Sonntag, 1. Januar 2012

eMail from Simon Kempston
Special Guest at FC 21

November 2011

Hello John, Barry & Detlef,

How are you all? Well, I trust!

Many thanks for the kind message - for my part I was privileged to perform as part of a wonderful evening of music - it's a great club you have there and testament to the hard work you have obviously all put in.

I thoroughly enjoyed the whole evening - fantastic hosts, a listening, appreciative and receptive audience (even if I did have to disguise my Scottish accent a little to be understood and put on my best BBC voice!!) and a great venue too. I hope that you manage to locate a new venue without too much trouble, and I wish you every success in finding somewhere suitable.

Thank you to Detlef for putting me up for the evening, it was much appreciated and you were very kind, escorting me to the station and ensuring I caught the correct train - in answer to your question, yes I did sleep much of the way after the fine evening's banter!

I'm now more than a little exhausted, just a couple of shows to go, one tonight near Newcastle before heading up to cold, grey Aberdeen (and passing through Edinburgh en route...!) before arriving home on Saturday where I can relax for just a few short days before heading off to Amsterdam! The tour was fantastic, but I can say with wholehearted sincerity that the night in Bonn was easily one of the highlights of the tour, both from a musical perspective and from a social one!

Alas, it looks like the car may be heading to the great scrap graveyard but hopefully I'll be back on the road soon enough.

I would, of course, love to come back next year, and really hope that you'll be able to fit me into your schedule! As soon as I have a better handle on my itinerary for 2012 I will certainly be in touch to try and find a suitable date. I have a new album coming out in Spring 2012 so rest assured it would be a different show!

It goes without saying that each and every one of you is more than welcome to visit me in Edinburgh - in fact I will be most offended if I hear that any of you have been in my beautiful city/country & not taken the time to look me up!

Just heading off to check the blog/photos now - thanks again to you all for a very special evening and I very much hope to see you all again next year. Good luck with the Club in the meantime and do keep me posted of all your news.

Very best wishes from a tired Scotsman journeying north....

Simon

www.simonkempston.co.uk
www.myspace.com/simonkempston
simon_kempston AT hotmail DOT com

Christmas/Winter Greetings from our upcoming Special Guest in FC 26

Martin Donnelly from Ireland will be our Special Guest at the Folk Club in May!

www.martindonnellymusic.co.uk

YouTube Channel martindonnellymus

He sent us this Christmas Greeting and free song!

Happy Christmas
To John and Barry and all at Bonn Folk Club.
 A winter/ Christmas Song for you. One of my own.
 Pass it on to members if you would like to.
 Looking forward to May 4th.
 Best wishes from Ireland
 Martin Donnelly

Download the Song here:
Martin_Donnelly_The _Robin.mp3


The Robin  
by Martin Donnelly

Robins on the willow
Leaves are on the turn
But, oh his song would break you heart
For he knows the frost come soon
He knows the frost come soon

And where will I find shelter
When the snow lies all around?
And who will feed my children
When I lie in the ground?
When I lie in the ground?

Robins on the willow
In the deepest holy night
And stars they send 'm comfort
As he waits for morning light
As he waits for morning light

And as we raise our voices
To praise the holy child
Our song will help to keep 'm warm
Through winter bleak and wild
Uh winters bleak and wild

Robins on the willow
In the February gloom
But, oh his song would lift you heart
For he knows the spring come soon
He knows the spring come soon

What need 've I of shelter
When the winds blow soft and free?
And my children will grow fat and strong
As the sun, he warms the leaves
As he warms the leaves

What need 've I of shelter
When the winds blow soft and free?
And my children will grow fat and strong
As the sun, he warms the leaves
As he warms the leaves

Robins on the willow


Freitag, 23. Dezember 2011

Detlefs Bericht vom
FC 22 - 2. Dezember 2011

From Henry Purcell to Robert Johnson –
Folk Club am 2.12.2011

So breit gefächert wie die Ankündigung war auch das Programm des letzten Folk-Club-Treffens im Jahr 2011 am 2. Dezember. Anders als beim letzten Treffen gab es diesmal in erster Linie eine Plattform für viele altbekannte Musiker, und das Publikum wurde wie üblich nicht enttäuscht. Lag es an der Kälte draußen, oder ist schlichtweg eine „Singers’ Night“ am attraktivsten – die Bude war wieder gerammelt voll und die Atmosphäre dementsprechend kuschelig.

