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Freitag, 3. August 2018

No Folk Club Meet in August!

In August we take a summer break but that does not mean that you need to miss out on some really good live music on Friday evening the 3rd of August. 

Lokal heroine Cynthia Nickschas & Friends are playing at 19:00 hrs on Friday 03.08.18 in the Stadtgarten at Alter Zoll, adjacent to the Biergarten there, overlooking the river Rhine in Bonn, near from where the Köln-Düsseldorfer Rhine cruise ships depart. 

Cynthia was recently interviewed by Heinz Dietl of Bonn's General Anzeiger newspaper:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien/bonn/Bonner-S%C3%A4ngerin-Cynthia-Nickschas-startet-durch-article3911463.html 


 Cynthia Nickschas in Bonn playing the "Mad Hatter"
(photo courtesy of John Hurd 3SongsBonn)

Bonn Folk Clubbers may remember Cynthia's past performances.


I was fortunate enough to "discover" Cynthia busking in Bad Godesberg in 2013 in the "good old days" when street musicians did not yet have to "pay to play." Hopefully she will be gracing us again with another performance soon as she promotes her new CD "Egoschwein".

The temperature will be hot, the beer will be cool and the music will groove rhythmically and raucously in between. It will be a good evening!

 


 

Mittwoch, 12. Juni 2019

FOLK CLUB BONN #103 WITH CYNTHIA NICKSCHAS

What a wonderful and unusual FCB # 103 we had last Friday evening.
If you were not there, you were very unfortunate.
Fortunately, for those of you who weren't there, John Hurd of 3SongsBonn WAS there and his report and photos easily provide the very next best thing to not having been there yourself.

For those fortunate few who actually WERE there, here is a most wonderful memento.

Bonn should rightly be very proud indeed of its singer/songwriter Cynthia Nickschas and her fine band.

Like everyone at Folk Club Bonn they played totally unplugged and unamplified and without a P.A. system, and boy did they play!

Cynthia has it hard again.
The other musicians simply took it in their stride.
Cynthia had to sing over the whole band and without a microphone,
and boy did she sing!


Click here to go and see:

https://3songsbonn.com/2019/06/10/folk-club-103-with-cynthia-nickschas/

Enjoy!

Thanks, John Hurd!





Here is Cynthia's own website:
https://www.cynthiaandfriends.de/

Montag, 2. Februar 2015

Detlefs Bericht vom Folk Club Nr. 54 am 2. Januar 2015


Folk Club Nr. 54 im Januar 2015 – „Wege”

