Donnerstag, 11. September 2014

52 by 59

So Folks, this is what happened on the 5th of September 2014.

Did we have 50 performers? No we had 59... from 10 countries, spanning 5 Continents....
43 Germans
3 British
3 Spanish
2 Americans
2 Columbians
2 Filipinos
1 Canadian
1 Italian
1 Moldavian
1 South African

And here is the playlist:
  1. John Harrison: Mercedes Benz
  2. Eva, Manu & Micha: Rumba de Miguel
  3. Bob Mirabito: I got a life from "Hair"
  4. Ingrid & Günther: Die Forelle
  5. Winfried & Renate: Personal Jesus
  6. Paolo & Svenja: Napule è
  7. Barbara Kloep: Junimond
  8. Jörg & Anke: Egon
  9. Bernd & Steve: Stoney Lonesome
  10. Andreas Gruner: Lied für den Folk Club und Verena
  11. Uta Schäfer: Das Fensterlein
  12. Renate & Winfried: These boots are made for walkin'
  13. Janero del Rosario: Green Fields of France
  14. meoneo: Mackie Messer
  15. Stephan Weidt: Frühstück mit dir
  16. Jennifer Feels: Sister - Miss Celie's Blues
  17. Gabrielle Engel & Bernd Wallau: Dirty Old Town
  18. Mike & Nancy aus Oregon: I know my love
  19. Petra Koika: One day
  20. Tom Kannmacher: Ein Spielmann aus Franken ist kommen
  21. Claire & John Hay: Safe & Sound
  22. Hans-Jörg Schall: Proud Mary
  23. Steve & P w GW Spiller: Pale Blue Eyes
  24. Uta Schäfer: Dat du mien Leevsten büst
  25. 2Sunny: Ruhe nach dem Sturm
  26. Larissa Laë: Mi cu ri lee sa dan
  27. Poppelsdorfer Projektchor: Greensleeves
  28. Mario Dompke: Vorbei
  29. Lothar Heinrich & Brat Jakob: La Cumparsita
  30. Richard Limbert: Hang me higher
  31. Barry: God is great, beer is good and people are crazy
  32. John Hurd: Going to my Hometown
  33. John Hay, Juan Maria Isaza-Kasolis & Maria Martinez: El cuarto de Tula
  34. Steffi Massieu & Walter Jaksch: Über 7 Brücken muss man gehen
  35. Anke & Jörg: An de Eck steiht n Jung mitn Tüdelband
  36. Wolfgang Schriefer: When a blind man cries
  37. Poppelsdorfer Projektchor: Halleluja (L.Cohen)
  38. Vilamor - Tatay Amor: Ukulele Medley
  39. Walter Jaksch: Nachbarschaft
  40. Lothar Heinrich & Brat Jakob: She never spoke Spanish to me
  41. Gerd Schinkel: Beethovens Schock
  42. Sascha Cohrs & Jannes Hecht: Hank starb an ner Überdosis Hasch
  43. GW Spiller & Steve Perry: Summer Song
  44. 2Sunny: In your hands
  45. Heike Winkhoff & Peter Parusel: Take some free time
  46. Peter Parusel & Heike Winkhoff: Melancholia
  47. Andrea Wilmes: Hamburg verlassen
  48. Larissa Laë: A song for love
  49. Thomas Monnerjahn & Werner Krotz-Vogel: All of me
  50. David and Barry: 'Round Midnight
And they still didn't want to go home...
So, about 20 players and 150 singers rang out a final Jock Stewart....

We thought... (that it was the finali, I mean...)
As Encore, John closed the circle and lead us all in his opening song....
"Oh Lord won't you buy me a Mercedes Benz..."


Mittwoch, 10. September 2014

50 Jahre Bonner Folkclub! – Hääh?

Mit einer liebevoll handbeschriebenen und künstlerisch gestalteten Kreidetafel begrüßte der Gastgeber des Folkclubs, das Haus Müllestumpe, die ankommenden Gäste. Mein vorsichtig geäußerter Hinweis, dass es sich doch um den 50ten Folkclub und nicht um 50 Jahre Folkclub handle brachte den Tafelmaler zwar nicht um den Verstand, stellte ihn jedoch vor die Herausforderung diese Tatsache in richtige Worte zu fassen.