Master John hatte für das Warm up wieder ein paar bislang noch nicht gespielte Stücke ausgegraben und startete auf seiner Resonator-Gitarre mit „Crossroads“ von Robert Johnson (siehe Überschrift!). Aber John hat seine Seele sicherlich nicht wie angeblich Robert Johnson an der Kreuzung der US-Highways 61 und 49 an den Teufel verkauft, um besser spielen zu können – er kann’s auch ohne den Teufel. Der Titel war vielmehr eine kleine Anspielung auf die Überschneidung der musikalischen Wege von John und dem Special Guest des vorigen Folk Club, Simon Kempston. Wer hierzu Details wissen will, dem sei der Blick ins Archiv des Folk Club anempfohlen. Weiter ging’s mit noch mehr waschechtem Blues von Willie Dixon, dem Lied „Little Rooster“, das wahrscheinlich aber von Howling Wolf stammt (so wurde es von John mitgeteilt).

Als kleine Zwischeneinlage verbunden mit einer Programmankündigung des Honnefer FIF (Folk im Feuerschlösschen) spendierte uns die FIF-Organisatorin Jutta Mensing mit ihrer schönen, intonationssicheren Stimme ein a capella gesungenes plattdeutsches Lied über ihre norddeutsche Heimat.

Ja, und die übliche kleine Geschichtsstunde durfte bei Johns Auftritt natürlich nicht fehlen. Diesmal waren es nicht die Schotten, die von den Engländern geknechtet wurden sondern die Iren. „Arthur McBride“ hieß das Lied von Paul Brady, das über die englischen Rekrutierungs(un)sitten im 19. Jahrhundert berichtete. Das Lied erzählt davon, wie sich zwei irische Strandspaziergänger ziemlich drastisch der Annäherung durch englische Werber erwehrten, indem sie die drei nach einem Wortwechsel kurzerhand erstachen.

Mit „Walking Blues“, einem weiteren Lied von Robert Johnson, beendete John seinen Auftritt und gab den Staffelstab weiter an Peter Philips und Lothar Heinrich, die einen ordentlichen Griff in die Country-Kiste taten. „I Never Picked Cotton“ war etwas für alle Johnny Cash Freunde. Für die göttliche Schnulze “Before the Next Teardrop Falls” fehlte nur noch, dass Dolly Parton um die Ecke kam, aber das wäre zu viel verlangt gewesen. Stattdessen ging es weiter mit „Come Sundown“ von Kris Kristofferson/Bobby Bare. Es ist schon ein Hammer, wie wir uns an den Country-Songs ergötzen. Die meist trivialen und oft von bürgerlicher Doppelmoral triefenden Texte sollte mal jemand ins Deutsche übersetzen, dann würden uns die Ohren abfallen – aber auf Amerikanisch – wunderbar! Nach so viel himmlischem Country-Schmalz, gab es noch etwas von Tom Jones. Statt „Sex Bomb“ oder Ähnlichem spielten Lothar und Peter das unerwartet fromme „Ain’t no Grave“ – super gemacht, Jungs!

Als letzter Künstler vor der Pause zeigte Daniel Mennicken sein Können mit Gesang und Gitarre. Seine kunstvoll begleiteten, aber sehr verhalten gesungenen Lieder sorgten dafür, dass das Publikum ganz leise wurde und eine völlig konzentrierte Stimmung aufkam. „Home to you“ war der Titel seines selbstkomponierten Liedes. Danach spielte er die Chris Whitley-Songs „Indian Summer“ und „Living With the Law“. Dazu erzählte er die traurige Geschichte, dass er Chris Whitley vor sieben Jahren in Köln an einer Bar getroffen, aber sich nicht getraut habe, ihn anzusprechen. Ein Jahr später war der berühmte Musiker an Krebs verstorben und die Chance, je mit ihm zu sprechen, vertan.

