Montag, 8. Januar 2018

Folk Club Bonn Nr. # 87 on Friday 05.01.2018

What a great evening and I both quote and fully concur with John Hurd's words:

QUOTE
‘Folk is great, beer is good, people are crazy’ If ever the Bonn Folk Club lived up to it’s motto, it was tonight s show at Dotty’s Sports Bar with special guests Schank.  If there is a better place to find professional, amateur and hobby musicians enjoying an evening of music together in Germany, or even on planet Earth in general for free, then I would be surprised indeed.
UNQUOTE


https://3songsbonn.com/2018/01/07/crazy-folk-at-dottys/




John Hurd of 3SongsBonn was thankfully with us once again, this time not just as a dedicated scribe and wordsmith and an excellent photographer but also by strapping on his Cort guitar and giving us a fine rendition of a little known, but none the less beguiling song, "Irene Wilde" by Ian Hunter of Mott The Hoople fame. 

Thanks for that John, a very special thanks to Schank, and thanks to everyone else who performed on the evening for making it such a special night.



Freitag, 5. Januar 2018

Folk Club Bonn Nr. 87 on Friday 05.01.2018

Happy New Year Folk Clubbers!

We have a good night planned for you tonight with the group Schank from Cologne as featured artists


http://www.schank-band.de/




Also from Cologne Gerd Schinkel will be singing a fond farewell to the "cathedral" of Immerath,

https://plus.google.com/+FolkClubBonn/posts/68nksgaY6cy


Photo


which by this time next week shall no longer be.