Es hat geklappt, denn pünktlich um 18:00 Uhr stand eine wohlgeordnete Schlange von Musikern und Publikum bereit, um den Jubiläumsmarsch zu starten. Tatjana und Ralf trugen als große Menschen (sowohl als Musiker wie auch biologisch betrachtet) das eigens für diese Gelegenheit von Emily handgemalte Transparent; direkt gefolgt von den Galizischen Hornpipes, die mit ihrem gleichzeitig melodischen und alles durchdringenden Ton jeden Bewohner am Rande der Marschroute aus der beginnenden Feierabendruhe aufschreckten. So wurde der Zug immer wieder von winkenden, lachenden und fröhlichen Menschen gesäumt und der eine und die andere schlossen sich dem Zug auch an, um weiter der Musik zu lauschen („verfolgt“ wurde der Zug von meist sehr disziplinierten AutofahrerInnen, die im Schritttempo das Geschehen beobachteten).

Das erste Jock Stewart hörte Graurheindorf aus der Gaststätte „Zum Schützenhaus“ – der Geburtsstätte des FCB (GeneralAnzeigerFeb2010). Das marschieren, singen und Kölsch trinken schwere Arbeit ist, zeigten die verschwitzten Hemden, Blusen und T-shirts nach dem ersten Kölsch – die Entlohnung der Arbeiten folgte frei nach Jock Stewart unmittelbar: „and what ere’s the cost I will pay“ sagten sich die Wirtsleute und übernahmen die Runde. Ein Ehrenplatz sei ihnen hierfür wie auch als Gründerväter und –mütter in den Gedanken aller Folkies gewiss.

Der nächste Marschabschnitt war nur kurz und so wurde das nächste Jock Stewart mit Gruppenbild im Rheindorfer Hof gesungen. In dem herrlichen Wintergarten versuchten mittlerweile ca. 35 Stimmen gegen die Pipes anzusingen, was naturgemäß den Hals austrocknen ließ. Aber die Kölsch standen bereit und diesmal nannte sich John Harrison selbst Jock Stewart und interpretierte die 6te Strophe des Liedes im Namen des Folk Clubs sehr persönlich, indem die Rechnung nicht bis zu den Konsumenten gelang.

Bald darauf wurde es ernst. Erst 30, dann noch einmal 20 Künstler nacheinander, ohne Pausen, ohne Ansagen auf zwei Bühnen zu organisieren – eine Herausforderung. Der erste Schock kam, als die Platzierungskarten und die Bühnen vertauscht wurden. Da aber jeder gute Musiker (und Folkies sind gute Musiker) improvisieren kann, war dieses Problem schnell gelöst. Die nächste Herausforderung – das Einhalten der vorgegebene 2:36 Minuten pro Lied – hatte Barry im Griff. Mit großer Uhr auf dem Laptopbildschirm könnte jeder Künstler seine Zeit überwachen, und tat er es nicht, so wurde ihm eine Erinnerung mit einem lauten Gong als Ende seines Vortrages verpasst. 

Hier alle Künstler aufzuzählen und ihren Liedern eine Kritik zu äußern, würde einen Artikel sprengen und eher ein Buch füllen; aber wer weiß, da wir ja in den Reihen der aktiven Folkies auch Schriftsteller haben… (lieber Stefan Weidt, fühle dich ruhig angesprochen einen Roman über Bonns Folkszene zu schreiben).

Die Stimmen des Publikums beschreiben den Abend als vielseitig, emotional, toll, künstlerisch und musikalisch wertvoll und unterhaltsam, der sich vor keinem 100,--€ teurem Konzert verstecken müsste.

