Donnerstag, 3. Juli 2014

Attention!! Achtung!!

 A C H T U N G ! ! ! A T T E N T I O N ! ! !

There is no Folk Club Bonn this week on Friday, as we are taking a summer break in July and August this year. The next Folk Club Bonn will be on Friday 5th September at 18:00 hrs with a musical procession through Graurheindorf and then commencing at 19:30 hrs with 50 songs from 50 singers to commemorate the 50th meet of Folk Club Bonn.


More Info reguarding when and where to meet for the procession will be posted soon...
STAY TUNED ! ! !

Donnerstag, 5. Juni 2014

Detlefs Bericht vom Folk Club Nr. 48 im Mai 2014



Folk Club Nr. 48 im Mai - Mehr als nur ein Mai-Ansingen
Mailieder gab es zwar auch beim Folk Club-Treffen im Mai, aber der Abend stand eindeutig im Zeichen der beiden Special Guests aus Mexiko und Irland/Amerika. Die Programmplaner hatten sich diesmal nicht dazu hinreißen lassen, zusätzlich noch zahlreiche Floor Spots einzubauen. Das Publikum konnte sich voll auf das dennoch sehr abwechslungsreiche Programm der beiden Gruppen konzentrieren und durfte einen fulminanten Abend erleben. Wie in den letzten Monaten fast schon gewohnt war der Saal gerammelt voll, und die Müllestumpen-Besatzung musste zusätzliche Stühle für die hereindrängenden Gäste bereitstellen.
Der „Tradition“ folgend eröffnete John Harrison den Abend mit einigen schönen Liedern aus seinem Repertoire: „Police Dog Blues“ von Blind Blake war vielleicht sogar programmatisch, um damit der anfänglichen Unruhe im Saal ein polizeihündliches „Halt!“ entgegenzuschleudern. Aber Disziplinarmaßnahmen sind dem Folk Club fremd und so ging’s gleich weiter in die Welt der Disziplinlosigkeit mit „Stack-a-Lee“ einem Lied, das von einem Streit um einen Hut handelt, der mit einem tödlichen Schuss beendet wird. Der Bösewicht endet freilich – Ordnung muss sein – am Galgen. Mit dem Traditional „Oh Well, Oh Well“ und „Rabbit Hills“ von Michael Chapman beendete John das beklatschte Warm up.
Der als Isaac Tabor angekündigte Special Guest entpuppte sich als ein wunderbar spielfreudiges Trio bestehend aus Isaac Tabor (Gitarre und Gesang) sowie Neil Fitzgibbon (Geige) und Bean Dolan (Kontrabass), die Isaac aber auch gesanglich unterstützten. Isaac ist ein wahrer Kosmopolit, mit amerikanischen Wurzeln in den Niederlanden aufgewachsen und tourt in Europa herum. Sein nächstes Ziel nach dem Auftritt in Bonn war in Irland. Seine beiden Mitstreiter sind Iren und perfekte Repräsentanten ihres musikbegeisterten und für Musik begeisternden Landes. Ihre Lieder sind allesamt Eigenkompositionen mit poetischen Texten und mitreißenden Melodien. Alle drei Musiker spielten ihr wunderbares Talent voll aus. „Down To the Water“ beispielsweise startet mit einem schönen Geigensolo von Neil. Das Lied handelt von den Sorgen und Nöten von jemandem, der ständig auf Achse ist und nach seinem Ruhepol sucht. Die Lieder pendeln zwischen vielen Stilrichtungen hin und her. Das schwungvolle „Arkansas“ ist ein waschechtes amerikanisches Country-Lied, ebenso wie „This is it“. „More Than You“ ist ein Blues, und „Don’t Let the Winds Pass Us By” ist ein poetisches Lied in bester Dylan-Manier mit herrlichem dreistimmigem Gesang. „Something’s Gotta Change“ mit schönem Gitarrensolo von Isaac drückt das Bedauern über ein Leben aus, das aus dem Vollen schöpft, aber dabei wichtige Aspekte des Daseins außer Acht gelassen hat. Ragtimes und Irish Folk Lieder komplettierten das Programm, bei dem auch Bean Dolan bei etlichen Basssoli sein Können unter Beweis stellte. Riesenapplaus für die Drei von einem dankbaren Publkum und gute Wünsche für die weitere Tour. Vielleicht sind Isaac, Neil und Bean bald wieder in unserer Gegend zu sehen und zu hören. Erste Anbahnungsgespräche konnten bereits belauscht werden.
Natürlich durften auch die Mailieder nicht fehlen. Unser treuer Gefolgsmann Günther Peters legte schon während der Pause auf dem Klavier los und stimmte zusammen mit Ingrid Stachetzki das Lied „Komm lieber Mai und mache“ an, das dank verteilter Textzettel vom Publikum vielstimmig mitgesungen wurde. Natürlich durfte auch der Klassiker „Der Mai ist gekommen“ nicht fehlen. Immerhin ist es ein „Bonner Lied“, denn der Textdichter Emanuel Geibel soll dieses Lied angeblich im Jahre 1835 während seiner Bonner Studentenzeit im Lokal „Ruland am Markt“ erstmalig vorgetragen haben. Wir glauben diese Version der Entstehungsgeschichte natürlich gern. 