„Wege“ lautete das Motto der 54. Ausgabe des Folk Club Bonn. Wie bezeichnend für die erste Veranstaltung des Folk Club im 5. Jahr seines Bestehens! Wenn man aus der jüngsten Session ein Bild für den weiteren Weg des Folk Club entnehmen sollte, dürfte einem jedenfalls nicht bange werden: Das Haus ist voll, die Künstler sind begeistert und die Organisatoren haben eher die Qual der Wahl als Mangel an Auftrittsangeboten.
Wir hoffen auch in diesem Jahr wieder auf ein äußerst abwechslungsreiches Programm mit vielen Höhepunkten. Mit Cynthia Nickschas und ihren Freunden Mario und Christoph konnte die erste Ausgabe von 2015 bereits ein echtes Glanzlicht aufweisen, aber darüber später mehr.
Wie üblich startete Zeremonienmeister John Harrison den Abend, diesmal mit einem Gedicht passend zum Thema: „The Road Not Taken“ von Robert Frost. Es geht um die Qual der Wahl, die man an einer Gabelung bei der Wahl des Weges hat, bei der Weichenstellung im Leben. Der Erzähler wählt den Weg, der augenscheinlich noch recht wenig genutzt wurde und ist sich darüber bewusst, dass diese Wahl aller Wahrscheinlichkeit endgültig sein würde. Rückblickend seufzt er über seine Wahl: „And that has made all the difference“.
“Manchester Rambler” lautete der Titel des Liedes von Ewan McColl (eines seiner bekanntesten Lieder ist „Dirty Old Town“) über die Zeit, als in England ganze Landstriche in Privatbesitz nicht für jedermann zugänglich waren. Der Manchester Rambler verschaffte sich frech Zutritt. John und Steve Perry sangen das Lied wunderbar a capella im Zwiegespräch. Bei „Machine Gun Kelly“ holte John seine Tri Cone Resonator Gitarre hervor. Bei der Geschichte geht es im weitesten Sinne auch um einen Weg, den Weg ins Verderben nämlich, den der besungene Gangster geht.
Nach dem Lied über den bösen Schurken kam gleich die zum Datum passende heilige Unterbrechung: Die Heiligen Drei Könige gaben sich in Gestalt der Sternsinger die Ehre. Der Chronist ist sich sicher, dass sich der Besuch der drei gelohnt hat. Immerhin ruht nun der Segen C(hristus) M(ansionem) B(enedicat) auch auf dem Folk Club.
Martin Kuenen, der bereits im Oktober mit Liedern über Köln begeistert hatte, kam diesmal mit seinem Chorkollegen Jürgen Esser (Akkordeon). „Mögen die Wege, die du gehst, aus Liebe sein“ ist ein Lied aus Martins eigener Feder. Die einfache, aber einprägsame Melodie animierte das Publikum auch gleich zum Mitsingen. Martin hat mit diesem und anderen seiner Lieder auch viel Erfolg in seinem Chor „Church Rocking“ aus Köln-Rondorf – Dicker Applaus für die beiden, die sicher nicht das letzte Mal im Folk Club waren.
Ebenfalls mit einem einzelnen Lied warteten Sabine Hochstädter, Monica Baron-Kroker und Bernd Wallau auf, die schon mehrmals im Folk Club zu Gast waren. Ihr Lied passte zwar nicht zum Thema des Tages, dafür umso besser zur Jahreszeit. „Winter Light“ lautet der Titel des Liedes von Amy Bernon, die  in den USA eine ungemein populäre Komponistin für Chorstücke ist. Die beiden Sängerinnen konnten ihre herrlichen Stimmen mit dem melodischen Lied wunderbar zur Geltung bringen – Auch für die drei gab es tollen Beifall.
Alte Bekannte im Folk Club sind Claudia Huismann und Werner Krotz-Vogel (alias „meoneo“) und seit kurzem auch Claudias Tochter Annette, die diesmal zu dritt mit dem Lied von Carol King „Where You Lead“ auftraten. Werners gekonntes Gitarrenspiel und die intonationssicheren, tragenden Stimmen der beiden Frauen sorgten für den nötigen Wohlfühl-Effekt.