Begonnen mit einem aus tiefster Seels entsprungenem Blues mit der Bitte an Gott dem Interpreten doch endlich einen Mercedes und einen Farbfernseher zu schenken, eröffnet John Harrison den Reigen. Janis Joplin hätte ihre Freude gehabt. Vom Blues zur galizischen Folklore – in Bonn nur ein kleiner Weg, den Eva & Manu sehr erfolgreich beschritten. Das Generationenwechsel kein Problem darstellen müssen zeigte Bob Mirabito, der sich auf einem Rollator auf die Bühne schieben ließ, sich selbst als „ich bin schon alt“ vorstellte, dann aber jugendlich aufstand und sein Lied sang. Der nächste Sprung führte zu Schubert, wobei die Forelle aus der Kehle von Ingrid mit den klappernden, Pommes beladenen Tellern des Publikums konkurrieren musste. Und sofort ging es wieder in American Folksong angehauchtes Liedgut von Winfried und Renate über. Der weitere Weg führte nach Italien, das von Paolo & Svenja besungen wurde. Auch Theatersingspiele dienten als Vorbilder, so fand sich Mackie Messer in einer sehr eigenen Interpretation von meoneo mit Lochkartenspieluhr und selbst gemalten Bildern wieder. Über eigene Kompositionen vieler Künstler, die teilweise Stilrichtungen zugeordnet werden können, teilweise eigene Stile herausbilden gelangte der Weg durch internationales Liedgut immer wieder an Lieder, die dem Publikum gut bekannt waren und sofort aufgenommen und mitgesungen wurde. Ob die Liebe zu Egon Anke zu einem musikalisch zuviel genossenen Gläschen verleitete, ob die Green Fields of France als Grabstätte des Privat Willie McBride von Janero besungen und aus dem Publikum auch mit dem deutschen Text begleitet wurden oder ob die norddeutsche Ballade „Dat du mien Leevsten büüst" in bestem Plattdeutsch mitgesungen wurde – große Zufriedenheit strahlte aus allen Gesichtern im reichlich vollen Gastraum. Leider dringen in solch emotional geladenen Stimmungen leise Töne nur schwer an das Ohr der Zuhörer – aber ein Qualitätsmaßstabes des FCB ist eben, dass –manchmal erst nach Aufforderung – zuhören und sich in die Lieder hereinversetzen für jeden wichtig ist. So hatte es Andreas Gruner zwar erst ein bisschen schwer zum Publikum durchzudringen, doch dann fesselte er mit seiner „in memorial“ Ballade für die verstorbene, langjährige Folkclub Besucherin Verena Obst doch das Publikum. 

Wie schon gesagt, es würde den Rahmen sprengen hier jeden Künstler aufzuführen und es hat auch nichts mit Highlight oder Bewertung zu tun, wenn hier Namen genannt werden – es ist eine mehr zufällige Auswahl meiner Erinnerung oder der Bezeichnungen aus dem Publikum („Der Hansjörg Schall hat sicher die schärfste Pepperonie im Hintern, so wie der mit der Musik mitgeht“). Ob John Hay, der mit seiner 10 jähigen (!) Tochter auftrat, ob Tom Kannmacher der deutsches Liedgut auf der Laute mitbrachte, ob Lothar Heinrich mit seiner swingenden Stimme oder ob Richard Limbert, extra aus Leipzig angereist – alle, alle haben den Abend zu dem gemacht was er war – ein riesen Fest der Folkies und ein Beweis, dass echte Volksmusik nicht ausstirbt, dass echte Volksmusik nicht eine Richtung ist, sondern alles, was das Volk singt – ob im Wohnzimmer, in der Schule, im Chor oder auf der Straße; ach ja, da war doch noch was. Wie wir es alle von Gerd Schinkel kennen, haben ihn die Verordnung, sich in Bonn sein Singrecht für die Straße zu erkaufen, und die aus Reihen des FCB angestoßene Street Musicains' Petition zu einem Protestlied animiert, welches er zum Gelingen des 50ten Folkclub mit Begleitung von GW Spiller vorgetragen hat.
 
Noch gar nicht erwähnt sind die rein instrumental vorgetragenen Stücke. Ganz spontan fanden sich Werner Krötz-Vogel von "meoneo" und Torsten Monnerjahn vom "Astatine" zu einem Jazzstandard (auf geliehenen Instrumenten) zusammen – die Spontaneität kam rüber, aber dass die beiden noch nie zusammen gespielt haben konnte bei diesem professionellen Vortrag niemand glauben (und doch stimmt es ). Aus dem Ukelelen Medley von Vilamor-Tatay Amor erkannte das Publikum immer wieder Lieder und sang mit (soviel zu instrumentals) – Lilly Marleen wurde so auch noch Bestandteil des FCB 50.