Einen englischsprachigen Beitrag Lieferten Barry Roshto und Steve Perry mit dem schönen Lied „Hail, hail, the first of May-oh, for it is the first summer’s day-oh“. Auch dieses Lied hat eine nette Geschichte: Das Lied, das wie ein altes traditionelles Volkslied klingt, stammt tatsächlich vom Folksänger Dave Webber aus dem Jahr 1990. Webber trug dieses Lied einst bei einem traditionellen Maiansingen in Padstow, in Cornwall, vor. Er wurde sofort dafür ausgeschimpft, ein traditionelles „Padstow-Lied“ geklaut zu haben. Den Einheimischen war offenbar nicht bewusst, dass sie es waren, die ein Lied von Webber „eingemeindet“ hatten, indirekt ein schönes Kompliment für den Komponisten.
Der zweite, oder sollte ich besser sagen d e r Knüller des Abends war der Auftritt unserer Gäste aus dem fernen Mexiko. Los Pájaros del Alba, die Vögel der Morgendämmerung, sind eine Musiktruppe, die sich der Pflege traditioneller mexikanischer Musik verschrieben hat. Die Musikrichtung nennt sich „Son Jarocho“ und ist entstanden aus der Verschmelzung von Musik der indianischen Einheimischen mit Musik der hauptsächlich spanischen Einwanderer speziell in der Provinz Veracruz an der Karibikküste Mexikos. Dazu wird oftmals der „Zapateado“ (Zapato = Schuh) getanzt. Los Pájaros waren auf einer Europatournee mit Stationen unter anderem in Frankfurt und Troisdorf. Mit mitreißenden Rhythmen ihrer speziellen gitarrenähnlichen Instrumente und bombastischen Stimmvolumens rissen sie vom Fleck weg den Saal mit. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass das Konzept „ohne elektronische Verstärker“ seine Berechtigung hat, hier wurde er mit großer Energie angetreten.
Den Anfang machte allerdings der mit den Pájaros gereiste Miguel Centeno mit einem Soloauftritt zur Gitarre und startete mit einem Lied im Stil des kubanischen „El Mozambiqe“. Ein eher zartes Lied im Drevierteltakt folgte, das die Schmerzen der Liebe besingt. „El Rey“, der König, ist ein in Mexiko berühmtes Lied des Sängers und Komponisten José Alfredo Jiménez, das von einem eher armen Menschen, einem Landstreicher, handelt, der ohne Geld irgendwie zurecht kommt und dadurch unabhängig und stark ist. Großer Dank an Miguel für seine mit schöner tragender Stimme gesungenen Lieder.
Los Pájaros übernahmen danach und starteten mit „Maria Chuchena“, einem echten Gassenhauer, mit dem die Pájaros sofort alle in ihren Bann schlugen. Wir müssen natürlich noch die „Vögel“ vorstellen:
Saél Bernal y Samudio und Saél Giovanni Carrizosa, genannt "Chopo", spielen die kleine viersaitige „Jarana Jarocha“. Das Instrument ist typisch für die Region Veracruz. Das Instrument von Nazario Martínez y Amaro ist die etwas größere sechssaitige „Requinto“. Für die nötige Bassbasis sorgte Alberto Vásques mit seinem Marimbol, einer Art Aufsitztrommel à la Cajon. Der Marimbol ist aber nur ein großer Resonanzkörper mit Stimmzungen, die mit der Hand angerissen werden und die Musik mit vollem, sattem Bassklang stützen.
Weiter ging’s mit „Butaquito“ und dem hintersinnigen „La Bruja“, die Hexe. Den zweiten Teil ihres Auftritts starteten sie mit „Pájaro Cu“, einem sehr rhythmischen Lied. Zu „Asi se goza“ luden sie das Publikum ein, ein paar Tanzschritte des „Zapateado“ zu wagen, und siehe da, eine mutige Zuschauerin wagte sich auf die Bühne und wurde von Saél Bernal einfühlsam angeleitet. „La Morena“ war danach ein Lied über eine dunkelhäutige Schönheit. Weitere Titel lauteten: „El Balajú“, „El Ahualuco“, „La Guacamata“, „El Buscapes“. Den meisten bekannt gewesen sein dürfte das Lied „La Bamba“, bei dem sich alle Musiker des Abends zusammen einbrachten. Isaac, Neil und Bean zauberten jeweils schöne Instrumentalsoli aus dem Hut – ein tolles Beispiel für Kontinent übergreifende musikalische Zusammenarbeit. Als Zugabe gab es das schöne Lied über den Hahn „El Gallo“ – ein Feuerwerk der guten Laune und mitreißenden Musik war beendet, und es folgte ein stürmischer, anhaltender Applaus. Die „Vögel“ aus Mexiko waren nicht vergebens nach Bonn geflattert.
Der Abend war aber nicht zu Ende ohne „Jock Stuart“, den traditionellen Rausschmeißer. Besonders schön war diesmal, dass sich auch hierbei alle Musiker des Abends in das Abschiedslied einbrachten und so dem „Man, you won’t meet every day“ einen würdigen musikalischen Rahmen gaben.