Nach der Pause hatte Co-Master Barry Roshto wieder ein paar kunstvolle Schmankerl für uns bereit und entführte uns in die musikalische Welt des 16. und 17. Jahrhunderts: Mit seinem Begleiter Thomas Bergner, der das seltene Instrument Viola da Gamba virtuos spielte, stellte er uns mit seiner herrlichen Countertenor-Stimme Lieder von Henry Purcell und John Dowland vor. „Man, Man, Man, is for the Woman Made” ist eine klare Ansage darüber, wohin Mann und Frau gehören, nämlich zueinander. Das Lied „There’s Nothing so Fatal as Woman” und die darin enthaltene Aussage, dass die Flasche den einzige Ausweg aus dem Schlamassel biete, ebenfalls von Purcell, will uns aber in eine völlig andere Richtung lenken – Was sollen wir nun glauben? Wie so oft – es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit.
Auch die Musik von John Dowland, der vor Purcell in der Welt der Renaissance lebte und uns herrliche Lieder vor allem für Lautenbegleitung hinterließ, besingt in vielfältiger Weise die Liebe. Bei „Awake Sweet Love“ konnte Thomas Bergner seine Virtuosität auf der Gambe zeigen und beim Schmachtlied „Come Again Sweet Love“, ebenfalls von Dowland ließ Barry erneut seine voluminöse Falsettstimme hören.

Zurück ungefähr in die Gegenwart! Steve Perry hatte erneut sein amerikanisches Käppi auf und gab zwei schöne schmalzige Country-Lieder zum Besten: „Lightning Express“ besingt einen Jungen, der ohne Fahrschein zu seiner sterbenden Mutter fährt und den Zugschaffner bekniet, ihn nicht aus dem Zug zu werfen – herzerweichend! Das sollte mal einer bei der Deutschen Bahn versuchen!

(N.B. - Steve Perry comments: "Nur.... im 'Lightning Express' ist der Junge nicht zu Nulltarif gefahren. Der Schaffner hat seine Pflicht als Beamter (oder was auch immer) erfüllt. In der zweiten Strophe heisst es: 'A woman nearby was heard to exclaim, If you put him off it's a shame. So taking his hat a collection was made.' The boy's way was paid on the train. ...'  Just to set the record straight, und nicht dass alle denken, dass der Junge ein Betrüger war.)
 
„Dim Lights, Thick Smoke And Loud, Loud Music“ ist ein schönes musikalisches Beispiel für die bürgerliche Moral der 1950er Jahre, die sich an der Verruchtheit erfreut und sie gleichzeitig als unmoralisch verurteilt („A home and little children mean nothing to you – I'm sorry for you and your honky-tonk heart“).

Einen besonderen Glanzpunkt des Abends bot die A-Capella Gruppe bestehend aus Freunden von Barrys Sohn David, die stimmgewaltig und mit prächtigen Soloeinlagen ein Feuerwerk der guten Laune abzogen.

Ohne große Umschweife ging es mit „Rawhide“ („Rolling, Rolling, Rolling“) gleich in die Vollen – die „Blues Brothers“ lassen grüßen! Gottseidank brauchten die Jungs und Mädels kein Gitter wie in dem denkwürdigen Film von John Landis, in dem die Musiker vor fliegenden Flaschen des tobenden Provinzpublikums geschützt werden – es flogen nur die begeisterten Herzen des Folk Clubs auf die Bühne, und die machen nicht so eine Schweinerei. „Scarborough Fair“ war zum Weinen schön und bei „Hit the Road, Jack“ gab es ein witziges musikalisches Zwiegespräch. Das Publikum forderte und bekam mit „Drunken Sailor“ die Zugabe, die gleich auch noch zum Mitsingen animierte – Wann kommt ihr wieder??

