfalt der Blumen erschöpfte sich im Weiß der Eisblumen – aber nein,
doch nicht ganz, denn Tulpen zierten die Tische und spielten auch im weiteren
Verlauf des Folkclubs ein Rolle. Und natürlich lässt sich ein echter Folkie
nicht durch Eis und Schnee abhalten, wenn es wieder heißt. Laaadiiies and
Gentlemen....
Trotzdem
waren die Reihen des Folkclubs gelichtet.Krankheit wütete sowohl bei den
Künstlern wie auch im Publikum. Alle Special Guests hatten aus gesundheitlichen
Gründen abgesagt, weshalb der 89. Folkclub eine Singers’ Night wurde. Die
jedoch hatte es in sich. Wie schon gesagt ein Folkie lässt sich nicht durch
Schnee und Eis abhalten, und so gelang es unserem Programmdirektor Steve Perry
ein tolles Programm auf die Beine zu stellen oder auch an die Instrumente zu
bringen.
Den Einstand machte wie immer unser Zeremonienmeister
John Harrison, der nicht nur musikalisches, sondern auch poetisches zu
Gehör brachte. Mit dem Gedicht über die Narzissen „I Wandered Lonely as a
Cloud“ von William Wordsworth pries John die Schönheit der Osterglocken
(Daffodils) und beschrieb, wie sehr die Seele aufgeht, wenn die wogenden Wellen
der gelben Blumen betrachtet werden. Mit dem durch viele Musiker
interpretiertem Blues von Robert Johnson „From Four Until Late“ ging es
dann weiter. Beschreibt dieses Lied noch, dass es ein Ritt von 36 Stunden von
Norfolk to Memphis ist, ließ das nächste Lied die Zeitangabe mehr oder weniger
völlig weg und beschrieb die Tagebucheinträge einer ganzen Woche. „Stormy
Monday“ ist der erste Tagebucheintrag - wie es weitergeht, lässt sich
schnell mit der zweiten Zeile des Liedes abschätzen „But Tuesday Is Just as
Bad“. Nun, für John ging es gut weiter, denn der Applaus zeigte, dass sein
Bluesspiel auf der Gitarre immer wieder gut ankommt. Den Schluss seines
Floorspots setzte John mit dem sehr nachdenklich stimmendem Gedichtzyklus „Poppies“
("The Soldier" von Rupert
Brooke; "In Flanders Fields" von
John McCrae; "Dulce et Decorum Est" von Wilfried Owen). Die Mohnblume oder Poppy ist ein Mahnzeichen
für die vielen tausenden Toten des ersten Weltkrieges. Vorher dort nicht
angesiedelt, blüht diese Blume auf den ehemaligen Kriegsfeldern inzwischen zu
tausenden. Fast könnte man meinen, dass jedes Jahr für jeden Toten eine neue
Blume entsteht. So ist die Mohnblume als Mahnmal gegen den Krieg entstanden.
Weiter
ging es mit Blumen, die auch im nächsten Lied von Mario Dompke - „Blüten
sind rot“ - nicht als Symbol für Schönheit, sondern für Einschränkung und
Intoleranz stehen. Das ursprünglich von Harry Chapin geschriebene und von Mario
ins Deutsche übersetzte Lied beschreibt, wie durch stetes Beharren auf
gesellschaftliche Konventionen der Kindheit und Jugend jegliche Phantasie
genommen wird – so entstehen angepasste, leicht zu lenkenden Bürger.
Nun
erklangen Klaviertöne. Die vierzehnjährige Alexa zeigte zusammen mit
ihrem Lehrer Barry Roshto, was mit vier Händen aus einem Klavier
herauszuholen ist. Das dann auch noch in Verbindung mit Gesang, ließ nicht nur
die Herzen höher schlagen, sondern machte auch Mut darauf, wieder einmal
Nachwuchskünstler gehört zu haben, die zukünftig das Repertoire des Folkclubs
anreichern werden. Die beiden Songs „It
will Rain“ und „When I was Your Man“ von Bruno Mars machten mit
Sicherheit Appetit auf mehr.
