Donnerstag, 9. Februar 2017

The February meet of Folk Club Bonn was fortunately graced by the presence of John Hurd from 3SongsBonn whose succinct prose and photographic skills are deservedly well renown on this portal.

Barry once poignantly observed that every Folk Club Bonn could be considered a "Gesamtkunstwerk" and February was certainly no exception. As the evening came to a close our Folk Club Bonn anthem, "Jock Stewart" was even enhanced by a tuba solo..

https://3songsbonn.com/2017/02/06/migrating-to-folk-club/


Every single person in the room was a descendant of someone who, once upon a time, had been born in Africa and must have had a certain "get-up-and-go" in order to have got up, and headed north.

Whoever "they" and "we" all are, or once were,  I'll wager nobody, including me, was expecting a tuba solo during Jock Stewart so far south and east of Scotland in a small town in Germany.

We sing "Jock Stewart" usually at the close of each Folk Club Bonn but it is the very first time that we have performed it with a tuba solo, so special thanks to  GeWe Spiller for blowing those low notes.

If you wish to join in at the end of a first Friday of the month evening then Folk Clubbers can find  "Jock Stewart",  both the lyrics and the notes lower down on the right hand side of this page under :

Other Resources


See you all on March 3rd

Gruß,


John




Dienstag, 31. Januar 2017

Detlefs Bericht vom Folk Club 76 im Januar 2017




Folk Club Bonn am 6. Januar 2017 – Jahreszeiten

Fast schon traditionell startet der Folk Club ins Neue Jahr ohne besonders angekündigte „Featured Artists“ oder „Special Guests“, also quasi mit Bordmitteln und natürlich einem Motto. Diesmal lautete es „Jahreszeiten“. Dass der Folk Club jederzeit auch mit Bordmitteln einen Abend zum Verlieben bescheren kann, ist das wirklich wunderbare an dieser Institution, die nun in ihr achtes Jahr gestartet ist.
Wie üblich übernahm John Harrison das Warm up, nicht ohne zuvor mit seinem markerschütternden Begrüßungsruf die Aufmerksamkeit aller Quasselstrippen gnadenlos in Richtung Bühne auszurichten. An dieser Stelle sei bemerkt, dass John in den sieben Jahren des Folk Club keine einzige der inzwischen 76 Sessions versäumt hat. Euer Chronist ist sich gewiss, dass er der Einzige  ist, der das von sich behaupten kann – Chapeau!
Nun genug der Orden und Ehrenzeichen und stattdessen hinein ins Vergnügen! Obwohl noch kein Schnee gefallen war, interpretierte John das Motto des Abends gleich mit der Schneeschmelze: „The Snows, They Melt the Soonest“. Das traurige Lied über die Vergänglichkeit sang John zu eigener wunderbar sparsamer Gitarrenbegleitung.
Herzlichen Dank an John Hurd, 3SongsBonn, für das Foto
Mit „Night Watchman Blues“ von Altmeister Big Bill Broonzy machte John auch auf seine eigene Tätigkeit als Englisch sprechender Bonner Nachtwächter (Stadtführungen am Abend im Gewand eines Nachwächters aus dem 17. Jahrhundert ausgestattet mit Laterne und Hellebarde) aufmerksam. Er wurde dabei diesmal nicht von Paolo Pacifico sondern von seinem (deutschsprachigen) Nachtwächterkollegen Christoph Thiebes auf der Mundharmonika begleitet. Alle Achtung, es gibt noch mehr tolle Harmonikaspieler in Bonn, als wir bislang gedacht hatten. Speziell für euren Chronisten stimmte John dann das schöne Lied „Summertime“ von George Gershwin an, das zwar nicht recht zur aktuellen Jahreszeit passte, aber voll und ganz zum Thema des Abends.
Simon beglückte uns danach mit einem selbst geschriebenen Lied, in dem er einen gerafften Rückblick auf das vergangene Jahr präsentierte. „Wir verlosen für das neue Jahr eine Freifahrt für das Leben“ lautete am Schluss der Ausblick auf 2017. Eine schöne Idee und wunderbar präsentiert.