Dienstag, 27. Mai 2014

Detlefs Bilder vom Folk Club 48 im Mai

John Harrison - Police Dog Blues

 
Isaac Tabor, Neil Fitzgibbon und Bean Dolan

"Some Stars Are Dead Before You See Them"

IsaacTabor
Neil Fitzgibbon

Bean Dolan

Miguel Centeno - El Mozambique


Los Pájaros del Alba - Die Vögel der Morgendämmerung

Nazario Martínez y Amaro

Saél Bernal y Samudio

Saél Giovanni Carrizosa genannt "Chopo"
Alberto Vásquez
 

Man tanzt den Zapateado

Günter Peters und
Ingrid Stachetzki singen Mailieder

Große Session am Ende

Dienstag, 29. April 2014

Detlefs Bericht vom Folk Club im April 2014


Folk Club Nr. 47 im April – Volles Haus und Konzertstimmung mit Astatine

Ein volles Haus beim Folk Club ist schon fast keine Meldung mehr. Und dennoch reibt sich der Chronist immer wieder ungläubig die Augen, wenn der Saal wie dieses Mal erneut Beulen bekommt wegen des Andrangs. Mit rund 90 Gästen ist die Kapazitätsgrenze des Raums ungefähr erreicht. Wird der Folk Club vielleicht bald von seinem eigenen Erfolg erdrückt?
Das Konzept der Veranstaltung – Jeder darf auftreten, keine Verstärker, Musik und andere Beiträge jeder Art sind willkommen, und alles nur aus Spaß an der Freud’, wie der Kölsche sagt – scheint mehr als aufzugehen. Mittlerweile zerbricht sich die Organisationscrew die Köpfe, wie die zahlreichen Anmeldungen untergebracht werden können, ohne die Abende zu sprengen und ohne die Musiker zu weit in die Zukunft vertrösten zu müssen. Der Wunsch vieler Hobbymusiker, vor einem recht ansehnlichen Publikum spielen zu können, ist offenbar riesig. Hinzu kommen auch veritable Profis, die die formidable Atmosphäre des immer konzentrierten Publikums und die Zuwendung, die die Zuschauer und –hörer dem Musikern geben, schätzen und die teilweise sogar zum wiederholten Male die Bühne betreten.
Es bleibt spannend und vor allem unterhaltsam und immer wieder überraschend – vor allem im positiven Sinne.
Wie die meisten Folk Club Abende startete auch dieser nach John Harrisons markerschütterndem Weck-Schlachtruf (der Chronist wundert sich, dass dabei noch nie vor Schreck ein Tablett oder zumindest ein Glas zu Boden gegangen ist) mit leisen Tönen. John eröffnete den Abend mit einem schönen Gedicht mit dem Titel „Magnolia“, passend zum Thema „Frühling und Blumen“. Die Magnolien haben es in unseren Breiten einfach schwer. Meistens beginnen sie vorwitzigerweise etwas zu früh zu blühen, und bekommen dann durch den einen oder anderen Frost „eins auf die Mütze“. Das an sich prachtvolle Blütenkleid der Bäume sieht dann leicht angeknackst aus. Auch in diesem Jahr wagten sich die Blüten, angestachelt durch den milden Winter zu früh aus der Deckung und konnten sich wegen der noch recht kühlen Nächte nicht richtig entfalten. Nur in wirklich wenigen Jahren kann die Magnolie mal so richtig zeigen, was in ihr steckt. John hat dieses Thema wunderbar mit seinen poetischen Worten umrissen.
Ebenfalls passen zum Frühling und immer wieder gern gehört ist das Lied „Bee’s Wing“ von Richard Thompson, das aber nicht wirklich von Bienen handelt, sondern von einer Frau, die so zart ist wie ein Bienenflügel, aber mit unbändigem Unabhängigkeitswillen ausgestattet. John begleite das Lied mit feinem Fingerpicking. Weiter ging’s mit Unterstützung von Paolo Pacifico, Johns kongenialem Partner, der immer wieder kleine Zauberdinge auf der Mundharmonika vollbringt. Diesmal spielten sie das schottische Liebeslied „Black is the Colour of My True Love’s Hair“ – besonders schön Paolos zarte Mundharmonikabegleitung und die Instrumentalsoli. Zwischendurch präsentierte John noch ein Gedicht mit etwas schwierigem Hintergrund „Blue ist the Colour“ lautet der Titel. Es geht um eine Beerdigung, die er nicht aufsuchen konnte.