Das große Finale bildete – wie sollte es auch anders sein – Jock Stewart. Aus ca. 150 Kehlen inbrünstig geschmettert schaffte es eine gute Grundlage für einen beschwingten Heimweg – aber nein, eins kam dann doch noch hinzu. Der Mercedes und der Farbfernseher für John waren immer noch nicht geliefert, deshalb sangen alle nochmal gemeinsam diese Bitte an den Lord of Musicians.

Um die Überschrift aufzugreifen – auch wenn ich es nicht mehr erleben werde, wünsche ich mir und allen anderen, dass der Folkclub Bonn auch seinen 50ten Jahrestag feiern wird – aber bis 2040 werden noch sehr viele Lieder auf der einen oder anderen Bühne des Folkclubs ertönen.

Mario or is it Oiram

Sonntag, 7. September 2014

And a PARTY it was!

First impressions are already online...
Thanks to John Hurd's able reporting and watchful camera eye.
Read it here on 3 Songs Bonn
More Photos here.

Thanks John!
And thanks to the Folk Club Team (It actully worked!!!) Thanks to the performers, the audience and a special thanks to our present and past hosts who made the evening possible.

Freitag, 5. September 2014

Get Ready!!!!!

Tommorrow we will be celebrating the 50th meet of the FCB. We will be setting off for the parade
at 6 pm sharp!!!!!!

Emily has got the banner finished... so we are lookin' good...
L E T ' S G O ! ! ! !

Montag, 1. September 2014

Golden Anniversary

< Deutsch weiter unten >

On the 5th of September we will be having special festivities celebrating our 50th Folk Club meet.

Since the first meet in February 2010 we have successfully curated and presented 49 regular Folk Club evenings in Graurheindorf. The coming meet will be Nr. 50 and therefore, in order to do this event justice,

at precisely 6 pm we will be parading, "second lining" New Orleans style, marching as the English do and/or proceeding, from "Haus Müllestumpe" to the two other historical venues in which we have meet, the "Gaststätte Zum Schützenhaus" and "Rheindorfer Hof".

The "Main Line" will consist of a troup of Galacian Bagpipes under the direction of Eva Salgado Martinez followed by any other musicians with transportable instruments who are willing to make coordinated noise along the way and in the other houses we will visit.

Everyone else will make up the "Second Line".

At 7.30 pm, back at "Haus Müllestumpe", we will present an evening of 50 Songs from 50 Artists.


P A R A D E     R O U T E



1. Haus Müllestumpe
An der Rheindorfer Burg 22
53117 Bonn

Head northwest on An der Rheindorfer Burg toward Osloer Str.
Turn right to stay on An der Rheindorfer Burg

Turn right onto Estermannstraße

2. Zum Schützenhaus
Estermannstr. 109
53117 Bonn

Head southeast on Estermannstraße toward Kranenweg

3. Rheindorfer Hof
Estermannstraße 82
53117 Bonn

Head southeast on Estermannstraße toward Zweimühlenweg
Turn right onto Herpenstraße
Continue straight onto Herseler Straße

4. Jahnschule
Herseler Straße 7
53117 Bonn

Head southeast on Herseler Straße toward An der Josefshöhe
Turn right onto An der Josefshöhe
Turn right onto An der Rheindorfer Burg


5. Haus Müllestumpe


< Deutsch >

Der Folk Club am 5. September ist eine Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 50. Treffens des Folk Club Bonn

Seit dem ersten Treffen im Februar 2010 wird dies die 50. Session des Folk Club Bonn sein. Um das Jubiläum angemessen zu würdigen, gibt es

ab 18:00 Uhr ausgehend von unseren derzeitigen Domizil „Haus Müllestumpe“ einen kleinen Umzug mit Dudelsackbegleitung (Eva Salgado Martinez) zu den beiden anderen Lokalen in Graurheindorf, in denen der Folk Club bereits bewirtet wurde: Gaststätte Zum Schützenhaus und Rheindorfer Hof, beide an der Estermannstr;

ab 19:30 Uhr im Haus Müllestumpe einen besonderen Abend mit 50 Liedern von 50 verschiedenen Interpreten.

Sonntag, 31. August 2014

Jock Stewart

I have just posted a new link in the "Other Resurces" box on the right hand side of the Blog.
There you can download a pdf of the text and music of our Folk Club Anthem "Jock Stewart".
Get the pdf here, put it on you mobile or print it out and sing along.
A version with only the text can be downloaded here.