Im Andenken an den kurz zuvor verstorbenen Knut Kiesewetter sang Jutta Mensing sein gefühlvolles plattdeutsches Lied „Fresenhof“. Damit hatte sie gleich auch einen Beitrag zum Thema des Abends geliefert, denn im „Fresenhof“ geht es auch ums Wetter und zwar vor allem um Herbst- und Winterwetter. „Komm aus den Federn, Liebste“, auch von Kiesewetter, ist ein Scherzlied über eine Braut, die zu lang schläft und zu spät zur Hochzeit kommt. Anders als es sonst ihre Gewohnheit ist, sang Jutta diesmal nicht a capella sondern begleitete sich beim ersten Lied sehr schön auf der Gitarre und beim zweiten auf einem kleinen Akkordeon. Jutta kannte den Liedermacher persönlich. In den Siebziger Jahren hatte sie Kiesewetter kennen gelernt, als sie mit der Folk Band „Moin“ auftrat. Kiesewetter verhalf ihnen zu Auftritten und Plattenaufnahmen.
Eine andere Seite von Kiesewetter beleuchtete Gerd Schinkel, der in dessen Fresenhof seine beiden LPs aufgenommen hatte. Noch im vorigen Sommer habe er den Liedermacher nach langer Zeit wieder besucht und leider einen verbitterten alten Mann vorgefunden so ganz anders, als er ihn von früher gekannt habe, berichtete Gerd betrübt. Traurig ist auch, dass Kiesewetters Tod kurz vor Jahresende 2016 den Zeitungen nur eine Randnotiz wert war. Der Mann hatte immerhin vor vierzig Jahren in Deutschlands Musikszene einen großen Namen. Wir freuen uns, dass Gerd Schinkel nicht in Trübsal versunken ist und es versteht, seine Lieder stets aufs Neue mit hintersinnigem Humor zu würzen. Sein schwungvolles Lied mit dem Ausblick auf das Wahljahr 2017 jedenfalls ließ uns schmunzeln, obwohl uns der Ausblick auf Manches das Lachen eher im Halse stecken bleiben lassen kann.
Mal etwas anderes bescherte uns Steve Perry, der uns mit Melodien auf seiner Viola Caipira musikalisch um die Welt schickte und das Publikum raten ließ, welche Länder er auf seiner Reise angesteuert hatte. Es war nicht ganz einfach, das Ergebnis zu erraten, aber ein paar Länder wurden dann doch richtig genannt. Der glückliche Sieger erhielt eine Schachtel Konfekt.
Ein musikalisches Glanzlicht setzte der Auftritt von Heike Winkhoff, begleitet von Frank auf der Gitarre. Mit ihrer glasklaren, variablen und schlichtweg berückenden Altstimme interpretierte sie ein Stück, das eigentlich aus zwei Liedern besteht: „Colder Month“ von Alpha Rev und „Peaceful Habor“ von Flying Colors. Frank lieferte die wundervolle Fingerpicking-Begleitung auf der Gitarre – das Publikum war hin und weg. Es folgte Franks Eigenkomposition „Seventies“ über eine Nacht und einen Tag in den Siebzigern. Von Emanuil Vidinski, einem bulgarischen Musiker und Schriftsteller, der auch einige Zeit bei der Deutschen Welle gearbeitet hat, stammt das Lied „Not for a While“. Wunderbar zart und gefühlvoll wurde es von Heike und Frank interpretiert – zum Weinen schön. Als Zugabe erhielt das Publikum dann das Lied von Stephan Sulke „Mein Lieber Onkel May“ – irgendwie indirekt auch ein Beitrag zum Thema Jahreszeiten.