Montag, 1. Januar 2018

Sabines und Detlefs Bilder vom Folk Club Nr. 86 am 1. Dezember 2017

John Harrison


Gert Müller


Peter Deteren

4Fun






Lucia

Mareike

Bernhard
Bernhard und Gebläse

Special Guest Simon Kempston aus Edinburgh


Simons Ringelsocken



Ingrid Stachetzki und Barry Roshto



Günter Peters
Rita Nattermann


note-4-note: Miriam, Claudia, Regine und Monika

Bildunterschrift hinzufügen



"Jock Stewart" zum Abschluss des Abends




Detlefs Bericht vom Folk Club Nr. 86 am 1. Dezember 2017


Folk Club Bonn am 1. Dezember 2017 – Märchenhaft

„Märchenhaft“, das leicht abgewandelte Motto der 86. Auflage des Folk Club Bonn hat eigentlich Programmcharakter für die gesamte Existenz des Folk Clubs seit seinem ersten Abend im Februar 2010. Aus einer Idee mit kleinen Anfängen in der Gaststätte Zum Schützenhaus in Graurheindorf ist inzwischen eine sogar international beachtete Institution geworden, die bei jeder Auflage zwischen 70 und 100 Besucher anlockt. Im Gegensatz zu den hochsubventionierten Mammutbetrieben des öffentlichen Kulturbetriebes floriert das Pflänzchen Folk Club Bonn ohne jeglichen Zuschuss, ohne Eintrittsgeld und lediglich getrieben vom Spaß an d’r Freud’. Die Organisatoren stecken Zeit in das Projekt, hin und wieder werden ein paar Euro für das Stimmen des Klaviers locker gemacht (ist wieder dringend nötig!), und die Künstler – Amateure ebenso wie Profis – spielen ohne Gage. Den größten Lohn für die Mühe aller Akteure spendet das enthusiastische Publikum. Die Künstler sind oftmals überwältigt von der konzentrierten Atmosphäre und der ungeteilten Aufmerksamkeit, die die Zuhörer ihrer Musik widmen. Das niederschmetternde Erlebnis jedes Musikers, nur Hintergrundberieselung zu sein, gibt es im Folk Club Bonn nicht. Eines der Geheimnisse dieses Erfolgs ist der komplette Verzicht auf elektronische Verstärkung. Mancher Künstler hatte schon darum gebettelt, wenigstens einen kleinen Verstärker für die Gesangsstimme einsetzen zu dürfen. Nach ihrem gezwungenermaßen unverstärkten Auftritt waren auch die Skeptiker restlos begeistert, denn unverstärkte Musik zwingt das Publikum zur Ruhe. Und so kommt ein für beide – Musiker und Publikum – wunderbares, märchenhaftes, Ergebnis zustande.
Genug der Schwärmerei, hinein ins Vergnügen des Abends, der wie immer mit dem markerschütternden Begrüßungsruf unseres Zeremonienmeisters John Harrison begann. Als kleinen Beitrag zum Motto steuerte John seine witzige, der Phantasie entsprungene Geschichte von Albert McTavish bei, der einen neuen Kühlschrank für sein Haus auf einer gottverlassenen Hebrideninsel beschaffen muss und dabei ganz Unerwartetes „erlebt“. Bei diesem „Lied“ sind Text und Musik getrennt, denn die Geschichte besteht aus einer kleinen Erzählung und die Musik dazu ist – für die Zuhörer überraschend – ein Instrumental. Wer zum Inhalt mehr erfahren will, soll regelmäßig zum Folk Club kommen, denn die kleine Geschichte ist in unregelmäßigen Abständen immer wieder zu hören und dabei jedes Mal ein kleines bisschen anders.
Weniger märchenhaft, weil real, aber dennoch gespenstisch unwirklich und zudem erschütternd waren die Geschehnisse während des jugoslawischen Bürgerkriegs, unter dessen Eindruck John seinerzeit das Lied „Trouble and Strife“ schrieb, das sich mit den Ungeheuerlichkeiten bei der Belagerung von Sarajewo beschäftigt. Er kommentierte seine Situation so, dass es märchenhaft sei, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren zu sein, ohne selbst Hunger und Krieg und Verfolgung erleben zu müssen, dass ihn aber die Erkenntnis erschreckt und bedrückt habe, dass der Firnis der Zivilisation doch recht dünn ist und jederzeit aufbrechen kann. Anlass für John, das Lied am heutigen Abend zu singen, war die wenige Tage zuvor erfolgte Verurteilung zu lebenslanger Haft des früheren Generals Radtko Mladić durch den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Mladić wurden sowohl die Belagerung von Sarajewo als auch der Massenmord von Srebrenica zur Last gelegt.