Nach einem solchen Knüller musste sich die nächste Gruppe „Rheinfolk“ erst einmal ihren Weg zum Publikum bahnen. Das gelang aber mit „Light my Fire“ von den Doors auf Anhieb. Barbara Kloep an der Violine, Stefan Finke mit Mandoline, Gitarre und Gesang und Thomas Bandholz mit Gitarre und Gesang trafen sofort den richtigen Ton. „Ferry Across the Mersey“, der alte Ohrwurm von Gerry and the Pacemakers aus der Liverpooler Beatles-Zeit in den frühen Sechzigern kam gut an und mit Georges Brassens’ „Chanson pour L’Auvergnat“ konnte Rheinfolk auch auf Französisch glänzen. Aus der jüngeren Musikschiene stammte „Nothing Else Matters“ von Metallica, bei dem Barbara ihre Kunst an der Geige so richtig ausspielen konnte. Den Abschluss bildete Neil Youngs „Keep on Rocking in a Free World“, bei dem das Publikum noch einmal aus vollem Herzen mitsingen konnte – mehr davon!

Der Abend ging zuende – nicht wie so oft mit Jock Stuart – nein, es nähert sich ja Weihnachten, und wir hatten noch gar nichts Weihnachtliches gehört. Das war Ingrid Stachetzkis Stunde. Sie hatte das witzige Lied „Merry Chistmas“ von Udo Jürgens ausgegraben. Dank Textzettel konnten alle das in vortrefflichem Denglisch getextete Lied mitschmettern: „When the snow falls wunderbar, and the children happy are“ und „When the Glatteis on the street, and we all a Glühwein need“ war zum Schießen komisch.

So vortrefflich auf das kommende Weihnachtsfest eingestimmt, war wieder für einen anständigen Pegel der Glückshormone gesorgt, der hoffentlich bis zum nächsten Folk Club am 6. Januar 2012 anhält.

Wie bereits berichtet, wird im Januar 2012 der letzte Folk Club in unserem jetzigen Lokal „Zum Schützenhaus“ stattfinden. Da der Saal des Schützenhauses geschlossen wird, zieht der Folk Club nach einem Monat Pause im März 2012 um in die Gaststätte „Haus Müllestumpe“, An der Rheindorfer Burg 22, 53117 Bonn. Das neue Lokal liegt nicht weit vom Schützenhaus entfernt in Richtung Süden unweit der Straße „An der Josefshöhe“.

Allen Folk Club Freunden wünscht das Organisationsteam ein Frohes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr 2012. Bleibt dem Folk Club auch weiterhin treu und gewogen.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Fotos of FC 22
2nd December 2011

At the Folk Club Bonn Nr.22 we had a good crowd of appox. 80.
Here are some of my Fotos of the evening.






























a B-I-B-L-E salesman...





















Thanks to all!

Freitag, 25. November 2011

Detlef's Bericht vom
FC 21 - 4th November 2011

von Detlef Stachetzki

(for an English version goto 3 Songs Bonn Website)

Der Glanzpunkt im November: Ein besonderer Gast aus Schottland.
Folk Musik aus Schottland? Da denkt doch jeder gleich an Dudelsäcke und Kilts (Donald, Where’s Your Troosers?), oder zumindest an Texte, die von Highlands, Whiskygelagen, an die Engländer verlorener Selbständigkeit oder von lustigen oder traurigen Begebenheiten handeln. Das mit den traurigen Texten kam schon hin, aber alle anderen Klischees durften getrost in der Schublade bleiben. Simon Kempston, der „Special Guest“ des Graurheindorfer Folk Club Abends vom 4. November 2011 machte Musik, die so ganz anders als erwartet daher kam.

Aber hübsch der Reihenfolge nach. Master John Harrison eröffnete die November-Session mit dem gewohnten markerschütternden Ruf (Laaadies and Gentlemen!!!!) und präsentierte uns danach eine Reihe von Liedern, die wir im Folk Club bislang noch nicht gehört hatten: Den Anfang machte „The Folker“, ein witziges Spottlied über einen unfähigen Folk-Musiker von Fred Wedlock auf die bekannte Melodie des Simon and Garfunkel-Stückes „The Boxer“. Mit dem Instrumental-Stück Anji von Davey Graham durften wir nach eigener Aussage Johns öffentliche Erstaufführung erleben. John spielte das vituose Fingerpicking-Stück zum Andenken an den Gitarristen Bert Jansch, den Musiker, der das Stück in den sechziger Jahren bekannt gemacht hatte und der kurz zuvor, Anfang Oktober 2011 verstorben war.