Nun
wurden erst mal alle Instrumente zur Seite gelegt und Dieter Faring
zeigte, dass auch Gedichte zur Folklore gehören. Mit seinem Frühlingsmedley „Der
Schmetterling“, „Verweile doch, du bist so schön“, „Der Igel ist,
das wissen wir, ein Stacheltier“, Fridolins Frühlingsnacht“ und dem
„Frühling im Klassenzimmer“ zeigte er, welche Kraft in der Poesie liegt,
welcher Humor in Reime gesetzt werden kann und welche Lebensweisheiten doch
über die schöne Sprache transportiert wird. Genau bei diesen Lebensweisheiten
setzte er mit seinem nächsten Gedicht an, wofür ihm Lothar Prünte alias ELPI
„Modell“ stand. „Die Frühlingsmücke“ wurde sauer, als Lothar versuchte,
selbige zu vertreiben bzw. zu erschlagen und stach den armen Tropf. Erst
nachdem dieser das Fenster geöffnet hatte, flog die Mücke fort, denn auch sie
liebt die Freiheit über alles. Und weil Freiheit wirklich in allen Lebenslagen
richtig ist, wurden die letzten Gedichte „Frühling in Amsterdam“ und
„Warnung vor dem One Night Stand“
nun ein wenig frivol. Bei dem Altersdurchschnitt im Folkclub ist das
nicht schlimm – eher ein Test, wer sich noch erinnert.
War
Lothar doch ein so geduldiges Requisit für Dieter, dürfte er nun auch
noch mit seiner unnachahmlichen Stimme und seiner Gitarre wieder etwas
Melodiöses zum Besten geben. Als Premiere war zu bezeichnen, dass er im
Folkclub zum ersten mal ein selbst komponiertes und getextetes Lied vortrug. „Frühlingsnacht“,
so sein eigene Aussage, ist ein Lied, welches zwar schon ziemlich alt ist, als
Liebeslied aber recyclebar. Mit dem Stück „Kiss from a Rose“ von Seal
tauchte ELPI wieder in sein eigentliches Genre ab.
Wer
sagt eigentlich, dass das Publikum sich in reinem Konsum ergehen darf? -
Niemand und deshalb wird auch immer wieder darauf geachtet, dass mitgesungen
wird. Steve Perry setzte noch eins drauf und veranstaltete ein Quiz. Die
„Weltreise im Dreiviertel Takt“ wanderte durch 10 Länder dieser Erde.
Wer die meisten der Länder erkannte, bekam einen Blumenstrauß. Schon bei 7
erkannten Ländern war der erste Preis erreicht. Den Sonderpreis bekamen die
Passionate Penguins, die das Deutsche Lied in die Arktis transportierten.
Noch
einmal gemeinsam einen Kanon singen, bevor es in die Pause geht – das war das
Mitto von Steve, Regine, Anke und Jörg und so wurde mit „I Like the
Flowers“ die Liebe zu Blumen von allen Anwesenden besungen.
Pausen
sind wichtig und schön, aber noch schöner war es, als die zweite Hälfte des
Folkclubs wieder begann. Wieder mit Klavierklängen und einem extrem
ausdrucksstarkem Gesang von Barry Roshto
und Ruth. Mit dem Uriah Heep-Titel „Rain“ und danach
der Hymne „Time“ von Tom Waits zeigte Ruth nicht zum ersten Mal, was in
ihren Stimmbändern steckt. Zu Barrys professioneller Klavierbegleitung
ergänzten sich die beiden wunderschön im zweistimmigem Gesang. Eine Darbietung,
die bereits jetzt die Vorfreude auf das nächste Mal weckt.
Draußen
hatte inzwischen der Schnee sein Werk getan, doch drinnen blinkten die Sterne.
