John (Harrison) published his report of December's Folk Club meet on John's (Hurd) 3 Songs Bonn website. Read it here:
http://3songsbonn.com/2012/12/30/john-harrison-on-december-at-the-folk-club/
Thanks John!
Montag, 31. Dezember 2012
Montag, 17. Dezember 2012
Detlefs Bilder vom Folk Club Nr. 32
Simon Kempston und John Harrison beim Vorgespräch |
Ladies an Gentlemen! |
Alvaro Arango |
Gitarrenversammlung mit Mandoline und Viola Caipira |
Susanne Hellmann |
Steven und Jörg: Grandma got run over by a reindeer! |
Simon Kempston |
Draußen Schnee und drinnen gemütlich |
Barry mit Tassen- und Flaschenpercussion |
Tochter und stolzer Vater |
Adam mit der sächsischen Konzertina |
Experten beim Afterglow |
Detlefs Bericht über Folk Club Nr. 32
Folk
Club (Nr. 32) im Dezember 2012 – Besinnliches im Advent
Auch ohne ausgesprochen typische Adventslieder
kann es im Advent sehr besinnlich und irgendwie auch feierlich zugehen. Der
Folk Club Nummer 32 zeigte sich als ein solches Ereignis. Dazu trugen natürlich
auch die äußeren Umstände bei: Heftiger Schneefall überzog die Umgebung mit
einer Winterwunderland-Stimmung, sorgte aber auch dafür, dass einige
angekündigte Musiker nicht anreisen konnten und dass insgesamt die Zuhörerschar
etwas moderater ausfiel. Das wiederum brachte eine wunderbar entspannte und
ruhige Atmosphäre mit sich, die ideal für die zahlreichen eher leisen Töne des
Abends geeignet war.
Aber wie üblich eröffnete Master John Harrison mit seinem
markerschütternden „Ladies and Gentlemen ...“-Ruf den Abend und steuerte danach
ein a cappella gesungenes Lied über die „Berry Fields of Blair“ bei. Er widmete
das Lied über die Beerenpflücker Simon Kempston, dem Special Guest des heutigen
Abends, der, so John, seine schottische Heimat wegen der häufigen Konzertreisen
so selten sehe, dass er eine kleine Erinnerungshilfe brauche. Ebenfalls mit
Schottland zu tun hatte die witzige von John selbst erdachte Geschichte von
„Albert McTavish’s Brand New Frigidaire“. Der ausführlichen Beschreibung der
Geschichte über Albert McTavish, der nach Edinburgh reist, um einen Kühlschrank
für sein Heim auf einer entlegenen nordschottischen Insel zu kaufen, folgt die
musikalische Version, die zur Überraschung der Zuhörer ein
Gitarren-Instrumental ist – immer wieder gern gehört! Ebenfalls bereits ein
Folk Club Klassiker ist inzwischen der Blues über „St. James Infirmary“, den
John am Klavier unterstützt durch eigene Mundharmonika Begleitung vortrug. Mit
einer sehr schönen Interpretation der Eigenkomposition „Mr Solitaire beendete
er seinen Auftritt.
Immer wieder gern gehört und gesehen wird unser
treuer Gefolgsmann Alvaro Arango aus
Kolumbien, dessen Interpretation von Bob Dylans Lied „Mama You Been on My Mind“
vermuten ließ, dass er in diesen Tagen etwas Heimweh nach seinem fernen
Heimatland und seiner Familie hat. Ein zweites, schönes lyrisches Liebeslied,
selbst verfasst von Alvaro, hatte noch keinen Titel.
Sabine
Hellmann gab danach ein Gastspiel mit ihren Interpretationen von „Move
Over“ von Janis Joplin und „I heard it Through the Grape Vine“ von Marvin Gaye.
Ein weiteres Lied handelte davon, dass man immer nur eins nach dem anderen tun
sollte.
Jörg
Bohnsack und Steven Perry wagten
sich danach mit Bravour an die heimliche australische Nationalhymne „Waltzing
Matilda“, die von einem unglücklichen Landstreicher handelt, der beim Schafe
Stehlen erwischt wird und sich lieber ins Wasser (in den Billabong) stürzt, als
ins Gefängnis zu wandern. Dank Mitsingzettel konnte sich die Gemeinde
stimmkräftig beteiligen. Ebenfalls zum
Mitsingen gab es danach das zur Saison passende Lied „Grandma Got Run Over by a
Reindeer“ – köstlich. Das Lied machte in den USA in den Siebziger Jahren Furore
und bescherte seinen beiden kalifornischen Schöpfern – Randy Brooks and Dr.