Dienstag, 26. August 2014

Detlefs - diesmal sehr verspäteter - Bericht zum Folk Club Nr. 49 im Juni 2014


Folk Club Nr. 49 im Juni 2014 – Musik zum Lobe des Herrn

Wenn man einen Folk Club Abend unter das Motto „Spirituals und Gospels“ stellt, darf man sich nicht wundern, dass es fromm beziehungsweise spirituell wird. Und so war es dann auch bei der 49. Ausgabe des Folk Clubs im Juni. Dass Musik mit dem Bezug zum Göttlichen begeistern kann, verwundert nicht. Ist Musik denn nicht schon von sich aus ein Ausdruck des Göttlichen auf der Erde?
Zum warm werden gab es dann aber erst mal ein paar Kostproben aus John Harrisons weltlichem Repertoire. „Rambling On My Mind“ von Altmeister Robert Johnson ist ein traditioneller Blues. John zauberte ein wunderbares Gitarrensolo hervor, für das er Szenenapplaus bekam. Bei „Silver City“ von Mance Lipscome – ebenfalls einem der alten Blues-Heroen – erhielt John Verstärkung von Paolo Pacifico, dessen Mundharmonikaspiel immer wieder begeistert. Paolo brillierte dann auch mit einem feinen Solo bei „Fare Thee Well“ (auch bekannt als Dink’s Song). Das traurige Lied einer Frau, die mit einem Kind unterm Herzen sitzen gelassen wurde und dem Mann dennoch nachtrauert, erhielt in „Inside Llewyn Davis“ ein filmisches Denkmal. John und Paolo entwickeln sich mehr und mehr zu einem kongenialen Duo.
So gut eingestimmt durfte sich das Publikum auf Jutta Brockmann freuen, die mit „Above All Else“ ein schönes Lied zum Thema des Abends beisteuerte. Das Lied ist ein religiöser Popsong von Vicky Beeching, einer emanzipationstheologischen Kirchenikone in England. Mit ihrer weichen und einfühlsamen Stimme gab sie dem melodiösen Lied eine wunderbares Gewand.
Daniel Macleod aus dem schottischen Edinburgh sang zwei selbst geschriebene Lieder. „I See You, Can You See Me” ist eine Liebeserklärung an seine Frau. Das zweite Lied „Wedding Bells and Heather" hatte Daniel für Freunde geschrieben, die nach ihrer Heirat ins weit im Nordwesten gelegene Ullapool gezogen waren. Daniels volle Tenorstimme harmonierte herrlich zur vorzüglich gespielten Gitarrenbegleitung. Daniels Lieder haben etwas leicht Melancholisches und erinnern in ihrer Art an die Musik unseres treuen Gefolgsmannes Simon Kempston, der ebenfalls in Edinburgh lebt. Es erstaunt schon, dass sich beide nicht kennen.
Zurück zum Thema des Abends ging es mit Larissa Laë, der engagierten Galeristin aus der „Kuhl“ (das ist die wahre – aber jetzt ehemalige – Bonner Altstadt am Rheinufer, im Kriege und zum Teil auch danach völlig zerstört und später ziemlich scheußlich wieder aufgebaut), die zusammen mit John Harrison, Steve Perry und Paolo Pacifico den schönen und melodischen Gospel „Bright Morning Stars Are Rising“ sang. Die vier meisterten das Lied aus den amerikanischen Appalachen mit bezaubernder Mehrstimmigkeit – ein Hochgenuss. Auch der Bluegrass-Gospel „Angel Band“ (von den Stanley Brothers) war für die Vier wie geschaffen. Der Refrain „Oh bear me away on your snow white wings“ wurde von der Gemeinde mit Inbrunst mitgesungen – Herrlich! Ebenfalls einen Bezug zum Religiösen hat das Lied „It Ain’t Necessarily so“ aus dem Musical „Porgy and Bess“ von George Gershwin. Der Gauner Sportin’ Life versucht seine Zuhörer davon zu überzeugen, dass ja doch nicht alles stimme, was in der Bibel steht. Es könnte ihm so passen! John und Paolo durften sich bei Soli austoben – Großer Applaus.