Auch „Sparkling Light“ alias Karin Schüler und Gerald Löhrer
sind spontan eingesprungen, um den Abend zu einem Gesamtkunstwerk zusammen zu
schmieden. Mit dem französischen Lied „M’envoyer des fleurs“ von
Sandrine Kiberlain zeigten sie, dass Blumen halt in allen Ländern und Sprachen
den Frühling einläuten und gute Laune verbreiten.
Anke und Jörg Bohnsack waren
ja zuvor schon mit Regine und Steve auf der Bühne gewesen. Nun zeigten sie aber
auch noch, was in ihnen als Duo steckt. Anke beim Musizieren zuzuschauen ist
ein Genus für sich. Ein Energiebündel, welches jeden Moment zu explodieren
droht und doch immer im richtigen Takt und Rhythmus bleibt. Jörg dabei ein
ruhender Pol, der jedoch nicht weniger mit der Musik mitgeht. Und alles zu
bekannten Liedern, ja beinahe schon Gassenhauern. „Anneliese“, „Mein
kleiner grüner Kaktus“ und „Side by Side“ sind alles Lieder, die
wohl jeder im Publikum mitsingen kann - mal mit Text, mal mit „la, la“.
Als
letzter Act des Abends kamen die Passionate Penguins. Diese siedeln sich
ja selbst (und nicht nur das deutsche Lied) in der Arktis an. Wer aber glaubt,
dass sie unterkühlte Musik machen, der irrt. Ganz im Gegenteil - beruflich
eingespannt in dem Bemühen, den Klimawandel zu verlangsamen - machen sie in der
Musik genau das Gegenteil. Sie lassen Eis schmelzen, sie heizen ein und
schaffen neue Atmosphären. „Something Going Down“ wurde noch relativ
alleine von den Künstlern gesungen. Bei „The Night They Drove Old Dixie Down“
war dann bereits das ganze Publikum dabei. „Living for the Night“ und „The
Circle is Small“ rundeten das Programm ab. Aber zuende war es doch noch
nicht. Erst nach der Zugabe „Baby, Stop Crying“ von Bob Dylan durften
die Pinguine die Bühne verlassen.
Diese
wurde dann aber schnell von dem „Überraschungsgast“ John Hurd wieder
besetzt. Überraschungsgast schon deshalb, weil er die Absage von Kathy Freeman
nicht akzeptiert hat – wollte er sich doch das Lied „Tattered Flag“
wünschen – und nun gemeinsam mit John Harrison eben dieses Stück spielte. Ein
Lied, dass vom Brexit handelt und mit der Zeile „England doesn't love me
anymore“ wohl den gesamten Text zusammenfasst. Aber ich habe das Lied
vorweg genommen. Zuerst brachte John noch für das Motto des Abends das Stück „Wildflowers“
von Tom Petty, auch als Erinnerung an dessen Tod und gleichzeitig als
Geburtstagsständchen für Rory Gallagher, der eben am 2. März 70 Jahre geworden
wäre (Rory starb bereits 1995).
Was
für ein Abend, trotz aller Krankheitsausfälle und widrigen Witterungsumstände.
Da konnte der Patron Jock Stewart nicht anders, als auch an diesem Abend
zu versichern „I'm a man you don't meet every day“.
Aber
alle Begeisterung soll nicht davon ablenken, sondern eher darauf hinzeigen,
dass nach dem Folkclub immer auch vor dem Folkclub ist. Also, out of the
bedroom, go to Dotty’s am 6. April.