Ein kleines Feuerwerk zündete danach Melchi Vepouyoum aus Kamerun. Allein begleitet von einem Rhythmusinstrument bestehend aus zwei Kugeln, die an Schnüren durch die Hände geschleudert werden (Niass) sang Melchi mit einer Stimme wie ein Vulkan ein Lied aus seiner Heimat in mehreren Sprachen. „I Need Someone, to Show Me the Way“ lautete eine Zeile auf Englisch. Das schwungvolle Lied wurde hin und wieder begleitet von Entzückensschreien seines kleinen Sohnes, der offenbar einer von Papas größten Fans ist. Am heutigen Abend hat Melchis Fangemeinde aber mächtig Zuwachs erhalten. Ein weiteres Lied in seiner Muttersprache Bamum befasste sich mit dem Heiraten (Lám). Die Eltern mischen sich zu sehr in die Heiratspläne der Kinder ein. Melchi lieferte eine kleine Zusammenfassung des witzigen Liedes, bei dem er sich auf der Gitarre begleitete. Tolle Gitarrenbegleitung und noch tollere Stimme lieferten das richtige Gänsehautgefühl bei „Hotel California“ von den Eagles – fantastisch! Ohne Zugabe durfte Melchi natürlich nicht von der Bühne. Etwas zum Nachdenken behandelt das Lied in Melchis Muttersprache Bamum: „Fomge“ (morgen) lautet der Titel. Es geht darum, dass man über die Freude des schönen Augenblicks nicht das Morgen aus dem Auge verlieren darf. Bravo, Melchi, wann kommst wieder in den Folk Club?
Nach so viel herrlicher Musik präsentierte uns Gert Müller in Gedichtform die Siegfried-Sage auf Bönnsch Plaat. Das Gedicht von Ferdinand Böhm aus Friesdorf offenbarte, dass die Dichter des Nibelungenliedes die Sache mit dem Lindenblatt völlig falsch verstanden hatten. Das berühmte Blatt, das die Schwachstelle in Siegfrieds Drachenblut-Panzerung verursachte, lag offenbar an einer ganz anderen, wesentlich delikateren Stelle „Datt Blättche hätt janz woanders jesesse“. Großer Applaus für Gert und den köstlichen Spaß.
Kurzentschlossen hatten sich am Abend Günter Peters, der uns auch in der Pause mit Melodien am Klavier unterhalten hatte, und Bob Marabito zusammengefunden. „I Can’t Give You Anything But Love“ ist ein Jazzstandard aus den Zwanziger Jahren, den beide mit Bravour meisterten. Bravo Jungs, für euren spontanen Auftritt.
Zum Abschluss des Abends durften drei junge Herren, Michael Daehnert, Ramin Kazeni und Tilman Wehry, ans Werk. Nach einer kleinen Anfangsnervosität erklang das schöne Lied „Follow the Heron“ der Schottin Karine Polwart, mit dem der Frühling thematisiert wurde. Der Herbst bekam seine Aufwartung mit „Autumn Leaves“, einem berühmten Lied mit bewegter Vergangenheit. Komponiert von Joseph Kosma nach einem Gedicht von Jacqes Prévert als „Les feuilles mortes“, wurde es von Johnny Mercer ins Englische  übertragen und erheblich verändert. Zahllose Sänger und Instrumentalisten haben das Lied seither interpretiert. Unsere jungen Künstler brauchen sich dabei keineswegs zu verstecken. Michael lieferte dazu noch ein tolles Gitarrensolo. Auch der Sommer kam dran mit „Summer of 69“ von Bryan Adams. Jetzt war die Truppe richtig warmgelaufen, und auch das Publikum kam in Schwung. Im Publikum saßen offensichtlich reichlich Damen und Herren, die sich noch lebhaft an den Sommer des Jahres 1969 erinnern und die Textzeile „Those were the best days of my life“ nachempfinden konnten. Der Applaus war dementsprechend, und das Trio musste noch eine Zugabe nachlegen. „Jumpin’ Jack Flash“ von den Stones war dann – rein zufällig – ein Lied aus ebendieser Zeit mit dem gewünschten Erfolg beim Publikum. Großeltern und Enkel vereint in musikalischer Verzückung, das ist Folk Club Bonn. Auch diese drei Musiker sind hoffentlich nicht das letzte Mal auf dieser Bühne gewesen.
Ja, mit soviel Wohlbehagen vollgepumpt ging es dann nach Hause, nicht ohne zuvor noch den ollen Jock Stewart besungen zu haben.
Im Februar begrüßt der Folk Club dann seine treuen Gefolgsleute und natürlich auch alle neuen Gäste mit den Auftritten von Gerd Schinkel mit Kanuten und Zaiten-Pfeiffer. Natürlich gibt es neben den beiden Featured Artists auch wieder Floor Spots. Und wie immer werden wir sicherlich kleine Edelsteine entdecken dürfen.