Nach dem Blues „I Will Turn Your Money Green” von Altmeister Furry Lewis gab’s dann die langsam fällige Bildungseinlage: Mit dem schaurigen Lied “Close the Coal House Door” von Alex Glasgow über die gefährliche Knochenarbeit der Bergarbeiter („there’s bones inside“) erinnerte John an das grässliche Bergwerksunglück im walisischen Bergwerksdorf Aberfan („there’s bairns inside“; bairns = Kinder; gibt es hier etwa eine Verbindung mit „Pänz“?). Dabei war am 21. Oktober 1966 eine unsachgemäß angelegte Abraumhalde nach tagelangem Regen in Bewegung geraten und hatte mit einem gewaltigen Erdrutsch mehrere Häuser und eine Schule unter sich begraben. Bilanz: 144 Tote, darunter 128 Kinder. Das Unglück entwickelte sich zudem zu einem unwürdigen und beschämenden Hickhack um die Verantwortlichkeit und um die Verwendung von Geldmitteln, die insbesondere aus Spenden herrührten, bei dem den betroffenen Familien ein Teil des ihnen zugesprochenen Geldes vorenthalten wurde.

Mit dem „Lemon Street Blues“ beendete John seinen Auftritt und übergab die Bühne der Gruppe um Siegfried Königsfeld (Gitarre, Gesang und Mundharmonika), der mit seinen Mitstreitern Marianne Mallmann (Gesang), Wolfram Mallmann (Gesang und Rassel) und Ronan Sevellec (Cajon) ein paar kurzweilige Stücke zum Munterwerden spielte. „The River“ von Bruce Spingsteen, „Hallelujah“ von Leonhard Cohen und „Take me Home Tonight” von Eddie Money waren auch etwas zum Mitsingen und das Publikum kam langsam in Wallung – gute Vorbereitung für den nächsten Auftritt, den besonderen Gast des Abends, Simon Kempston aus dem schottischen Edinburgh.

Simon präsentierte dem Publikum ungewöhnliche, aber hörenswerte Kost. In bester britischer Singer-Songwriter-Manier singt und spielt er auf höchstem technischen Niveau mit virtuosem und transparentem Gitarrenspiel und einer raumfüllenden, variablen und intonationssicheren Stimme, die auch im Pianissimo wunderbar tragend ertönt. Alle seine selbstkomponierten Lieder haben einen sehr persönlichen Bezug oder handeln von geschichtlichen Ereignissen mit einem überwiegend leicht bis stark melancholischen Unterton. Der Start hätte mit „To the Wilderness“, einem Lied über die fast ausweglosen Irrungen und Wirrungen des menschlichen Lebensweges („And into the desolate wilderness we’d go“) kaum bedrückender sein können. „Careless Interventions“, „Ladies Lookout” (ein Lied über den brillanten, aber unglücklichen schottischen König Jakob IV.), „Strangled“, „Barricade“ (über die Unabhägigkeitsbewegung im Baltikum) und „To See The Lights“ (über den Aufstieg und Niedergang des Kriegshafens in St Margaret’s Hope auf den Orkneys) bildeten den ersten Teil seines Auftritts. Mucksmäuschenstille während der Stücke und tosender Applaus waren der Lohn für den ersten Teil.

John machte die überraschende aber auch beglückende Feststellung, dass es ungeplant eine Verbindung zwischen seinem Auftritt und dem von Simon gab: Johns am Anfang gespielte Hommage an Davey Graham und Bert Jansch („Anji“) galt zwei Musikern, die eine spezielle Gitarrenstimmung entwickelt und kultiviert hatten, die sogenannte DADGAD-Stimmung. Dabei werden die sechs Saiten in den Tönen D A d g a d’ gestimmt anstelle der überwiegend üblichen Stimmung in E A D G h e. Wikipedia schreibt hierzu: „Das Ergebnis ist, dass sich wichtige Grundakkorde bereits mit einem Finger greifen lassen, etwa ein modaler D-Akkord, indem die G-Saite im zweiten Bund gegriffen wird. Charakteristisch ist der „offene“ und voluminöse Klang, der dadurch entsteht, dass auch Saiten, die nicht gegriffen werden, oftmals als Bordun mitschwingen“. Tja, Simon hatte seiner Gitarre just diese Stimmung verpasst – und wir haben wieder etwas für die Bildung getan!