Wieder beim Thema waren John und Paolo mit dem Lied von Altmeister Champion Jack Dupree „Bring Me Flowers, When I’m Living“. Das Lied knüpft aber auch eine Verbindung zum zuvor gehörten Gedicht – der Titel sagt alles. John wirft bei diesem schönen Lied seine gesamte Liebe zum Blues in die Waagschale, und Paolo unterstützt ihn dabei mit einfühlsamer Mundharmonikabegleitung im Hintergrund.
In die Welt des Jazz wagte sich John, jetzt begleitet von Paolo auf der Mundharmonika und Steve Crawford auf der Gitarre. „Summertime“, das unsterbliche Lied aus George Gershwins Oper Porgy and Bess, sangen und spielten die drei mit Hingabe und wunderbarer gegenseitiger Ergänzung. Und auch hier sei auf den Motivzusammenhang ausgehend von Johns Beerdigungsgedicht hingewiesen. In „Porgy und Bess“ weist das melancholische „Summertime“ stets auf bevorstehende Todesfälle hin.
Nach diesem länger als üblichen aber umso schöneren Warm-up Beitrag von John und Co. stellte uns unser treuer Gefolgsmann Mario Dompke seine reizende Mitakteurin Franzi vor. Franzi sang mit ihrer schönen und intonationssicheren Stimme das wunderbare Lied von Carole King „You’ve Got a Friend“. Mario erwies sich als ebenso stilsicherer wie einfühlsamer Begleiter, und das galt auch für das zweite Lied der beiden „Something in the Water“ von Brooke Fraser. Großer Applaus für Franzi und Mario und hoffentlich ein Wiedersehen mit Franzi.
Mario beendete seinen Auftritt mit dem witzigen Lied mit dem Titel „Das ungeschriebene Lied“. Ein typisches Mario-Lied voller Ironie und Hintersinn – nochmals Chapeau!
Nach so viel Schönem zum Warmwerden ging’s dann in die Vollen mit unserer Special-Guest-Gruppe. Einigen eisernen Folk Club-Freunden war Astatine bereits von ihrem Spontan-Auftritt im Mai 2013 in guter und nachhaltiger Erinnerung. Sängerin Ana Maria Leistikow (damals noch unter dem Namen Cutac vorgestellt) brachte diesmal vier instrumentale Begleiter mit. Eigentlich ist es eine Frechheit, diese hochkarätige Gruppe als „Begleiter“ in die zweite Reihe zu setzten, denn jeder von ihnen könnte mit seiner  Musik auch allein ein Publikum zum Schwärmen bringen. Zusammen aber sind Ana Maria (Gesang), Simone Hans (Flöte), Frank-Olaf Nagel und Thomas Monnerjahn (beide Gitarre) und Thomas Neuhalfen (Kontrabass) eine Wucht. Freunde von „Vintage Jazz“ kamen voll auf ihre Kosten. Ana Marias sagenhafte Bühnenpräsenz und körperliche Ausdrucksstärke fügten dem musikalischen auch noch einen optischen Glanzpunkt hinzu. Der Auftritt der Fünf war zudem wie geschaffen für das Konzept des Folk Clubs – alles ohne Verstärker. Ana Marias voluminöse und tragende Stimme hatte keine Schwierigkeiten, sich im Raum zu verbreiten und von den Instrumenten abzusetzen.
„A Waste of Love“ und „Don’t Expect Me to Come Back at All” lauteten die Titel der ersten beiden Lieder, die aus der Feder von Thomas Neuhalfen stammten. Mit wunderbaren Soli führten sich hier Simone an der Flöte und die beiden Gitarristen ein. In die Welt der Jazz-Klassiker entführte uns die Gruppe mit Burt Bacharachs „Wives And Lovers“. Wie geschaffen für Astatine ist die Musik von Django Reinardt. zu seinen unsterblichen Melodien hat Ana Maria Liedtexte in ihrer rumänischen Muttersprache geschrieben. So wurde aus dem Instrumental „Bouncing Around“ das wunderbare „Mi-ai promis“ (Du hast mir versprochen), und aus „Nuages“ wurde „Printre Nori“ (Unter den Wolken). Zu Ana Marias ausdrucksstarkem Gesang boten beide Lieder den Gitarristen die Möglichkeit für ein Feuerwerk der Improvisation – einfach berauschend. 