Elmo Shropshire – unverhoffte Popularität, die nicht geglaubt hatten, dass ihre
eigentlich als witziges Gelegenheitslied gedachte Komposition so einschlagen
würde.
Nach diesem intensiven „Vorprogramm“ kam
endlich Simon Kempston, unser
Special Guest aus dem schottischen Edinburgh zum Zuge, der mit seinem
hochkarätigen Gitarrenspiel und voller, variationsreicher Stimme seine
selbstkomponierten Lieder voller Poesie vortrug – ein Genuss.
Simon hat inzwischen seine dritte CD „How We
Once Were“ fertiggestellt, aus der er einige Kostproben gab. „When I’ll run“
erzählt über einen Boxer, der drogenabhängig wurde und daran zugrunde ging.
„Lattice of Wrought Iron“ ist die poetische Bearbeitung eines Kauferlebnisses
mit unnützen Dingen im Urlaub. „You
buy from me the best bargain you’ll ever see” lautet eine Zeile – pure Ironie. Ebenfalls
neue Lieder sind “Young Soldier in Fort George“, Careless Interventionist und
„Estranged“.
Simon präsentierte aber auch einige seiner
alten Lieder, denen er überarbeitete, wunderbar melodische und virtuose
Gitarrenbegleitungen gegeben hatte. „Derry Walls, „My Tattered Uniform“, „Marble Town“, „Full of Regret” und
„Barricade“ gehörten dazu. Einige von ihnen waren bereits bei Simons
letztem Auftritt im Folk Club im November 2011 zu hören waren. Besonders gut
gefiel mir das Lied „Cast Iron Guarantee“, das Simon unter dem Eindruck eines
bewegenden Films geschrieben hatte, der die schwierige Liebe zweier Menschen
mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund in Glasgow schilderte. Der Titel
des Films lautete „Ae fond Kiss“ und wurde 2004 erstmals gezeigt,
interessanterweise zuerst in Deutschland auf der Berlinale und erst einige Tage
später im Vereinigten Königreich. Natürlich gab es auch bei dieser Vorstellung
eine Zugabe, und Simon beglückte uns mit dem berühmten Lied „Baker Street“
seines schottischen Landsmannes Gerry Rafferty, der 2011 an den Folgen von
Alkoholmissbrauch verstorben war. Es gab großen Applaus. Wir bedanken uns ganz
herzlich bei Simon für seinen Auftritt und wünschen ihm viele weitere Ideen für
Lieder und Energie für seine zahlreichen Auftritte.
Der Abend brachte aber noch einiges mehr: Steven Perry eröffnete nach der Pause
den Reigen mit dem witzigen Lied „The Martins and the Coys“ über eine spezielle
Fehde zwischen zwei Hillbilly-Familien. Sehenswert ist ein lustiges Video zu
dem Lied auf Youtube.
Es gab auch einen Walk-In mit Adam, der zur Begleitung seiner
sächsischen Konzertina das schöne, etwas melancholische Volkslied „Das Laub
fällt von den Bäumen“ sang. Er bekam viel Beifall für seinen mit schöner,
klarer Stimme vorgetragenen Gesang. Wir hoffen, dass Adam uns bei kommenden
Folk Club Treffen wieder besuchen und mehr aus seinem Repertoire vortragen
wird.
Ein weiteres Glanzlicht des an Höhepunkten
nicht armen Abends war der Auftritt von Barry
Roshto am Klavier zusammen mit seiner Tochter Emily, die zu ihrer Gitarre mit ihrer schönen und
intonationssicheren Stimme sang. Bei „Down“ von Jason Walker war Emilys Stimme
noch etwas verhalten, aber bei „Wake Me up, When September Ends“ von Green Day
waren sie und ihre Stimme in ihren Elementen und mit Barrys fabelhafter
Begleitung sowohl am Klavier als auch mit seinem Gesang klang das eigentlich
von einer Rockband konzipierte Lied wunderbar lyrisch. Bei „I Follow Rivers“
von Lykke Li steuerte Barry eine eigenwillige und gekonnte Perkussionseinlage
mit zwei Gläsern bei. Auch von Emily und Barry forderte Das Publikum eine
Zugabe, die es dann mit „Shake up the Happiness“ der Gruppe Train erhielt.