Einen Beitrag zur Adventszeit lieferte unser fleißiger Gedichterezitator Gert Müller, der mit seinem herrlich unverfälschten Bonner Platt die Weihnachtsgeschichte in Reimform präsentierte. Das Gedicht stammt von Ferdinand Böhm aus Friesdorf, der die biblischen Geschichten in unnachahmlicher Weise in Verse gesetzt und dabei den Geschichten auch eine leicht abgewandelte, augenzwinkernde Fassung verpasst hat und dies in Bonner Dialekt – köstlich geschrieben und ebenso herrlich präsentiert von Gert.
Frei nach Heinz Erhardts Motto „Noch’n Gedicht“ enterte nun Peter Deteren die Bühne und trug ein Potpourri aus Gedichten von Christian Schubart („Mä(h)rchen“ und „Eismänner“) und Novalis („Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“) vor, die wunderbar zum Thema des Tages passten. Sein Vortrag bestand aber mehr aus den Interpretationen der Gedichte als aus den Gedichten selbst – so sind sie nun einmal, die Lehrer, auch die ehemaligen.
Mit 4Fun betrat nun ein Quartett aus zwei Sängerinnen und zwei Sängern auf. Mit interessanten Arrangements für gemischten vierstimmigen Chor präsentierten sie drei schöne, bekannte Lieder, die alle natürlich auch etwas Märchenhaftes haben. Der Ohrwurm „Only You“ von den Flying Pickets ist sozusagen ein Standard für Chöre, die Popmusik interpretieren. „The Rose“ haben wir im Folk Club schon mehrfach gehört aber nicht in dieser Version, sehr schön gesungen. Als Märchen vom Konsum stellten die „Vier Späße“ (auch eine mögliche Interpretation des Namens) Janis Joplins legendäres Lied „Mercedes Benz“ vor. Eine super Idee, das Lied, das auch zu John Harrisons Repertoire gehört, mal in mehrstimmiger Version vorzutragen – Bravo, Ihr Vier Späße!
Das folgende Trio namens „Bernhard und Gebläse“, bestehend aus Lucia, Mareike und natürlich Bernhard, stellte nun eine für Folk Club-Verhältnisse völlig außergewöhnliche Formation dar: Oboe (Lucia) und Fagott (Mareike) hatten wir hier noch nie, lediglich die Gitarre (Bernhard) ist sozusagen das Brot-und-Butter-Instrument. Ihr Stück, die „Sonatine über Finnische Volkslieder“ von Herbert Baumann besteht aus drei Sätzen. Offenbar kommt das Folk-Club-Publikum doch nicht aus dem Bildungsbürgertum wie von Gitarrist Bernhard bei seiner Einführung in das Stück erwartet. So gab es zwischen den Sätzen trotz vorheriger Ermahnung artiges Klatschen – na, ja. Die drei trugen das sehr anspruchsvolle Stück wunderbar munter und einfühlsam vor und waren vor allem mit den beiden exquisiten Doppelrohrblatt-Instrumenten ein wahrer Ohrenschmaus. Ein kleiner Blick in die (fast) allwissende Youtube-Kiste zeigt, dass wir es zudem mit einem Stück zu tun haben, das offenbar noch keine weite Verbreitung gefunden hat. Es gibt dort nur eine einzige und zudem unvollständige Präsentation des Stückes. Bernhard und Gebläse, das solltet ihr mal ändern!
Hatte Gert Müller schon mal mit Bonner Platt angefangen, so setzte Ingrid Stachetzki am Klavier begleitet von Barry Roshto mit ihren Liedern noch eins drauf: Es gibt nicht nur Karnevalslieder in Rheinischer Mundart, sondern auch wunderbare Lieder zur Weihnacht. Ingrid und Barry stellten einige davon vor: „Bal brennt et Bäumche“, „Mööd unger’m  Tannebaum“ und „Jeder kann jet dun“ von den kölschen Musik-Urgesteinen Hans Knipp, Hartmut Priess und Günter Lückerath besingen Weihnachten nicht klebrig-süß sondern nachdenklich und mit einer guten Portion rheinischem Humor. Barry begleitete gefühlvoll und zurückhaltend, so dass Ingrids wunderbar präsente und intonationssichere Sopranstimme schön zur Geltung kam. Als Abschluss gab es noch mit „Et hätt alles ne Anfang“ eine kleine Zugabe – Bravo Ingrid und Barry!
Als ob es eine Absprache gegeben hätte, betrat gleich danach mit Rita Nattermann die nächste Gesangssolistin die Bühne, diesmal am Klavier begleitet von Günter Peters. „Irgendwo auf der Welt“ von den Comedian Harmonists hat natürlich auch etwas Märchenhaftes ebenso wie Paul Linckes „Es war einmal“ aus der Operette „Im Reiche des Indra“. Zum Abschluss gönnten die beiden dem Publikum mit „Muss I denn“ etwas zum Mitsingen – herrlich! Applaus für Rita und Günter.
Wenn Jutta Mensing dem Folk Club einen Besuch abstattet, hat sie meist wenigstens ein Lied dabei, so auch diesmal. Ohne Umschweife und ohne Begleitung sang Jutta das wunderbare Lied mit dem Text Heinrich Heines „Die Loreley – Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“. Ein toller Beitrag von Jutta zum Motto des Abends und eine super Gelegenheit für das Publikum, seine Chorqualität zu beweisen.