Mario
Montag, 5. März 2018
Folk Club Bonn # 89 on Friday 02.03.2018
Inclement weather prevailed at the March Folk Club and prevented several arrivals, but John Hurd made it in the end, or at least for the second half. He reminded us that Friday 02.03.2018 would have been Rory Gallagher's 70th birthday if he were still whiling away amongst us and promptly delivered an "Annette" (a one song floor spot) entitled "Wildflowers" on the theme for the evening. Kathy Freeman was sorely missed by her absence but John Hurd brought a heartfelt rendition of her poignant song written in the aftermath of the British referendum on Brexit from June 23rd, 2016 entitled "Tattered Flag". There were a few moist pairs of British eyes in the room, still in a state of shock from the mind-boggling realisation that 17 million frustrated but enfranchised voters could so radically change the future for a country of some 65 million souls.
https://3songsbonn.com/2018/03/04/folk-club-march/
Here's Kathy Freeman's "Tattered Flag" here:
https://www.youtube.com/watch?v=ZUS8JsqBFfw
https://3songsbonn.com/2018/03/04/folk-club-march/
Here's Kathy Freeman's "Tattered Flag" here:
https://www.youtube.com/watch?v=ZUS8JsqBFfw
Sonntag, 25. Februar 2018
Detlefs Bericht vom Folk Club Nr. 88 am 2. Februar 2018
Folk Club Bonn am 2. Februar 2018 – Alt und Neu
Richtig alt ist der Folk Club
nicht, aber da wir nun seit acht Jahren erfolgreich unterwegs sind, kann man
auch nicht mehr von „neu“ sprechen. Immerhin, der Folk Club ist eine feste
Größe im Bonner Musikleben, und obwohl der General-Anzeiger zum wiederholten
Mal unsere Terminankündigung nicht abgedruckt hatte, war die Bude wieder gut
gefüllt. Für viele Gefolgsleute ist der erste Freitag im Monat offenbar
inzwischen ein fest eingeplanter Termin – welch eine Ehre!
Nun, da Lieder entweder alt oder
neu sind, war es diesmal kinderleicht, einen Beitrag zum Motto zu finden –
schlichtweg alle Beiträge passten.
John Harrison packte gleich die Gelegenheit beim Schopf und
steuerte für sein Aufwärmprogramm ein paar ältere Lieder bei, die sich in
früheren Ausgaben des Folk Clubs bereits bewährt hatten. Dazu bespielte er
seine schöne Resonator-Gitarre. Mit „Police Dog Blues“ von Blind Blake (aus dem
Jahre 1929, also durchaus alt) startete er den Abend, kündigte das Lied aber als
„Rabbit Hills“ an. Das war vermutlich ein kleiner Test des Publikums, den
dieses aber nur höchstens mit einer Vier bestanden hatte. Niemand protestierte,
und erst als John seinen kleinen Versprecher beim nächsten Lied zugab, erntete
er verlegenes Lachen der Zuhörer. Nun also ging’s tatsächlich weiter mit
„Rabbit Hills“ von Michael Chapman, einem Lied, das einen Liebesnachmittag
irgendwo an der englischen Küste beschreibt. Das Lied von „Stagger Lee und
Billy Lyons“ ist ein alter amerikanischer Song über einen Mord, den der
Zuhälter Stagger Lee (es gibt auch andere Schreibweisen wie Stack O’Lee oder
Stagolee) an seinem Kumpan Billy Lyons beim Streit über eine Nichtigkeit
beging. Das Lied basiert auf einer tatsächlichen Begebenheit. Der Mörder wurde
zwar gefasst, aber nur zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und nach einigen
Jahren begnadigt. Wegen weiterer Delikte kam er erneut hinter Gittern und starb
dort an Tuberkulose. Im Lied aber, da mag man es drastischer, da baumelte er am
Ende am Galgen, der Bösewicht.
Auch in der Bibel mangelt es
nicht an drastischen Schilderungen, und die Posaunen von Jericho gehören
sicherlich dazu. Unser fleißiger Gedichte-Rezitator Gert Müller präsentierte die Geschichte in der Reim-Version, die
sein Freund Ferdinand Böhm in Bonner Platt aufgeschrieben hat. Dort heißt die
Geschichte „De Tröten vun Jericho“ – köstlich!