Nach der Pausenerholung verschaffte uns Co-Master Barry Roshto mit zwei ungewöhnlichen a capella-Liedern Erheiterung. Mit gekonntem Wechsel zwischen extrem hohem Falsett und voluminösem Bariton trug er „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ vor und sang danach das alte Spottlied „Es saßen die alten Germanen zu beiden Seiten des Rheins“. Beide Lieder sind Teil einer von Barry und seiner Musikschullehrer-Kollegin Ursel Quint geschaffenen musikalischen Installation „Hydrophonix“. Dabei stehen beeindruckende und überraschend klingende Unterwasser-Tonaufnahmen des Rheins im Mittelpunkt und werden garniert mit witzig interpretierten Rheinliedern.

Als Überraschungsgast und „Walk-in“ steuerte Theo „Seitan“ (? Die „Danke schön“ e-mail kamm leider zurück) zwei schöne Lieder bei, darunter „Last Night I Had the Strangest Dream“ von John Denver.

Steve Perry, ein mittlerweile alter Bekannter trat diesmal zusammen mit Bernd Wallau auf und sang und spielte (auf seiner brasilianischen Viola Caipira) für uns die zwei bekannten amerikanische Country-Lieder „Scarlet Ribbons“ (bekannt vor allem durch die Interpretation von Perry Como) und Teenage Queen, das Johnny Cash populär gemacht hat. Auch hier gab es eine schöne Überraschung: Steve und Bernd hatten ihren Fanclub mitgebracht, der gekonnt und mehrstimmig vom Tisch aus die Begleitstimmen (huuh hooh, huuh hooh!) beisteuerte – super! Natürlich gab’s von Steve auch wieder etwas Brasilianisches: Das Lied von der Geschichte, die gar nicht ausgeht – na, so was, aber trotzdem schön.

Den krönenden Abschluss des Abends bildete dann das zweite Set von Simons Liedern, die ebenso traurig, nachdenklich und melancholisch, aber wunderschön und melodiös daherkamen wie im ersten Teil: „Mad Dog“, Carefree Prisoner“, „Cast Iron Guarantee“, „In the Lord I Trust“, „Full of Regret“ und „Derry Walls“ lauteten die Titel des zweiten Durchlaufs, der ebenfalls tosenden Applaus erntete.

Wer mehr von Simon wissen und hören (und vielleicht auch etwas erwerben) möchte, dem sei Simons Website
http://www.simonkempston.co.uk/
wärmstens ans Herz gelegt.

Die Melancholie von Simons Stücken setzte sich abschließend fort in der traurigen Mitteilung an die Folk-Gemeinde, dass der Folk-Club nach der Session im Januar 2012 seine Heimat im Schützenhaus verlieren wird. Die Gaststätte wird aller Voraussicht nach ihre Pforten schließen.

Der Folk Club ist somit auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Wichtig dabei sind: Gemütlicher und nicht zu kleiner Saal (wie im Schützenhaus), nette Bewirtung zu zivilen Preisen (wie im Schützenhaus), gute Erreichbarkeit auch mit Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln (wie beim Schützenhaus), Parkmöglichkeiten (wie beim Schützenhaus) und gaaanz wichtig: Ein Klavier! (auch wie im Schützenhaus).

Tipps an die Folk Club-Mannschaft (John, Barry, Ingrid und Detlef) sind herzlich willkommen.

Mittwoch, 23. November 2011

Belated Bilder - FC 21

Sorry to have kept you waiting...

But, here are my Fotos from 4th November 2011 FCB meet:
















Special Guest Simon from Scotland
























To the "alten Germanen" &
the young Scots!


Well done!
Thanks Simon!
Thanks everyone!