Lothar Prünte aus Köln hat offenbar auch sein Herz an den Folk Club verloren, denn seit seinem ersten Auftritt im vorigen Oktober, bei dem er mit seiner außergewöhnlichen Stimme begeisterte, ist er regelmäßig im Folk Club zu Gast. Gleich bei Oleta Adams’ Lied „Get Here“ zeigte er sein außergewöhnliches Können. Auch das nicht leicht zu singende „The Way It Is” von Bruce Hornsby gelang mit Bravour. Hier konnte er zudem seine tolle Technik an der Gitarre voll ausspielen. Besonders gefiel mir seine Version von „Like The Way I Do“ von Melissa Etheridge. Mit seiner Stimme, die auch in den Höhen keine Probleme und den gewissen Reibeisenfaktor ähnlich wie das musikalische Vorbild hat, war das Stück ein wahrer Genuss – bravo!
Neu im Folk Club waren Karin Schüler und Gerald Löhrer aus Hersel. „The One I Love“ von R.E.M. war ihr toller Einstieg mit schönem zweistimmigem Gesang. Karins Instrumentalsolo auf der Blockflöte gab dem Lied eine ganz eigene Note. „Hiding My Heart“ von Adele meisterte Karin souverän.
Nach der Pause kamen die mit Vorfreude erwarteten Cynthia Nickschas (Gesang und Gitarre) und ihre Freunde Mario Hühn (Percussion) und Christoph Wegener (Bass) zum Einsatz. Zwei der sonst insgesamt vier Freunde konnten leider nicht dabei sein.
Nach ihrem furiosen Auftritt im Juni 2013 – damals sogar zu sechst – hatten wir schon gehofft, dass Cynthia einmal wieder den Folk Club beehren würde. Immerhin hat sie inzwischen vielbeachtete Auftritte hinter sich und ist deutlich aus der Ecke der anonymen Straßenmusikerin herausgewachsen. In Bonn war sie im vergangenen Herbst unter anderem mit einem sehr gut besuchten Konzert in der Harmonie zu Gast und im März steht sogar ein Auftritt bei Konstantin Weckers Konzert in der Kölner Philharmonie auf der Liste ihrer zahlreichen Auftritte.
Das lange Warten hatte sich wahrhaftig gelohnt. Mit ihrer ungeheuren Energie und Spielfreude legten die drei los und begeisterten mit ihren Liedern, die von Wünschen, Hoffen, Enttäuschung, den im Leben wirklich wichtigen Dingen und immer wieder von Zuversicht in die eigene Stärke und darüber, dass Geld nicht alles kann, handeln. Viele der Lieder finden sich auf der im September 2014 erschienenen CD „Kopfregal“. „Dein Weg“ lautete das erste Lied, mit dem die drei sofort ihre ungeheure Bühnenpräsenz unter Beweis stellen konnten. Cynthias wunderbar variable Stimme, je nach Bedarf von zart bis beinahe brutal rau zog das Publikum in ihren Bann. Mario und Christoph erwiesen sich als perfekt eingespielte Begleiter. „Warum?“, „Gold glänzt nicht ohne Licht“, „Tanzen hilft“, „Positiv denken“ und „Gedankensalat“ waren die Titel der weiteren Lieder. Donnernder Applaus gab es als Lohn – und ohne Zugabe konnten die drei die Bühne natürlich nicht verlassen. „Es läuft immer, wie du dich fühlst“ lautete das „Bonuslied“. Das ist ein Lied zum Mut machen, denn „wenn es dir richtig dreckig geht, guck mal nach dem Licht“, ist die deutliche Empfehlung. Ein Lichtblick für die drei war auch der Erfolg der CD beim Publikum. Von den mitgebrachten Exemplaren (wir verraten nicht wie viele) brauchte keines mehr die Heimreise anzutreten. Viel Glück für Cynthia und Friends und viel Erfolg mit ihrer Musik.
Nach diesem furiosen Auftritt ging es etwas gemütlicher zu. Bob Marabito hatte die grandiose Idee, für das alte amerikanische Volkslied „Oh Susanna“ eine Mitsängerin aus dem Publikum gleichen Namens zu gewinnen – und er hatte tatsächlich Erfolg! Bob, Steve Perry und die unverhoffte Susanna sangen das Lied von Stephen Foster aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts mit tatkräftiger Unterstützung des Publikums.