Stichwort Chor: Eine zweite Formation mit der zweideutigen 4 im Namen betrat die Bühne. Die vier Damen des Quartetts note-4-note (ja, alles kleingeschrieben!) widmen sich der Barbershop-Musik, einem Musikstil, der Gänsehaut verursacht und den euer Chronist gern viel häufiger im Folk Club hören würde. Miriam, Claudia, Regine und Monika hatten zwar keine Lieder mit Bezug zu Märchen auf Lager, präsentierten sich dafür aber mit märchenhaften Utensilien (Frosch und Prinzessin). Aber, um es vorweg zu nehmen, der Deko bedurfte es nicht, es reichte ihre märchenhafte Musik. Los ging’s mit „Sing-Sing“ von Serena Ryder im Arrangement von Joey Minshall. Mit diesem ganz schön komplizierten Stück gut warmgesungen kam das Lied „Birth of the Blues“ von B.G. De Sylvia und Lew Brown mit der Musik von Ray Henderson im Arrangement von Carolyn Schmidt an die Reihe“. Euer Hofberichterstatter war hin und weg. Wunderbare Stimmen, die sich so herrlich ergänzten, dass der prickelnde und berückende Close-Harmony-Sound unvermittelt den Gänsehaut-Effekt erzeugte. „Love Will Keep us Together“ von Neil Sedaka und Howard Greenfield im Arrgangement von Renee Craig war von ähnlichem Kaliber. Natürlich mussten die Vier mit einer Zugabe ran. Sie kam mit „An Irish Blessing“ in einer eurem Berichterstatter unbekannten, aber umso märchenhafteren Version im Arrangement von Don Gray. Mädels, ihr habt ja nach eigenem Bekunden bislang nur ein kleines Repertoire. Das müsst ihr dringend vergrößern und dann mit den neuen Edelsteinen wieder im Folk Club auftreten – Riesenapplaus für die vier kleingeschriebenen Noten!
Nun, mittlerweile hat es für den Dezember Folk Club schon Tradition, dass uns unser Freund Simon Kempston aus Edinburgh als „Special Guest“ beehrt. Simon platziert seine sonstigen Tourneeauftritte stets so, dass eine Lücke für den Dezember-Folk Club in Bonn bleibt. Nach eigenem Bekunden ist dieser Auftritt für ihn der Höhepunkt des Jahres. Nun, wir fühlen uns sehr geehrt und können sagen, dass wir dies auch von unserer Seite so sehen. Neben einigen bekannteren Liedern präsentierte Simon auch neue Stücke von seiner druckfrischen CD „Onwards She Travels“. Die CD enthält ausschließlich instrumentale Stücke, die mit ihrer musikalischen Transparenz und Simons brillanter Gitarrentechnik bezaubern. Ein herrliches Weihnachtsgeschenk, und viele Zuhörer nutzten die Gelegenheit, sich mit CDs für sich und/oder ihre Lieben einzudecken.
Obwohl, wie bereits erwähnt, Simon viele seiner Stücke hier nicht zu ersten Mal gespielt hatte, lohnt es sich doch immer wieder, sie aufs Neue zu hören. Die Interpretation wird zunehmend reifer, brillanter und fesselnder. Besonders berührt war euer Chronist von den Liedern „You and I Must Remember Them“ und „Sweet Release“. Auch die Reaktion des Publikums spricht Bände: es ist so still – Ihr wisst schon, die Stecknadel. Als Abschluss seines Konzerts gab es noch etwas für die Seele mit dem einzigen Stück, das nicht aus Simons eigener Feder stammte: „Caledonia“ von Doughie MacLean aus dem Jahre 1977 – herzerwärmend. Das Publikum dankte Simon für die wunderbare Musik mit einem überwältigenden Applaus.
Für alle, die Wert auf Vollständigkeit legen, hier die Liste der Stücke, die uns Simon spielte und sang: Down From the Docks, You and I Must Remember Them, Man of Peace, Sweet Release, If I Took You Back, Caledonian Blues, Belfast Night, Caledonia und die Instrumentalstücke Onwards She Travels, Till Death Do Us Part und The Dance of Realisation. Wir hoffen, dass Simon auch im kommenden Jahr wieder den Folk Club in seinen Bann schlagen wird.
Ja, und dann ging es wie immer erst heim, nachdem der Saal zuvor der guten Jock Stewart ordentlich hatte hochleben lassen – „A Man You Don’t Meet Every Day“.
Auf Wiedersehen im neuen Jahr 2018 beim Folk Club Nr. 87 im Januar mit der Kölner Band Schank, die LebeArt Köln mit der Zeile charakterisiert:
Wie keine andere hochdeutsche Band verkörpert SCHANK gerade das Kölner Lebensgefühl: Sympathisch krawallig, mitunter tiefgründig, dabei aber immer mit leichtem Augenzwinkern.“ Wir dürfen uns freuen.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Folk Club Bonn # 86 01.12.2017