Riesenapplaus! Das Duo machte deutlich Appetit auf mehr. Emily, komm bald
wieder mit neuen Liedern!
So ging ein Abend mit vielen schönen Momenten
und etlichen musikalischen Verheißungen für künftige Folk Club Treffen zuende
und hinterließ wieder eine mit Glückshormonen abgefüllte Gemeinde zurück.
Zum Schluss seien noch Extrakomplimente für das
Publikum abgeladen, das durch seine Konzentration beim Zuhören für alle Musiker
ein besonderes Erlebnis darstellt. Musik ohne Verstärker funktioniert und sorgt
durch ihre besonders intensive Atmosphäre für Gänsehaut bei Akteuren und
Publikum.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an den Spender des ersten Barhockers. Vielleicht folgt ja noch der eine oder andere.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an den Spender des ersten Barhockers. Vielleicht folgt ja noch der eine oder andere.
Ein weiteres dickes Kompliment geht an die
Barbesatzung, die wieder ein besonderes Einfühlungsvermögen für die
Anforderungen an musikalische Veranstaltungen wie diese gezeigt hat.
An alle Folk Club Freunde senden wir von hier
die besten Wünsche für ein frohes Weihnachtsfest und für ein glückliches
Wiedersehen im neuen Jahr 2013.
Samstag, 8. Dezember 2012
Simon Kempston in Bonn Sunday Evening
Weiteres Konzert des Folk Club Special Guest Simon Kempston morgen in Bonn
Liebe Folk Club Freunde,
wegen des gestrigen starken Schneefalls haben viele von euch vielleicht den Weg nach Graurheindorf zum Folk Club nicht geschafft oder sich nicht auf den Weg getraut. Ihr habt etwas verpasst. Unser Special Guest Simon Kempston aus Edinburgh begeisterte mit seinen poetischen Liedern zur meisterhaft gespielten Gitarrenbegleitung das Publikum.
Wenn ihr Simon hören wollt, gibt es eine weitere Chance: Er tritt auf
am Sonntag, den 09. Dezember 2012 im Lokal „Zur Seligen Witwe“
Königstr. 78 (zwischen Argelanderstr. und Poppelsdorfer Allee)
53115 Bonn
Beginn 20:00 Uhr
Eintritt frei, es geht nach dem Auftritt ein Hut rum
-- E N G L I S H --
Everyone who missed the Folk Club Meet last night (or want to hear some more of Simon) has another chance Sunday Night the 9th of September in Bonn at
"Zur Seligen Witwe"
Königstr. 78 (between Argelanderstr. and Poppelsdorfer Allee)
53115 Bonn
8 p.m.
No Admission charged, but a hat will be passed around afterward
Liebe Folk Club Freunde,
wegen des gestrigen starken Schneefalls haben viele von euch vielleicht den Weg nach Graurheindorf zum Folk Club nicht geschafft oder sich nicht auf den Weg getraut. Ihr habt etwas verpasst. Unser Special Guest Simon Kempston aus Edinburgh begeisterte mit seinen poetischen Liedern zur meisterhaft gespielten Gitarrenbegleitung das Publikum.
Wenn ihr Simon hören wollt, gibt es eine weitere Chance: Er tritt auf
am Sonntag, den 09. Dezember 2012 im Lokal „Zur Seligen Witwe“
Königstr. 78 (zwischen Argelanderstr. und Poppelsdorfer Allee)
53115 Bonn
Beginn 20:00 Uhr
Eintritt frei, es geht nach dem Auftritt ein Hut rum
-- E N G L I S H --
Everyone who missed the Folk Club Meet last night (or want to hear some more of Simon) has another chance Sunday Night the 9th of September in Bonn at
"Zur Seligen Witwe"
Königstr. 78 (between Argelanderstr. and Poppelsdorfer Allee)
53115 Bonn
8 p.m.
No Admission charged, but a hat will be passed around afterward
Sonntag, 25. November 2012
Bar Stools
Hey Folkers!
We need your help again...