Zum Thema des Abends passte auch der immer wieder gern gehörte Werbespot, den Steve Perry in einem lokalen amerikanischen Radiosender gehört hatte und hier in schönem breiten Amerikanisch vortrug. Dabei wird der Hörerschaft eine wunderbare Familienbibel für nur 29,99 $ und als Zugabe ein von Jesus höchstselbst signiertes leuchtendes Bild angepriesen. Bestellen kann man das Wunderwerk unter dem Code B-I-B-L-E – zum Piepen! (der Text ist hier nachlesbar).
Larissa hatte aber noch ein paar Schmankerl parat. Mit ihrer schönen Stimme sang sie einige spirituelle Lieder in „fremder Sprache“. Der Text hätte auch ein Kunstgebilde ohne konkrete Bedeutung sein können, der mantraartige Gesang erzeugte eine schwebende Stimmung, mit der sie die Zuhörer verzauberte – Riesenapplaus für die Vier, aber ganz besonders für Larissa.
Ein wahres Stimmgewitter löste danach Petra Koitka („ich bin die Petra aus der Eifel“) über uns aus. Mit ihrer ungeheuer voluminösen Altstimme trug sie wunderbar melodisch und eindrucksvoll ihre selbst komponierten Lieder vor. „Time in Your Life“ „Call His Name“ und „I See the Light“ waren die Titel. Petra, die hier diesmal allein musizierte, tritt sonst zusammen mit ihren Begleitern Oliver Fregin und Ralf Neukirch als Gruppe „Acoustic Spirit“ auf.
Nach der Pause gab sich Simon Wood die Ehre, der schon im Monat davor im Folk Club zwar nicht körperlich so doch virtuell als Auslöser der Diskussion um Bonner Regelwut bei der Straßenmusik zugegen war. Der Bonner General-Anzeiger hatte in einem Artikel am 26. April 2014 das Thema über Sinn und Unsinn von speziellen Genehmigungen und Gebühren für Straßenmusiker aufgegriffen. Simon, der in Bad Godesberg lebt und dort als Straßenmusiker schon Bekanntschaft mit den sperrigen Behördenregeln gemacht hatte, war Kristallisationskern des Artikels gewesen. Der Folk Club nahm den Vorfall zum Anlass für eine Petition an die Stadtregierung, die Einschränkungen für die Straßenmusik zu überdenken. Wer sich noch in die Liste eintragen will, möge sich vertrauensvoll an John Harrison wenden.
Als Vorbild für Bonn könnte, so unsere Recherche, sogar Düsseldorf dienen.  
Jawohl, D ü s s e l d o r f !  
Dort gibt es zwar auch Regeln, die die Musiker ein wenig einschränken, aber man benötigt als Straßenmusiker keine Genehmigung, und Gebühren werden schon gar nicht verlangt. Dass Bonn sich ausgerechnet an Düsseldorf ein Vorbild nehmen sollte, müsste allen kurkölnischen Lokalpatrioten ein wahrer Stachel im Fleische sein! Aber Kölsch hin oder Altbier her, was recht ist, muss billig bleiben. Und Düsseldorf ist in dieser Hinsicht nun mal nicht so verschnarcht und provinziell borniert wie Bonn. Aber wen’s tröstet: Selbst die tolle Weltstadt London würgt gerade mit abstrusen und undurchschaubaren Regeln einschließlich hierzulande undenkbarer Eingriffe ins Privateigentum (Konfiszierung von Instrumenten zur Begleichung von Geldbußen) die Straßenmusik ab. Bei Interesse nachzulesen in der Tageszeitung „The Guardian“.
Zurück zur musikalischen Seite von Simon Wood: Der Mann ist einfach Klasse! Er motiviert junge Musiker zum Mitmachen und schleppt drei junge Freunde mit in den Folk Club, die voller Enthusiasmus Simon zu seinen überwiegend selbst geschriebenen Liedern begleiten. Den Einstieg machten die Vier aber mit „The Whole of the Moon“ von The Waterboys und zeigten dabei viel Spielfreude. Spektakulärer fand euer Chronist hingegen die von Simon selbst verfassten Lieder, die er – oh Wunder über Wunder – in deutscher Sprache textet. Das ist doch mal was. Viele unserer deutschen Musiker krampfen