John Hurd was back amongst us and gifted us this photo of Simon Kempston at the end of the evening, just after Jock Stewart, a song about another famous Scotsman, had been sung:



No wonder Simon calls us "The best folk club outside of Scotland", a high accolade indeed. Simon has played at most of the other folk clubs and he certainly holds a Folk Club Bonn record by having guested here no less than seven times. He even has seven different CDs of his own work to show for it.
Simon was first attracted to Folk Club Bonn in 2011, in our second year of existence, led along his path by Barry's shining light initiated by the folk club blog, the thing that you are currently reading now, which Barry L. Roshto created as a Rolls Royce of an internet presence for a Morris Minor of a provincial European folk club based in a small town in Germany.

This December John Hurd with his 3SongsBonn English language musical website also wrote a review of the evening accompanied by his usual collection of stunning photos:

https://3songsbonn.com/2017/12/03/christmas-folk-tales/

Enjoy.

Many thanks John






Donnerstag, 30. November 2017

Detlefs Bericht vom Folk Club Nr. 85 am 3. November 2017


Folk Club Bonn am 3. November 2017 – Ein Abend zum Träumen

„Träume“ lautete das Motto des Folk-Club-Abends am 3. November 2017, aber dieses Motto ist an sich überflüssig, denn Musik hat immer etwas Traumhaftes – mit oder ohne Motto. Somit passten im Grunde alle Beiträge zum Thema des Abends, fast alle, denn der traditionelle Schlachtruf unseres Zeremonienmeisters John Harrison riss schlagartig alle Gäste aus ihren möglicherweise noch bestehenden Träumen.
Aber dann erlaubte John mit seinen Beiträgen dem Publikum, wieder zu andächtigerer Stimmung zurück zu kehren. „Angel in Disguise“ ist ein Lied eines Jugendfreundes von John namens Jonathan Ole Wales Rogers, der damit den für ihn unverständlichen Wandel seiner Freundin nach den Sommerferien beschrieb. Nur begleitet mit seiner Mundharmonika trug John das bekannte Lied „Come On In My Kitchen“ von Altmeister Robert Johnson vor.  Johnson hatte dieses Lied zur Gitarre gespielt und gesungen. Er war angeblich auch ein sehr guter Mundharmonikaspieler. Von seinen Künsten auf diesem Instrument existieren allerdings keine Tonaufnahmen.
Etwas überrascht waren die Zuhörer, als John sie mit einem kleinen selbst gedichteten Limerick konfrontierte. Ehe das Publikum realiserte, dass ein Gedicht begann, war es auch schon vorbei. Ja, so ist das mit den Limericks. Sie sind kurz und prägnant, und wer träumt, verpasst den Witz (donnerwetter, diese zwei Sätze sind ungewollt schon ein kleines Gedicht, fast ein Limerick). Daher hier noch mal der Text für alle, die geträumt hatten:
Der Titel heißt: „Mint Scented Temporal Limerick Rhyme Perfume“
„Rickie Rhyme had arms of thyme,
And like a clock
he ticked,
In Provence grew lavender,
But it was rosemary he picked.“