„Caravan“ von Duke Ellington und Juan Tizol mit seiner geheimnisvollen, orientalisch anmutenden Melodie wurde von Ana Maria mit ebenso geheimnisvoller Stimme vorgetragen. Den Abschluss ihres ersten Teils bildete Cole Porters „Get Out of Town“, ein wunderbar zartes Lied, dem Ana Maria mit ihrer herrlichen variablen Stimme die perfekte Stimmung gab – Riesenapplaus vor der Pause und gespannte Erwartung auf den zweiten Teil.
Nach den Erfrischungen eröffnete Barry Roshto den Reigen mit einem kleinen Scherzlied „The Cat Came Back the Very Next Day“ über die vergeblichen Versuche eines Mannes, seine nervige Katze loszuwerden. Witzig vorgetragen von Barry und begleitet von John Harrison und Paolo Pacifico.
Als Walk-in traten hernach Sascha und Janis auf, die sich als „Band ohne Damen“ vorstellten. Normalerweise gehört zu ihnen offenbar noch weibliche Verstärkung. „Carmen“ von BAP war ihr vielbeklatschter Beitrag, ein hörenswertes aber weniger bekanntes Lied der Kölner Gruppe.
Helmut Rennoch (Gitarre) zusammen mit Siegfried Königsfeld (Gesang und Gitarre) und Ronan Sevellec (Cajon) starteten mit dem gefühlvollen „Now and Forever“ von Richard Marx. Siegfried gab dem Lied die angemessene Stimmung, Helmut steuerte wunderbare Gitarrensolos bei und Ronan unterstrich die Beiträge mit einfühlsamer Perkussion. Besonders schön klangen die dreistimmig gesungenen Passagen. Dem Publikum bestens bekannt war Ralph McTells melancholisches und anrührendes Lied „Streets of London“. Entsprechend konnten die Zuhörer endlich auch wieder mitsingen. Gleich vorgesorgt hatten Helmut, Siegfried und Ronan mit Mitsingzetteln bei ihrem dritten Lied „Down by the Lagan Side“. Lieder wie diese machen immer viel Freude – Herzlichen Dank und viel Applaus für die drei aus Sankt Augustin.
Steve Crawford aus Aberdeeen, der bereits beim Warm-up John Harrison begleitet hatte, wurde nun selbst begleitet von Sabine Palm, die mit ihrem Geigenspiel den Liedern die spezielle Note gab. „Oh my Lover“ lautet der Titel des ersten Liedes. Wir nennen es aber „Oh my Liver“, war Steves Kommentar zum Lied, das eine Ode an Mutter Natur darstellt. Stevens schöner kräftiger Gesang und sein technisch und musikalisch hochkarätiges Gitarrenspiel harmonierten vorzüglich mit Sabines  virtuosen Geigenklängen. „Lady Jane“ hieß das instrumentale irische Tanzlied (Kommentar von Steve: „Das Lied hat normalerweise einen längeren Titel“), das ganz harmlos und langsam beginnend sich allmählich zu einem furiosen Wirbelsturm entwickelte. Wunderbar gespielt von den beiden – ein wahrer Edelstein des Abends. „The Call and the Answer“ des Engländers  Phil Colclough, das von irischen Musikern gern eingemeindet wird, verströmte danach auch tatsächlich die leicht sentimentale irische Stimmung – eine wundervolle englisch/schottisch/deutsche Koproduktion mit irischem Anstrich. Herzlicher Applaus für die Beiden, die danach die Bühne freigaben für den zweiten Auftritt von Astatine.