Dienstag, 24. Januar 2017

Sabines und Detlefs Bilder vom Folk Club 76 im Januar 2017

John Harrison beim Warm-up





Jutta Mensing




Gerd Spiller


Steve Perry



Heike Winkhoff und Frank





Tonmeister Mario Dompke

Melchi Vepouyoum mit Niass



Melchis treuester Fan

Gert Müller, der noch unverfälschtes Bönnsch Plaat spricht


Günter Peters und Bob Marabito




Michael Daehnert, Ramin Kazeni und Tilman Wery





Barry Rohsto begleitet beim Rausschmeißer Jock Stewart


Donnerstag, 5. Januar 2017

Alle Jahre wieder – Simon Kempston im Folkclub


Laaaadiiiees and Gentlemen – manche Dinge bleiben halt beständig – so auch die Eröffnung des Abschlusses des Folkclubsjahres 2016 (dies waren aber jetzt genug Genitive). John Harrison, MC (Master of Ceremonies) at FC Bonn und Watchman of English nights in Bonn in the year 1698, rief wieder alle zur Ordnung, um die Besonderheit des Folkclub Bonns zu leben. Reine, akustische Musik, angehört mit hoher Konzentration und Stille im Raum (mit Ausnahme der Momente, in denen kräftig mit gesungen wird). Musikalisch leitete er den Folkclub mit der Ballade „Take This Hammer“ ein, einem Lied welches als Gefängnis, Holzfäller und Eisenbahn Arbeiter Lied in der Literatur beschrieben ist und davon handelt, dass jemand einfach nicht mehr will und deshalb den Hammer an seinen Vorarbeiter zurückgibt und weggeht. Mit dem Blues „Little Red Rooster“ war John wieder in seinem Element. Er interpretierte das Stück von Willie Dixon mit Paolo Pacifico am Bluesharp mindestens ebenso gut wie die frühen Rolling Stones (von denen war es nämlich eine der ersten Erfolgssingles).
Nach dem bluesigen Anfang wurde es lyrisch. Gerd Müller (wie er selbst bestätigte, nicht das Fußballidol) brachte dem zuerst erstaunten, dann sehr erheiterten Publikum das Gedicht „Weihnachten op bönnsch“ dar. Erst im Dialekt werden so manche Zusammenhänge erklärbar – z.B. dass die drei Könige „e Püngelzüsch inne Hand“ hatten und so kam die Bescherung zustande.
Nicht nur große Musiker sollten im Folkclub geehrt werden, wenn Ihre Zeit beendet ist (leider mussten wir in 2016 ja eine ganze Menge davon verabschieden), nein auch andere Menschen, die großes bewirkt haben (unabhängig von sicher immer existierenden unterschiedlichen Bewertungen). So nahm Steve Perry kurzerhand seine 10 saitige Gitarre und spielte für Fidel Castro das Lied Guantadamerra (ich, Mario Dompke durfte ihn auf der sechsaitigen Gitarre begleiten). Das Lied ist eine Guaijra –Melodie der kubanischen Musik, welche ihren Ursprung in dem Gedichtzyklus Versos Sencillos („einfache Verse“) des kubanischen Nationalhelden José Martí hat. Übersetzt heißt der Refrain entweder Lied aus Guantanamo (und stellt auch heute noch eine politische Bedeutung dar) oder aber Bäuerin aus Guantanamo und wird so zum unverfänglichen Volkslied.
Simon Kempston, langjähriger Dezember Gast im Folkclub betrat nun als gern gesehener special guest die Bühne (Simon darf laut John jedesmal in den Folkclub kommen, wenn er eine neue CD mitbringt – und das tut er nun einmal im Jahr ). Er freute sich besonders im Tennisclub auftreten zu dürfen, weil er als Schotte zu der Bevölkerung des Landes mit dem besten Tennisspieler der Welt gehört. Mit dem Lied „If I Took You Back“ begann er seine musikalische Darbietung, die seinen besonderen Stil schon nach wenigen Tönen erkennen lässt. Seine ganz eigene Betonung von Wörtern und seine schottisch, irisch inspirierten Melodien in Verbindung mit seiner ganz speziellen Art von feiner und feinsinniger Lyrik machen Simon immer wieder zu einem Erlebnis. Das nächste Lied „Consequences Of A Kiss“ ist ein neues Lied von Simon und spricht eigentlich schon durch den Titel für sich. Mit dem nächsten Titel sprach Simon die Werksschließung des letzten Automobilwerkes in Schottland an. Hunderte von Arbeitsplätzen wurden vernichtet und so ist das Lied ein Liebeslied an the „Last Car“ und ein Protestlied gegen die damalige Regierung von Maggy Thatcher. An die Konsequenzen des Kusses knüpfte der nächste Titel an „There's A Hot Lady In My Bedroom“ - nun sei nur soviel gesagt, dass Simon sich entscheiden musste - zwischen einem beruhigendem Whiskey und …........... Damit der FCB jugendfrei bleibt, wurde dieses Lied als Instrumental auf der geliebten, alten, irischen  Gitarre von Simon gespielt.  