Ja, das war schon etwas für Leute, die bei englischen Wortspielen der höheren Art noch mitkommen. Vielleicht sollte John den Limerick mal bei seinen Dienstags-Englischkursen (sehr empfehlenswert – Ende des Werbeblocks) analysieren lassen. Vielleicht ist das aber bereits geschehen. Beim nächsten Folk Club werden wir John bitten, die Geschichte mal (auf Deutsch) für alle aufzudröseln, die nicht Anglistik studiert haben. Immerhin, er erklärte bereits vor seinem Gedichtvortrag, dass ihm erst nach der Fertigstellung des Gedichts klar geworden sei, dass der Bezug zu mint (Pfefferminz), den wir im Titel lesen, insofern einen Sinn ergeben hatte, als die anderen zitierten Pflanzenarten (Thymian, Lavendel und Rosmarin) zur selben Pflanzenfamilie wie die Minze gehören. Das unterbewusst Gewusste hatte sich, quasi über das Medium des Gedichts, seinen Ausdruck verschafft – sehr verwickelte Geschichte.
Etwas lockerer und weniger träumerisch ging’s danach beim „Stone Fox Chase“ zur Sache. Das ist ein wunderbares Instrumental von Charly McCoy, das John auf seiner Mundharmonika spielte. Bravo John und ein herzlichere Applaus von deinen Fans.
Blue Lavender hieß die nachfolgende Gruppe, die mit drei Harfen, einem Hackbrett und einem Kontrabass eine für den Folk Club recht außergewöhnliche Konstellation aufwies. Aber welch herrliche Melodien produzierten die fünf Frauen – wahre musikalische Träumereien! Nach dem ersten rein instrumentalen Stück mit genau diesem Titel „Musikalische Träumerei“ erklang die Komposition „Lavender’s Blue“ mit Gesangsbegleitung, bei der die Fünf noch männliche Stimmunterstützung erhielten. Das für viele sicherlich nicht ganz unbekannte „Scarborough Fair“ ist wie geschaffen für die Begleitung durch Harfen. Das letzte Stück war wieder rein instrumental und trug den Namen „Der letzte Tanz auf der Sonne“ – herrliche Musik für gute Stimmung. Toller Applaus für die Fünf bzw. Sechs verbunden mit der Hoffnung auf einen erneuten Auftritt.
Daniel Nowak aus Köln präsentierte uns seine eigenen Lieder zur Gitarre. Mit der „Der Kirschbaum“ präsentierte er eine musikalische Reminiszenz an seine Jugend in Norddeutschland. Das nachfolgende Lied über unerfüllte Wünsche kommentierte Daniel dann mit den Worten „Manchmal ist es besser, wenn ein Traum sich nicht erfüllt“, wie wahr.
Ganz ungeplant, unerwartet und daher umso froher begrüßt standen plötzlich zwei alte Gefolgsleute des Folk Clubs im Raum: Tatjana Schwarz und Ralf Haupts alias 2Sunny waren nach einem Jahr Auszeit mit Rundreise durch Europa wieder nach Bonn zurückgekehrt. Mit der Rundreise hatten sie sich einen lang gehegten Traum erfüllt. Einer ihrer ersten Gänge nach ihrer Rückkehr führte sie zum Folk Club – wie rührend und wie schön. Natürlich gaben sie auch etwas zum Besten. Ralf hatte zwar kein Instrument dabei, aber im Folk Club gibt es immer genug Gitarren. „Ruhe nach dem Sturm“ lautete ihr wunderbares eigenes Lied, das schon mehrmals im Folk Club zu hören gewesen ist. Mit einem toll gesungenen und gespielten „Life, Oh Life“ von Des’ree beendeten sie ihren bejubelten Kurzauftritt. Wir dürfen nun wieder von wunderbaren Auftritten der beiden im Folk Club träumen.
Shay McVeigh aus Belfast in Nordirland lebt und arbeitet in Rheinbach. Zusätzlich zu seiner wunderbaren Musik arbeitet er als Maler, Grafiker und Bildhauer, ein echtes Multitalent also. Das Lied „Picasso“ handelt nicht vom unsterblichen Maler, sondern erzählt von einem Obdachlosen, der unter einer Brücke in New York lebt und sich in eine Schönheit auf einem Werbeplakat verliebt. Als das Plakat abgenommen werden soll setzt er durch, dass es bleibt – ein echtes Märchen, das aber tatsächlich so stattgefunden hat. Das Lied stammt von Citizen Cope. Ebenfalls ein Cover ist das Lied „The Lion’s Roar“ von First Aid Kit, einer schwedischen Mädchenband. Mit seiner sonoren Stimme gibt Shay den Liedern eine Atmosphäre, die an Bob Dylan erinnert – eine schöne Abwandlung von den Originalversionen. Applaus für Shay und seine wunderbare Interpretation der Lieder.