Herz, was willst du mehr, so könnte man den Auftritt der Fünf der Gruppe Astatine zusammenfassen. Mit „Making Whoopee“, „My Heart Belongs to Daddy“, “The Man I Love”, „How insensitive“, „All of Me“  präsentierten sie Klassiker, an denen sich schon andere Größen des Jazz wie Ray Charles, Ella Fitzgerald und Billie Holiday erfolgreich versucht hatten. Die Vorstellung von Astatine braucht sich nicht dahinter zu verstecken. Das laszive „Whatever Lola Wants, Lola Gets“ präsentierte Ana Maria mit einer gehörigen Portion Erotik in Stimme und Ausdruck. Bei „Imagine My Frustration“ der Jazz-Heiligen Duke Ellington und Ella Fitzgerald konnte Thomas Neuhalfen mit einem brillanten Kontrabasssolo glänzen. Den vielumjubelten Abschluss ihres Auftritts lieferten die Fünf mit „Bei mir bist du schejn“, das Ana Maria in der Originalversion in jiddischer Sprache mit einem kleinen Exkurs in die später entstandene englische Textfassung sang. Der Dank des Publikums war  ohrenbetäubender Applaus.
Alle durften mit dem Hochgefühl nach Hause gehen, einen grandiosen Abend mit großen und kleinen Edelsteinen erlebt zu haben.
Auf Wiedersehen am 2. Mai mit „Los Pájaros del Alba“ (Die Vögel der Morgendämmerung) aus Mexiko und Isaac Tabor aus Irland.