Der erste Teil seines Auftritts wurde durch das Lied „Down From The Dock“ beendet, welches von zwei nicht gerade begnadet intelligenten Räubern erzählt.
Mit der Gruppe „Red Pack“ kamen nun zwei Musiker auf die Bühne, die zwar bereits seit mehreren Jahren zusammen musizieren, jedoch den Folkclub zum ersten Mal beehrten. Sonst mit Verstärker und Mikrofonen unterwegs, war es auch für die Beiden ein Experiment, ob ihre Musik rein akustisch ankommt. „Be My Downfall“, ein schottisches Lied der Gruppe Del Amitri war die Feuerprobe, die beide bravourös bestanden. So gestärkt wagten sie sich an ein weiteres Del Amitri Stück („Always The Last To Know“), welches ebenfalls mit viel Beifall des Publikums belohnt wurde. Abgeschlossen wurde ihr Floorspot durch das Crowded House Stück „Fall At Your Feet“. Die Reaktion des Publikums war eindeutig auch eine Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Red Pack.
Angekündigt als „der Mann mit Tina Turners Stimme“ kam nun der altbekannte Kämpe Lothar Prünte aka ELPI auf die Bühne. Gerade erst angekommen musste seine Gitarre noch nachgestimmt werden, doch dann fing er an – diesmal mit weniger bekannten Stücken, aber nicht weniger professionell. „I Love You“ ohne yeah, yeah, yeah, dafür von der Climax Blues Band. Ein Stück, dass eher bei der älteren Hälfte der Folkclubbesucher bekannt war. Auch nicht unbedingt bei der jungen Generation bekannt war die nächste Interpretation „Ambushed“ von der Gruppe Blue Rose. Den Abschluss machte Lothar etwas weihnachtlich mit dem Lied „I Believe in Father Chritsmas“, welches Lothar jahrelang bei Emerson, Lake & Palmer vermutete, jedoch irgendwann den wahren Ursprung in Greg Lake alleine fand (Tja, knapp daneben ist auch vorbei – vor allem, wenn die LP gesucht aber das Lied nicht gefunden  wird)
Nach der Pause zeigt Barry Roshto wieder einmal, wie stark Musik wirken kann. Alleine durch sein Klavierspiel schaffte er es, dass wieder Ruhe eintrat und das Publikum konzentriert seinem Vortrag lauschte. Dem Tagesmotto angepasst, spielte er eine  Eigenkomposition „I Lost“. Ein sehr gefühlvoll vorgetragenes Lied voller Emotionen, die nicht nur Barry mitrissen, sondern jeden im Saal. Mit der Ruhe dieses Liedes bereitet Barry den Bühnenboden für seine Tochter Emily. Auch schon gut bekannt im Folkclub weckt sie jedesmal die Erwartung, was nun wieder in ihrer musikalischen Entwicklung neues passiert ist – ein Genuss ihr zuzuhören ist es immer. Mit dem Song „I Lava You“ aus dem Disney Film verstand sie es – gemeinsam mit Barry – Kunst und Spaß gekonnt zu verknüpfen. Musikalischer Hörgenuss mit lachanregender Interpretation des Refrains, war genau etwas, das nach der Pause gebraucht wurde. Als drittes Lied des Floorspots wurde es wieder weihnachtlich. Mit dem Titel „The Christians And The Pagans“ wurden die an Festtagen immer andauernden „Streitgespräche“ und unterschiedlichen Meinungen in Familien, Gruppen und überhaupt angesprochen.
Rauchige aber samtige Stimme, eine Gitarre und eine Mundharmonika – zwei Personen, das sind „Precious Few“. Wer reinen Folk erwartet wird erstaunt. Eher Indie Pop. Mit dem Lied „Astronaut“ eröffneten die Beiden ihren Auftritt. Die Verbindung zum Abendthema wurde über die im All verlorene eigene Persönlichkeit hergestellt. Als nächstes wurde die virtuelle Liebe besungen. „Virtual Love“ besingt viele Situationen, in denen der persönliche Kontakt fehlt, ob Facebook oder Skype für Fernbeziehungen, die Virtualität ist tägliche Gegenwart in unserer Gesellschaft. Mit dem Song „Follow“ beendeten die Zwei ihren Gig, jedoch sicher nicht ihre Anwesenheit im Folkclub. Ich gehe fest davon aus, dass beide wiederkommen.