Axel Girnius, einer der Bluesgrößen aus unserer Region und Mitarbeiter des Godesberger Musikladens Musik Baum startete das nächste Set mit einem kunstvollen instrumentalen Blues-Walzer – ein wahrer Traum! Zusammen mit Bill (Norfried) Baum an der Slide Gitarre ging danach die Blues-Post ab, und John Harrison wurde gleich eingeladen, das Stück mit seiner Harmonika zu komplettieren – herrlich. „It’s all Right“ von Elvis Presley wurde danach nur von Axel und Bill intoniert. Das Publikum tobte! Wie Bill dem verdutzten Publikum erklärte, hatten eigentlich sie die Melodie erdacht, als sie sich 1954 nach einem anstrengenden Tag auf den Baumwollfeldern von Memphis mit einer kleinen Gitarrensession an einer Haltestelle niederließen und ein wenig entspannten. Damals kam ein Typ mit Schmalzlocke vorbei und hörte ihnen ein paar Minuten zu. Erst viel zu spät merkten sie drei Wochen später, dass dieser Typ mit ihrer Musik im Radio einen Hit gelandet hatte. Ist es nicht ungerecht? Aber immerhin, wäre die Sache anders verlaufen, wären die beiden vielleicht bereits im Himmel der Rockstars, und stattdessen würde jetzt der Typ mit der Schmalztolle beim Folk Club um einen Floor Spot betteln. Wie doch Kleinigkeiten die Weltgeschichte verändern können! – Wer Lust hat, kann die Geschichte ja weiterträumen. Wir aber kehren zurück zu den etwas irdischeren Realitäten: Die beiden schlossen ihr herrliches Set ab mit der Erkennungsmelodie der Blues Box aus dem legendären Pop Shop im seinerzeitigen SWF 3. Die Melodie stammt von BB King und Alexis Corner – das waren Pionierzeiten der Popmusik im öffentlich rechtlichen Radio. Axel und Bill, Ihr seid echte Könner und Kenner! Noch eine kleine Anmerkung für Gitarrenspezialisten: Durch die Anwesenheit von Bill und Axel und ihre kleine Gitarrenpräsentation vor dem eigentlichen Folk Club gab es erstmals gleichzeitig vier Martin Gitarren im Folk Club.  
Der heutige Tag, war der Tag der großen Gruppen. Als „Hauschor TONS“ (TONS steht für „The One Night Stand“) stellte Bernd Wallau aus Bad Godesberg sein Ensemble vor, das aus zahlreichen FC-bekannten Akteuren bestand und das Bernd zu einem tüchtigen Einweg-Projekt-Ensemble zusammengefügt hatte. Die Auswahl der Stücke hatte Bernd sehr folgsam am Thema des Tages ausgerichtet: Abbas „I Have a Dream“ erklang in wunderbarem mehrstimmigen Satz mit Bernds Klavierbegleitung. Selten gehört im Folk Club sind die wunderbaren Lieder der deutschen Romantik. Das Lied „Das Leben ist ein Traum“, ein Gedicht von Johann Christoph Wannovius und von Franz Schubert mit musikalischem Leben ausgestattet, durfte diese Lücke füllen. Bernd Wallau hat auch etwas dazu beigetragen, indem er die ursprüngliche Fassung für Klavier und drei Frauenstimmen zu einer Fassung für gemischten Chor a capella umgeschrieben hat – sehr professionell, aber Bernd der Schlingel, hat eine Strophe, die für die damalige Zeit bezeichnend ist, einfach weggelassen. Damit ihr nicht im Dunkeln wandeln müsst, hier der Text der weggelassenen Strophe:
„Wohl dem, der nach der Nacht
Des Grabes froh erwacht,
Den nicht die Stimme schreckt,
Die aus dem Schlummer weckt.“
Ja, ja mit dem Jüngsten Gericht haben wir es heute nicht mehr so, aber wir entkommen ihm nicht!
Erneut zurück auf die Erde: Bei „California Dreaming“ von den Muttis und Vatis (The Mamas and the Papas) merkte man, dass der Chor mit der Musik richtig Spaß hatte. Sogar eine kleine gepfiffene Einlage gab es. Das wunderbare Lied beendete der Chor mit einem herrlichen Wechsel in einen Dur-Schlussakkord – Gänsehautmäßig! Den letzten Traum präsentierte uns der Hauschor TONS mit dem Lied „Dream When You’re Feeling Blue“ von Johnny Mercer in einer Barbershop-Version – traumhauft! Großer Applaus für Bernd Wallau und den Hauschor TONS (trotz weggelassener Gerichts-Strophe). Schade, dass der Chor sich nur für den heutigen Abend zusammengefunden hatte.