There are no Bar Stools (see above image) at our venue...
Does anyone have some of (above) that they could give us?
Does anyone have some money they could give us to buy some of (above)?
Pls contact us asap if you can help...
W H Y ?
Following is an excert from an internal Folk Club Memo:
"In reply to your question on the barstools Steve, Detlef kindly brought one from home last time in his trailer, which Charlie from LFF put to good use. It's certainly a big improvement soundwise for the listeners as it raises the the sound box of the guitar to a level equal to their ears rather than their bums. Two or even three might be useful, which we can store at Müllestumpe permanently and have them bring out once a month. [perhaps a mention in your report Detlef and/or e-mails ? or a direct request on the blog if anyone has any to "donate" to the FC?]"
Cheers for all that,
Hope to be seeing you all at the next meet...
Sonntag, 11. November 2012
Samstag, 10. November 2012
Detlefs Bericht über den Folk Club Nr. 31
Folk Club (Nr. 31) im November
2012 – Beste Stimmung mit hochklassiger Musik
Wie
immer ist der Chronist beim Bericht erstaunt darüber, wie viele Menschen sich
vom Konzept des Folk Clubs begeistern und anlocken lassen. Es ist zu hoffen,
dass seine kindliche Begeisterungsfähigkeit für das nicht Alltägliche
ungebrochen bleibt und dass er sich vielleicht auch noch nach dem 60. oder
wer-weiß-wievielten Folk Club fasziniert über den Erfolg des doch so einfachen
Konzepts freut. Immerhin, auch ein Allerheiligen-Brückentag bot kein Hindernis:
Die Bude war brechend voll, noch voller war die Erwartung des Publikums und sie wurde nicht
enttäuscht.
Master John
Harrison, diesmal ganz elegant mit Sakko und hellem Hut, sorgte wie immer
für den nötigen Warm up mit einigen Schmankerln aus der Blues-Szene selbst begleitet auf seiner tonmächtigen
Dobro-Gitarre. „Troubled in Mind“ lautete der Titel des leicht melancholischen
Liedes von Richard Marigny Jones aus dem Jahr 1924. Das ursprünglich für
Pianobegleitung komponierte Lied hat unzählige Interpreten zu außerordentlich
unterschiedlichen Interpretationen inspiriert und Johns Version gefiel uns
sehr. Immerhin hat das Lied auch einen tröstlichen Aspekt: „Cause I know the
sun's gonna shine in my back door some day“ lautet eine Zeile. Beim „32-20
Blues“ vom Altmeister Robert Johnson aus dem Jahre 1936 wurde es eher
gefährlich. John erläuterte – ein bisschen Weiterbildung gehört ja bekanntlich
zum Konzept des Folk Clubs – dass beim Blues per se ein Revolver oder ein
Gewehr im Hintergrund lauere. Aber bei diesem Lied sei gleich ein ganzes
Arsenal angesprochen. Wie so oft geht es um enttäuschte Liebe, und das Problem
geht man – ganz amerikanisch – mit der Waffe an. Wie dem auch sei und solle,
das Stück ist einfach gut und speziell, wenn es von einem Kenner und Könner wie
John vorgetragen wird. Etwas glatter kam danach der „St Louis Blues“ daher, ein
Stück, das im Zweiten Weltkrieg Glenn Miller als Vorlage für seinen berühmten
St. Louis Blues March diente. John erläuterte, dass dieses Stück zahlreiche dem
Blues fremde Stilelemente enthalte, aber erstmals den Begriff „Blues“ in seinem
Titel geführt habe.