Zurück zum Thema des Abends führte uns Gerd Schinkel, der seine Sicht über eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg musikalisch und vor allem textlich verarbeitet hatte. In zahlreichen Versen breitete er seine witzigen und ironischen Betrachtungen aus. „Früher oder später kommt der letzte Kilometer“ lautete der Refrain aus Gerds schier unerschöpflicher Verseschmiede.
Ein anderer Weg, nämlich die Allee der elysischen Felder in Frankreichs schöner Hauptstadt Paris, waren das Thema im Beitrag von 2Sunny. Tatjana Schwarz sang mit ihrer wundervollen Altstimme zu Ralf Haupts Gesangs- und Gitarren- und Kazoo-Unterstützung „Champs Elysées“ von Joe Dassin in der Version mit deutschem Text.
Petra Koitka, die bereits mehrmals solo im Folk Club aufgetreten war, kam diesmal in Begleitung von Ralf Neukirch an der Gitarre. Petra ist eine fleißige Stückeschreiberin und präsentierte mit „My Friend (The Lonesome Way)“ ein neues Lied, das sie anlässlich des Todes einer Bekanntschaft aus dem Folk Club geschrieben hatte – der Folk Club als Kristallisationskern für neue Lieder, wie schön! Das Lied soll laut Petra auch für alle anderen lieben Freunde sein, die irgendwann den „Lonesome Way“ gingen oder gehen. Wie gewohnt kam Petras voluminöse Stimmer gut zur Geltung. Bei „A Star to Guide Your Way“ spielte Petra anstelle ihrer Gitarre einen Appalachian Dulcimer. Das Instrument gehört zu den sogenannten Bordunzithern. Mit „I Want You to Know“ sang sie eine peppige Liebeserklärung an einen unbekannten Verehrten. Steve Perry musste zu seiner großen Verwunderung als Stellvertreter für den Unbekannten herhalten – großer Applaus für den schönen Beitrag von Petra und Ralf.
Nach längerer Abwesenheit war auch wieder Lothar Heinrich zu hören, diesmal zunächst allein mit dem schönen Lied von Cole Porter „Don’t Fence Me in“, das die Sehnsucht nach Freiheit besingt. „O Sarracino“ von Renato Carosone handelt von der vermeintlichen oder tatsächlichen Vorliebe der Frauen für besonders exotische Männer. Der dunkelhäutige Seemann (Sarracino – der Sarazene), der in Neapel von Bord eines Schiffes geht, hat jedenfalls die Aufmerksamkeit der Damen auf seiner Seite. Mir Verstärkung von Gaby Tieboka (Gesang) und Peter Philips (Gitarre), die bereits seit den Anfängen des Folk Clubs vor fünf Jahren mit von der Partie sind, hieß es dann „50 Ways to Leave Your Lover“, wobei die Wege eher im übertragenen Sinne gemeint waren. Das Lied von Paul Simon ist immer ein grandioser Spaß. Mit dem gefühlvollen Gospel „Amen“ in der „nicht ganz so frommen“ Textversion von Sam Cooke beendeten die drei den wieder wundervollen, abwechslungsreichen Abend.
Wie üblich war das natürlich nicht das Ende, denn alle noch anwesenden Musiker des Abends versammelten sich für den traditionellen Rausschmeißer „Jock Stewart“. John Harrison nutzte danach noch die einmalige Gelegenheit und lud Cynthia Nickschas ein, mit ihm zusammen das Lied „Mercedes Benz“ der unvergessenen aber leider zerrissenen und zu früh gestorbenen Janis Joplin zu singen. Cynthias Stimme ist für dieses Lied wie geschaffen, hatte sich John wohl gesagt, und damit hat er auch Recht – großartig!
Wir sehen uns wieder am 6. Februar 2015. Wir erwarten Tom Kannmacher, der diesmal mit alten deutschen Volksliedern zur Laute gesungen aufwarten wird. Als zweiter besonderer Gast hat sich David Blair aus Kanada angemeldet, der eigene Kompositionen spielen wird.