Dieter Faring, unser Mann für verfeinerte Lyrik-Beiträge hatte sich diesmal etwas ganz besonders Feines ausgedacht: Im Wechsel mit seinen Rezitationen von Gedichten von Rainer Maria Rilke spielte sein Freund Emanuele Torrente (stammt aus Florenz, wohnt aber in Bad Godesberg) auf der Gitarre traumhafte Stücke von Manuel M. Ponce (Prelude Nr. 5), J. S. Bach (Präludium in C, BWV 846 und Andante, BWV 1003) und Heitor Villa Lobos (Etüde Nr. 1), Gitarrenmusik vom Feinsten. Dieter hatte seine Gedichte wunderbar passend zum Thema Träume ausgesucht und trug die nicht unkomplizierten, verschlungenen Texte frei und ohne Spickzettel vor. „Ich bin zuhause zwischen Tag und Traum“, „Rosennacht“, „Ich will du sein“, „Und wie mag die Liebe dir kommen sein“ und „Als Mahl begann’s“ war Dieters Auswahl der romantischen Gedichte, mit der er uns in eine Art verzückten Traumzustand versetzte – großartig. Bravo Dieter und Emanuele!
Nach diesem poetischen Feuerwerk hatten Gerald Löhrer und Karin Schüler die nicht ganz leichte Aufgabe zu bewältigen, das Publikum wieder ins Diesseits zurück zu holen. Aber auch Sie bemühten die Traumwelt mit dem Klassiker der Muttis und Vatis „Dream a Little Dream of Me“, Karins Kazoo riss uns zwischendurch aus unseren Träumen – herrlich. Weiter ging es mit den Träumen der Eurythmics. „Sweet Dreams“ heißt das wohl bekannteste Stück des Duos, das quasi beim Auseinanderbrechen der beiden entstanden ist – wohlgemerkt der Eurythmics, nicht von Karin und Gerald! Mit „Change The World“, dem von Eric Clapton bekannt gemachten Lied, beendeten Karin und Gerald ihr Set. Eurem Hofberichterstatter gefiel dieses Lied am besten von den drei Stücken der beiden. Angefangen vom herrlich gespielten Intro über das wunderbare jazzige einfühlsame Zusammenwirken der beiden Stimmen bis hin zu der immer wieder sparsam aber gekonnt eingeflochtenen Gitarrenbegleitung von Gerald – wirklich beeindruckend vorgetragen.
Mit einem einzelnen Lied präsentierte sich Klaus Simon, der bereits mehrfach im Folk Club aufgetreten war. „Unsicheres Erinnern von Traum zu Traum“ lautete die erste Zeile seines Liedes, das eine Verbindung zwischen einem Baum und einer Gewebestruktur im Gehirn des Menschen herzustellen versucht. Klaus thematisiert eine Beobachtung eines Baumes, der an einem abrutschenden Hang im Siebengebirge wächst. Der Hang bewegt sich so langsam, dass es dem Baum gelingt, sich durch neue Wurzeln immer wieder an dem Hang festzuklammern.
Den Abschluss des Abends bildete die Gruppe „Emdo“, bestehend aus sechs  (Freizeit-)Sängerinnen und vier Sängern um Uwe Johann. „A Sheiling“ ist ein Lied über eine Liebe im schottischen Hochland. Sheiling bezeichnet die Hütten im Hochland aber auch die Sommerweiden der Schafe, einen symbolischen lieblichen Ort also. Weniger lieblich ist der Löwe, der angeblich nachts schläft. „The Lion Sleeps Tonight“ ist ein Lied mit wechselvoller Geschichte aus dem Jahr 1939, beginnend mit einem finanziell fast leer ausgegangenen südafrikanischen Autor und Riesenerfolgen Jahrzehnte später, mit der Version der Tokens aus dem Jahre 1961 als bekanntester Fassung – und nun in vielstimmiger Präsentation von Emdo. Dank schöner Frauenstimmen konnte die Gruppe auf die Falsettstimme von Jay Siegel verzichten – Herrlich! Ja, und was öfter vorkommt im Folk Club, es gibt Dubletten. Diesmal betraf es das Lied „Sweet Dreams“ von den Eurythmics. Das war aber alles andere als ein Beinbruch, denn Emdo präsentierten das Lied in einer völlig anderen Fassung als Karin und Gerald, als kunstvoll verschlungene a capella Version – beeindruckend! Etwas Deutschsprachiges hatten sie auch im Gepäck und dann gleich von den Bläck Fööss: „Kütt joot heim“. Das war natürlich auch was zum Mitsingen. Bravo Emdo!
Der Abend war aber noch nicht ganz zu Ende. Es hatte sich ein junger Mann aus Belgien zum Folk Club gesellt, der mit einer Gruppe anlässlich der Weltklimakonferenz mit dem Fahrrad aus Wallonien nach Bonn gekommen war. „A Heart of Gold“, das legendäre Lied von Neil Young war der Beitrag von Noe aus Belgien zum Folk Club Nr. 85.
Es ist schon beeindruckend. Der Folk Club hatte eigentlich zwei Featured Artists eingeplant, die beide abgesagt hatten. Dennoch war ein hochkarätiges Programm zusammengekommen, und das alles ohne Kommerz.
Ja, und dann ging es nicht heim, ohne den guten Jock Stewart ordentlich hochleben zu lassen – „A Man You Don’t Meet Every Day“.
Auf Wiedersehen beim Folk Club Nr. 86 im Dezember erneut mit unserem besonderen und nun schon für den Dezember traditionellen Gast Simon Kempston aus Edinburgh.