Eher in die
Welt des Jazz entführten uns danach Faber & Feels, Anderen auch
bekannt als Jenny M. und Volker S.. Gleich mit dem ersten Stück „Mad
World“ trumpften sie mit ihren ganze Klasse auf – Jenny mit ihrer schönen,
tragenden und variablen Stimme und Volker brillant am Klavier und als
kongenialer Begleitsänger. Jenny war Vielen bereits vom vorigen Folk Club
bekannt. Im Oktober hatte sie mit ihren Gesangskolleginnen Elena und Ulrike
Begeisterungsstürme mit ihren A Capella-Stücken ausgelöst. Die nächsten Lieder
waren die den Meisten sicherlich weniger bekannt: Auf „Every Day“ von Eva Jagun
folgte „Be Still my Heart, my Heart be Still“ von Silje Nergaard. Mit „Get
Here“ von Brenda Russel, auch bekannt in der Interpretation von Oleta Adams,
präsentierten die beiden mit Bravour ein weiteres Lied aus der Szene des
gesungenen Jazz. Ja, und dann gab es als Zugabe noch einen Klassiker des Folk von
Joni Mitchell, nämlich „Both Sides Now“. Das schöne Lied mit dem verwirrenden Text (“Bows and flows of angel
hair, and icecream castles in the air, and feather canyons everywhere, I've
looked at clouds that way”) hatten wir bereits beim vorigen Folk Club von Alvaro
Arango gehört. Aber Jennys Bedenken wegen der Dublette waren völlig
unbegründet. Das Publikum schenkte ihr und Volker für ihre schönen
Interpretationen der Lieder einen begeisterten Applaus.
Bert
Kerstin und seine Freunde lautete die Ankündigung für die nächste Gruppe,
die sich als kleiner Chor entpuppte. Neun Sänger unterstützt von Klavier,
Gitarre, Trommel und Rassel zündeten ein wahres Tonfeuerwerk auf der Bühne.
Erst einmal wurde das Publikum aus seiner passiven Rolle geholt, und mit den miteinander
verbundenen Gospel-Klassikern „Rock My Soul – Go, Tell it to the Mountains –
He’s Got the Whole World in His Hand“ kam Leben in die Zuhörer. „O Island in
the Sun“ von Harry Belafonte klang wunderbar rund und voll, und natürlich sang
auch hierbei das Publikum kräftig mit. Auch „Mein kleiner grüner Kaktus“ machte
viel Freude. Hoffentlich kommen Bert und seine Freunde bald wieder.
Großartige
Musik folgte mit den Beiträgen unserer heutigen Special Guests Naomi Paget
und Charlie Evans aus London. Light Falls Forward nennen sie
sich, und ihr Licht fiel tatsächlich bereits voraus und war sicherlich auch
einer der Gründe für den ausnehmend guten Besuch. Die Hoffnung auf neue Stücke
nach ihrem umjubelten Auftritt im Folk Club im April dieses Jahres wurde nicht
enttäuscht. „Fallen Snow“ lautete der Titel ihres ersten Beitrages aus neuer
Produktion, bei dem Naomi noch mit ein wenig verhaltener Stimme sang. „Hope“,
ebenfalls ein neues, wunderbar lyrisches Lied über die Hoffnung („We Are
Supposed to be Strong“), wurde von Charlie gesungen und bot berückend
harmonische Passagen mit herrlichen zweistimmigen Einlagen. Mit jetzt deutlich
kräftigerer und zupackenderer Stimme sang Naomi als nächstes „This is it“.
Neben ihren poetischen Eigenkompositionen mit überraschenden Harmonien und
ruhigen, fast sphärischen Melodieverläufen wagten die beiden sich auch an die
Interpretation von Liedern anderer Folk-Größen. „Old Man“ aus dem berühmten
Album „Harvest“ von Neil Young ist sicherlich ein Brocken, der nicht so einfach
zu stemmen ist. Naomi und Charlie hingegen gaben dem eigenwilligen Lied mit dem
vieldeutigen Text eine wunderbar persönliche Note und blieben doch nahe bei der
Aufführungsweise von Neil Young, ohne sie zu plagiieren. Ganz besonders apart
klang dabei Naomis Klavierbegleitung – einfach begeisternd! Ein weiteres Lied
aus der aktuellen Produktion der beiden war „Weight of the World“. Charlie sang
mit seiner schönen, tragenden Stimme das Lied mit der tröstlichen und
ermunternden Botschaft: „Jeder Schritt, den wir auf dieser Erde machen,
hinterlässt Spuren von unserer Existenz“. Etwas bedrückend war der Text des
Liedes „One by One“ über die abartige Situation in der Londoner U-Bahn, wenn
die Menschen morgens dichtgedrängt und geistig völlig abwesend wie Zombies zur Arbeit
fahren. „Another Language“ lautet der Titel eines weiteren Cover-Liedes, das
von der Kraft der Worte handelt („Words are the brush with which I paint“), Das
Liebeslied „It Can’t be Easy“, und die Zugabe „Green Eyed“ sind weiter
Neuproduktionen aus eigener Feder.