Wolfgang Schriefer spielte sich mit „Something’s Gotten Hold of My
Heart“ (bekannt geworden in der Version von Gene Pitney im Jahre 1967) seine
Liebesgefühle für seine Frau von der Seele. Er könne sich immer wieder neu in
seine Frau verlieben, kommentierte er seinen Beitrag – wie schön, dass es so
etwas gibt.
Als erste der beiden Featured
Artists-Gruppen des Abends stiegen „Seltsam“
alias Holger Förschler und Wolle Moses in den Ring, die bereits im
April vorigen Jahres im Folk Club zu Gast waren. Begleitet mit Gitarre (Wolle)
und diversen Blasinstrumenten (Holger) starteten sie ihren Auftritt mit einem
furiosen Medley aus den Stücken „Only for a Smile/Missing You/Living Woman“.
Während Wolle vor allem durch seine charakteristische und voluminöse Stimme
glänzte, bestach Holger mit seinen virtuos gespielten Blasinstrumenten.
Tenorsaxophon, Sopransaxophon und Querflöte kamen zum Einsatz – toll! „Stories
in the Garden“ schildert die bemerkenswerte Lebensgeschichte des Onkels. Leicht
melancholisch klang das Lied „But My Heart Will Cry“ und „You C“ ist ein Lied
speziell für Wolles Frau. Wolle und Moses sind wirklich bemerkenswert mit
unkonventioneller, selbst geschriebener Musik, mit ihren vielseitigen
Instrumenten und mit beeindruckender Bühnenpräsenz. Viel Erfolg für euch!
Ebenfalls nicht ganz unbekannt
im Folk Club sind die „Folkscheuchen“
alias Jan Hoffmann (Gitarre und
Gesang) und Volker Lindner (Geige
und Bouzouki). Teils instrumental, teils mit Gesang fegten sie mit ihren
Stücken durch den Saal. Dabei ist vor allem die Instrumentalisierung mit Geige
ein besonderes Schmankerl. Neben der Wahl der Instrumente sind auch die
Arrangements ihrer Lieder eine spritzige Wanderung zwischen Folk und Rock. Den
Start machten die Folkscheuchen mit einem traditionellen jüdischen Stück namens
„Scherele“, das aber von einem Intro aus der Rock-Sphäre eingeleitet wurde.
„Heldentat“ beschreibt eine Zeit , die noch vor den Hausbesetzungen lag. Auf
die bekannte Melodie von „Hava Nagila“ dichteten sie ein sehr schräges und
witziges Lied über Udo-Achim, den man eigentlich lieber nicht beim ersten Date
mit Clara dabei haben möchte. Ziemlich bizarr war dann der Text des Liedes „Zug
nach Flensburg“. Offenbar ging es nur darum, in die Nähe des bekannten Bieres
mit dem „Plopp“ zu kommen. Auch bei „Urlaubsangst“ geht es um verquere Gefühle
bei einem Ereignis, das doch eigentlich angenehm sein sollte. Zum Schluss, aber
nicht ganz zum Schluss, gab es das Instrumental „Drowsy Maggie“, einen
traditionellen irischen Reel, also einen Tanz. Die beiden konnten dabei ihr
ganzes instrumentales solistisches Können ausspielen. Eine letzte Zugabe
vereinigte „Orange Blossom Special“ von Erwin T. Rouse mit dem Jethro Tull-Hit „Locomotive Breath“,
ein wilder Mix und ein großer Spaß – Applaus für die Folkscheuchen.
Mit einer kleinen Einlage
garnierte Jutta Mensing ihre
Ankündigungen für Folk im Feuerschlösschen in Bad Honnef. Aus einem alten
Liederbuch hatte sie das Lied „Es reitet der Herr von Falkenstein“ mitgebracht.
Jutta ist wirklich beeindruckend. Mit ihrer schönen, klaren Stimme singt sie
das Lied ohne Instrumentalbegleitung. Das Lied beschreibt die Liebe einer
jungen Frau, die durch ihre Standhaftigkeit den Herrn so beeindruckt, dass er
ihr seinen Gefangenen freigibt.