Nun wurde es voll und flott. Die Heartmanns kamen mit fünf Personen auf die Bühne. Mit ihrem Gitarristen Uwe Gillert war mindestens einer dem FCB Publikum bereits bestens bekannt. Und sie legten los. Mit dem ersten Titel „Reif für die Insel“ brachten sie ein Stück von eben jenem Uwe Gillert, der das Stück natürlich auch mit seiner Begleitung und einigen Soli bereicherte. Mit dem Stück „Jerusalem“ ging es weiter. Die Besetzung Stimme, Akkordeon, Gitarre, Bass und Percussion sind ideal für diese Musik. Stimmung machend und emotional treibt die Musik das Publikum zum swingen, mitsingen und bewegen. Das Akkordeon wurde für das nächste Stück gegen das Klavier getauscht, um sich einem imaginären Menschen gegenüber zu beklagen „Du bist so negativ“. Tja, auch das ein bekanntes Phänomen in unserer Gesellschaft (Wie sagte schon Schoppenhauer: Immer wird daran gedacht was einem fehlt, aber selten das gesehen, was man hat). Folgerichtig lautete das letzte Stück der Gruppe „Heute schon gelebt“. Diese Frage kann man sich gar nicht oft genug stellen. Schließlich ist selbiges kürzer als wir alle denken.
Nun kam eine weitere Würdigung eines kürzlich verstorbene, aber wohl immer im Gedächtnis verbleibendem Künstler. Leonard Cohen, der noch kurz vor seinem Tod sein letztes CD Album herausbrachte ist nicht zuletzt durch das Lied „Hallelujah“ bekannt geworden. Da alle dieses Lied kennen, wurde der gemeinsame Gesang eine große Hommage an den Künstler.
Mit dem Instrumental „Onward She Travels“ – wieder gespielt auf der alten irischen Gitarre – kam Simon Kempston wieder auf die Bühne. Das nächste Stück leitete Simon mit einer Anklage an die Ungerechtigkeiten der Welt ein – Donald Trump Präsident, Leonard Cohen tot und Schottland verliert im Fußball – ja, ich kann verstehen, dass das als ungerecht empfunden wird. Damit aber nicht genug. Simon erzählte die Geschichte, wie sein Freund und Geigenspieler in die Schweiz fahren wollte, an der Grenze nach den mitgeführten CDs gefragt wurde, die bei der Einfuhr einer Steuer unterliegen – so durfte für die potenzielle Geldquelle mehr an Zoll bezahlt werden, als diese beim Verkauf erwirtschaften konnten. Wie kann diese Geschichte besser als mit dem Titel „Man of Peace“ beschlossen werden? Für das nächste Stück („You And I Must Remember Them“) bat Simon darum, dass auch die Aufnahme auf youtube beachtet werden sollte (https://www.youtube.com/watch?v=BYRRsdl2sD4https://www.youtube.com/watch?v=BYRRsdl2sD4). Dort ist das Lied in einer wirklich anrührenden Umgebung aufgenommen. Nicht nur in Deutschland wurden städteplanerisch in den 60er/ 70er Jahren große Schandtaten vollbracht. Auch in der Heimatstadt von Simon wurde es zumindest versucht. Wie kann man Dundee so verschönern, dass daraus ein Bochum wird? Das Lied „A City Beautiful“ erzählt von einer (Gott sei dank nie vollendeten) Umgestaltung der Stadt. Den Abschluss des diesjährigen Simon Kempston Auftritts im Folkclub Bonn bildete der Song „A Canny Man“. Ein weiteres Instrumental, genauer gesagt ein shottish reel auf der Gitarre dargebracht. Hier kam dann auch ein weiteres Markenzeichen von Simon – das stimmungsvolle Jauchzen, welches jeden Zuhörer immer wieder erschreckt aufspringen lässt :-) Natürlich war es dann doch nicht der Abschluss, denn die Zugabe „Take Me Back To Belfast“ musste noch her.
Ein langer Abend, aber schee war er – und trotz des langen Abends durfte natürlich nicht das gemeinsam gesungenen „Jock Stewart“ fehlen.
Was bleibt noch zu sagen? 
Der nächste Folk Club findet am 6. Januar 2017 statt – seid also nach der Silvester Party wieder ausgeschlafen und kommt zum hören, mitmachen und wohlfühlen.