Aber auch die
älteren Lieder kamen zu ihrem Recht: „Little Things“, „Right From the Start“,
„So What“, „Here and Now“ und ganz besonders mein Lieblingslied „Weather The
Storm“ sind für mich schon Klassiker und ich hoffe, dass all diejenigen, die
CDs gekauft haben, die Musik der beiden recht oft hören. „Beautiful simplicity“
lautete Johns kurzer und prägnanter Kommentar zur Musik von Light Falls
Forward, und er hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen.
Der Auftritt
von Barry Roshto und seiner Tochter Emily musste wegen Emilys Erkrankung
auf den nächsten Folk Club verschoben werden (hoffentlich wird’s was). Aber
Barry konnte sich dennoch nicht der Attacken einiger Sangesbegeisterter
erwehren und so startete er u.a. zusammen mit Claudia Huismann
(„Meoneo“) nach der Pause eine kleine Session. „You Got a Friend” von Carol
King war eine schöne Einstimmung auf den zweiten Teil des Abends.
Etwas
besorgt, dass er überhaupt gehört wurde, äußerte sich Ralf Klein vor
seinem Auftritt. Aber als die ersten seiner kunstvollen Gitarrenakkorde
erklangen, wurde es im Saal sofort mucksmäuschenstill – eine perfekte Situation
für Ralfs Intrumentalauftritt. Bei „Vals Venezolano“ von Antonio Lauro konnte
Ralf seine Gitarrenkunst voll ausspielen, ein Genuss. Bekannter für Viele war
das Stück „Romanza Española
(„Jeux Interdits“). „Cuban Dance“ lautete der Titel eines Stückes, das
vermutlich von dem ukrainischen Komponisten Anatolij Beldinskij stammt und von
dem auch eine außerordentlich schöne Version für zwei Gitarren existiert.
Vielleicht gibt es ja mal einen Duo-Auftritt mit dieser Melodie. Den Abschluss
seines umjubelten Auftritts machte Ralf mit einer Eigenbearbeitung der
technisch überaus schwierigen Komposition von Isaac Albéniz „Asturias“, auch
bekannt als „Leyenda“ – bitte bald mehr davon!
Nach langer
Folk Club-Abstinenz gab sich auch Mario Dompke wieder die Ehre und
beglückte uns in bester Liedermacher-Manier mit seinen poetischen
Eigenkompositionen in deutscher Sprache. „Schau mir in die Augen, Kleines“ war
keine Reminiszenz an Casablanca sondern ein gefühlvolles Lied für jemanden, der
eine schwere Krankheit mit viel Willen und Zuwendung seiner Freunde überwunden
hatte. „Ich möchte einmal eine Nacht mit dir weinen“ heißt der Titel eines
Liebesliedes und auch ein bissig-witziges Sauflied über Selbsttäuschungsmanöver
eines Alkoholikers gehörte zum Programm. Ein ganz besonderes Geschenk hatte
Mario für den Folk Club in Form eines speziellen Folk Club-Refrains mit dem
Titel „Wenn Freunde sich treffen“ im Gepäck. Lieber Mario, sende uns Noten und
Text, damit wir den Refrain möglichst oft spielen und singen können.
Das
Finale bildete wie so oft und immer wieder gern unser Rausschmeißer „Jock
Stewart“, den die Gemeinde mit Inbrunst und inzwischen (fast) auswendig mitsang.
Zum Abschluss
seien noch drei ganz dicke Dankeschöns verteilt: Eines an einen Freund und
Gönner, der immer für die richtige "Stimmung" sorgt. Das andere Dankeschön geht an die Thekenbesatzung des Hauses
Müllestumpe, die trotz der vielen Besucher und der Enge den Getränke- und
Essensnachschub mit Bravour und mit bemerkenswerter akustischer Zurückhaltung
absolvierte. Nummer drei gilt unserem aktuellen musikalischen Organisationschef
Steven Perry, der ein tolles Programm zusammengestellt hatte und der
bereits für den kommenden Folk Club am 7. Dezember Mühe hat, alle Anfragen für
Auftritte unterzubringen. Wir dürfen gespannt sein.
Auf Wiedersehen am 7.
Dezember mit unserem Special Guest Simon Kempston aus Edinburgh.
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