Ebenfalls beeindruckend
präsentierte sich Holger Riedel, der
seinen Floor Spot mit dem Beatles-Loblied auf das Rentnerdasein „When I’m 64“
startete. Das spornte die Zuhörerschaft natürlich zum Mitsingen an. Christoph Thiebes, John Harrisons
Kollege bei der Nachtwächterarbeit, begleitete Holger danach beim Lied „Working
Class Hero“ auf der Mundharmonika. Noch mehr Verstärkung durch Uta Schäfer, John Harrison, Mario Dompke
und Christoph Thiebes erhielt Holger
schließlich beim Skiffle-Song (stilecht begleitet von Utas Waschbrett) „Mama
Don’t Allow“ – ein herrlicher Spaß.
Schon einmal für den Folk Club
angekündigt, aber dann wegen Krankheit abgesagt, und nun tatsächlich hier war Juhana Iivonen aus Finnland. Mit seiner
ganz ruhigen und bedächtigen Art stand er in kompletten Gegensatz zu den
vorherigen Beiträgen. „Two Little Rooms“ war das erste Lied aus einer Serie von
drei Stücken, die vor rund zehn Jahren in einem Rutsch entstanden waren, eine
melodische Ballade mit unverschnörkelter und klarer Gitarrenbegleitung. Eine
bezaubernde Liebesgeschichte beschreibt „Dream We Lived“. Juhana hat sie in
eine berückende Melodie mit schönen Tonartwechseln gewandet. Man muss das Lied
tatsächlich mehrmals hören, um seine Schönheit wahrzunehmen – mein
Lieblingsstück von Juhana. „Break the Chain“ beschreibt, wie zwei Leute sich in
der Eisenbahn begegnen. Die hin- und herschwingende Melodie untermalt die
Geschichte perfekt. Natürlich durfte auch ein Lied in finnischer Sprache nicht
fehlen. Juhana verriet uns leider den Titel nicht, aber schön war’s. „Shine On“
beschreibt das Elend der reisenden Musiker, die ihren Beruf nur schwer mit
einer funktionierenden Beziehung kombinieren können. „A Native One“ beschreibt
die Situation, dass man so lebt, wie man geboren ist. „Fill This Room“ ist ein
Lied über den Paten von Juhanas Sohn, der leider viel zu früh sterben musste.
Das Lied spiegelt die Vorliebe des Verstorbenen für Punk Music wider. Auch
„Hardly Knew My Name“ hat mit dem zu früh Verstorbenen Freund zu tun, ist aber
eine ruhige und besinnliche Ballade. Natürlich durfte Juhana nicht ohne Zugabe
gehen. „Taxi Drive“ lautete der Titel. Riesenapplaus für Juhana und seine
Musik.
Damit endete wieder ein
vielseitiger und unterhaltsamer Abend mit schönen und kunstvollen Beiträgen.
Aber es ging natürlich nicht ohne den Abschied mit Jock Stewart, dem alten
Schotten, „A man you don’t meet every day“.
Auf Wiedersehen am 2. März
diesmal mit einer Singers’ Night.
Sabines Bilder vom Folk Club Nr. 88 am 2. Februar 2018
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| John Harrisons Resonator Gitarre |
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| John Harrison |
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| Gert Müller |
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| Wolfgang Schriefer |
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| Holger Förschler |
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| Wolle Moses |
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| Jan Hoffmann |
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| Volker Lindner |
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| Juhana Iivonen |
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| Jutta Mensing |
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| Holger Riedel |
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| Christoph Thiebes |
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| John, Holger, Christoph, Uta, Mario |
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| Seltsam, alias Wolle und Holger |
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| Die Folkscheuchen |
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| Steve Perry und Bob Marabito mit dem aufmerksamsten und ruhigsten Konzertbesucher |
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| Jock Stewart am Ende des Abends |
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