Für Interessenten, die sich für einen Auftritt anmelden wollen, hier noch einmal ein kleiner Hinweis: Bitte verwendet für eine eventuelle Anmelde-Mail die Adresse playrequestfolkclubbonn AT gmail DOT com. Bitte drückt für eure Anmeldung nicht einfach auf den „Antworten“-Button, wenn ihr die monatliche Benachrichtigungs-Mail vom Folk Club erhaltet. Die Technik der Googlemail-Accounts sorgt dafür, dass Mails und Antwortmails in einer Kette verbunden werden. Da wir jedes Mal auf unsere Info-Mail viele automatische Rückläufe bekommen (Mailbox voll, Abwesenheitsnachrichten, hin und wieder auch: „Mailadresse existiert nicht mehr“, etc.), hängt eure Anfrage dann womöglich ziemlich versteckt zwischen all den weniger interessanten Automatik-Rückläufen, und ihr wundert euch, dass ihr keine Antwort erhaltet. Also: Bitte beachtet unseren Hinweis, und dann klappt das auch (meistens) mit einer baldigen Antwort.

Freitag, 5. Juli 2019

Sabines Bilder vom Folk Club Nr. 103 am 7. Juni 2019

Mit oder ohne Zünsler?

John Harrison

Eva Henneken



Cynthia Nickschas lauert

Gert Müller


Lothar Prünte alias ElPi


Hans Ihnen


Mario Dompke

Uta Schäfer


Cynthia Nickschas

Chris Wegener

Alwin Moser

Johannes Schmidt





Hans Steege und GW Spiller



World Music Bonn

Carolin Schaulandt

Alex Paris

Eva Henneken

John Hay

Budi Rosadiaván

Sonntag, 12. Juni 2022

Sunday Afternoon 12.06.22 Tree Guardians' Festival Alter Zoll

There are at least two good things going on in the centre of Bonn on Sunday afternoon 12.06.22. The weather forcast is fine and although the COVID –19 incidence rate is higher than it was only a week ago, those of you who have already caught COVID-19 contracted it not outdoors, but rather indoors, in an enclosed space for half an hour or more.


The Bonn Bonn Culture and Encounter Festival begin on the market square outside of the old town hall at 11:00 hrs and „Desert Blues“ meets Bonner Jazz with Anewal and old folk clubbers meoneo is certainly not to be missed. The event continues throughout the afternoon until 19:00 hrs with truly global dance groups and tasty international food offerings. This is one of two festivals occuring on Sunday afternoon and the two are not mutually exclusive.


Just a few minutes walk away towards the river Rhine the Baumwächter / Tree Guardians‘ festival begins at 12:00 hrs, under the trees at Alter Zoll, also until 19:00 hrs. Folk Club Bonn has been associated with the Tree Guardians with John Harrison and Eva Henneken providing musical support from its humble, yet important origins as a true „growing upwards“ rather than a „trickle down“ grass roots popular peoples‘ movement in Park Castanjen in Plittersdorf in Bad Godesberg.


https://www.youtube.com/watch?v=bm9lQ3IXHLo


The line-up for Sunday is more extensive and you will certainly recognise many folk club performers in the list below:


12:00 Opening Speech / Eröffnungsrede


12:15 Nˋ ko meli O (afrikanisches Trommeln)


12:45 Digeridoo Bonn + Freunde


13:15 Melchi Vepouyoum


14:00 Harrison & Henneken  ("Green Man" + Co.)


14:30 Caju


15:00 Gerd Schinkel


15:45 Duo Saitenstreych


16:30 Sobo (solo)


17:15 Cynthia Nickschas & Alwin Moser


18:00 MarinA + Friends


19:00 Offizielles Ende


So do so come along and enjoy yourselves and bring the family, and learn a lot more about trees which play such an important role in human lives, but which cannot simply uproot and march away if their living conditions are impaired by thoughtless human activities.


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Am Sonntagnachmittag, den 22.06.12, sind in der Bonner Innenstadt mindestens zwei gute Dinge los. Die Wettervorhersage ist gut, und obwohl die COVID-19-Infektionsrate höher ist als noch vor einer Woche, haben sich diejenigen unter Euch, die sich leider bereits mit COVID-19 angesteckt haben, nicht im Freien angesteckt, sondern in einem geschlossenen Raum für eine halbe Stunde oder länger.


Das Bonner Kultur- und Begegnungsfest auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus beginnt um 11:00 Uhr und "Wüstenblues" trifft auf Bonner Jazz mit Anewal und den alten Folkschlägern meoneo sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Veranstaltung geht den ganzen Nachmittag über bis 19:00 Uhr mit wahrhaft globalen Tanzgruppen und leckeren internationalen Speisen weiter. Dies ist eines von zwei Festivals, die am Sonntagnachmittag stattfinden, und die beiden schließen sich sicherlich nicht gegenseitig aus.