sich etwas auf Englisch zurecht, und das deutschsprachige Publikum versteht nur Bahnhof (vielleicht ist es ja manchmal auch besser so). Da kommt ein Held aus Liverpool daher und zeigt, dass man auch durchaus in der Muttersprache des Publikums singen darf, na ja, der Mehrheit des Publikums. Witzige und nachdenkliche Texte hat Simon auf Lager und ganz ohne erhobenen Zeigefinger – wunderbar. „Ferienprogramm“, das Lied passt gut zur Jahreszeit, ist ein gute-Laune-Lied, das uns in bester Tote Hosen-Manier einen Monat lang Sonne verspricht und uns auffordert: „Wir genießen das Ferienprogramm“. Das Lied „Das ist deine Zeit“ gibt ein wenig zum Nachdenken: Simon ist davon überzeugt, dass die Dinge, die wir nicht benötigen, von selbst von uns wegfließen. Übrig bleibt, was seinem Zweck dient. Manchmal wünschte ich, es wäre so. Simon, du solltest häufiger im Folk Club auftreten! – Dicker Applaus für die Vier, die sich vom Fleck weg einen Fanclub geschaffen haben.
Kaum zu glauben, dass er noch einige Stunden zuvor in der Fußgängerzone gesungen hatte: Daniel Cota aus Mexiko war ein „Fundstück“ von John Harrison auf seinem Weg zum Folk Club. Irgendwie muss man den Eindruck haben, dass in Mexiko Verstärker generell überflüssig sind (siehe Folk Club im Mai). Daniels Tenorstimme, mit der er „Adios Amor“ ein mexikanisches Schmachtlied sang, gleicht einem Vulkan. Bei „Besa me mucho“ darf dann das Publikum auch wieder mitsingen. Großer Applaus für Daniel und viel Glück mit seiner Musik.
Noch einen schönen musikalischen Höhepunkt mit Bezug zum Thema des Abends bescherte uns die Endenicher Gruppe Funny Thursdays. Rio Reisers („Ton, Steine, Scherben“) Lied „Über’s Meer“ sangen sie mit schönen Stimmen und voller Inbrunst mit wunderbarer Mehrstimmigkeit. Chorleiter Jörg Schall betätigte sich als perfekter Motivator. Bei „Down by the Riverside“ glänzte der Chor mit herrlichem Bass. Zum Abschied gab es dann no jet för et Jeföhl: „In unserem Veedel” von den Bläck Fööss.
Noch einmal richtig zurück zum Thema ging’s dann bei dem letzten Duo des Abends. Miliart nennen sich die beiden jungen Männer, einer aus Litauen, der andere aus Albanien. „There’s Power in the Blood of the Lamb“ ist ein Klassiker, und auch “My Redeemer Lives” von Nicole Mullen kann sich nicht über einen Mangel an Interpreten beklagen. Das baltisch-balkanische Duo sang seine Lieder mit tollen Stimmen und schöner Gitarrenbegleitung. Den Abschluss bildete dann noch ein weiterer Klassiker aus der Country-Ecke: „Praise the Lord, I Saw the Light“. Altmeister Hank Williams muss vor Freude im Grab rotiert haben, und die Folk Club Gemeinde hing den beiden an den Lippen – Herrlich! Und wirklich, das letzte Lied sprach die Dankbarkeit und die Glücksgefühle aus, die uns jedes Mal am Ende eines Folk Club Abends mit so vielen wunderbaren musikalischen Geschenken erfüllt: Praise the Lord!
Ganz zum Schluss wurde es denn dann doch ein wenig weniger andächtig, dafür aber umso intensiver: Die Musikergemeinde scharte sich um den obligatorischen „Jock Stuart“ und gab dem Abend einen würdigen Abschluss.
Auf Wiedersehen am 5. September 2014 bei der 50. Ausgabe des Folk Club mit einem besonderen Programm. Diesmal geht es schon um 18:00 Uhr los und, es gibt zum Start der Veranstaltung einen kleinen Umzug mit Dudelsackbegleitung durch Graurheindorf zu den früheren Stätten der inzwischen über vierjährigen Folk Club Historie. Details zum Programm und zum Umzug findet Ihr in einem Beitrag weiter unten auf diesem Blog.