Nur wenige Gehminuten entfernt in Richtung Rhein beginnt um 12:00 Uhr das Baumwächterfest unter den Bäumen am Alten Zoll, ebenfalls bis 19:00 Uhr. Der Folk Club Bonn ist mit den Baumwächtern verbunden, die von John Harrison und Eva Henneken musikalisch unterstützt werden, und zwar seit ihren bescheidenen, aber wichtigen Anfängen als eine echte Volksbewegung, die eher nach oben als nach unten wächst, im Park Castanjen in Plittersdorf in Bad Godesberg.


https://www.youtube.com/watch?v=bm9lQ3IXHLo


Das Programm für den Sonntag ist umfangreicher und Sie werden sicherlich viele Folk-Club-Akteure in der untenstehenden Liste wiedererkennen:


12:00 Opening Speech / Eröffnungsrede


12:15 Nˋ ko meli O (afrikanisches Trommeln)


12:45 Digeridoo Bonn + Freunde


13:15 Melchi Vepouyoum


14:00 Harrison & Henneken  ("Green Man" + Co.)


14:30 Caju


15:00 Gerd Schinkel


15:45 Duo Saitenstreych


16:30 Sobo (solo)


17:15 Cynthia Nickschas & Alwin Moser


18:00 MarinA + Friends


19:00 Offizielles Ende


Komm bitte vorbei, habt Spaß, bring die Familie mit und erfahre  mehr über Bäume, die eine so wichtige Rolle im Leben der Menschen spielen, die aber nicht einfach entwurzelt und weggezogen werden können, wenn ihre Lebensbedingungen durch rücksichtslose menschliche Aktivitäten beeinträchtigt werden.

Sonntag, 23. Juni 2013

Detlefs Bericht vom Folk Club 38 im Juni 2013


Folk Club im Juni 2013 – Ein Sommernachtsmärchen

Bestes Biergartenwetter und musikalische Konkurrenz ohne Ende in Bonn – dennoch zog es wieder viele Begeisterte zum Folk Club in den Müllestumpe. Schon die angekündigten Special Guests waren eine Attraktion. Die Stammbesucher wissen aber, dass auch unangekündigt viele Edelsteine auftauchen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Ein wahres Feuerwerk von erwarteten und unerwarteten Glanzlichtern schlug alle in den Bann. 

John Harrison eröffnete wie üblich mit seinem Schlachtruf die Session und stimmte dann mit dem Highland-Klassiker (oder ist es doch ein irisches Lied – die Experten streiten sich) „Wild Mountain Thyme“ die Gemeinde auf den Abend ein. „The Fox Must Die“ lautet der Titel eines Gedichts von John Clare, das John Harrison selbst vertont hat. Dazu passend spielte er anschließend auf der Mundharmonika den „Fox Chase“, ein spektakuläres Instrumental mit eingestreutem Heulen des gejagten Fuchses.

Gut warmgelaufen erhielt das Publikum eine Kostprobe der Musik von Janero del Rosario von den Philippinen. „Amie“ heißt der Titel des Liedes von Damien Rice, das schön gefühlvoll daherkommt. „Even Just a Little“ heißt übersetzt das ein Lied in philippinischer Sprache, das von den unerledigten Dingen handelt. Zum Schluss präsentierte uns Janero ein patriotisches Lied, da ein paar Tage später am 12. Juni der Nationalfeiertag der Philippinen anstand.

Cynthia Nickschas und ihre fünf Mitstreiter waren die Überraschung, die John Harrison dem Publikum präsentierte und die sich als ein wahrer Knüller entpuppte. John hatte Cynthia am Vortage mit ihrer Gitarre in der Godesberger Fußgängerzone gesehen und gehört. Ihre „noch ein paar Leute“, die sie bei ihrer spontanen Zusage für den Folk Club am anderen Tage ankündigte, entpuppten sich als eine professionelle  sechsköpfige Truppe von exzellenten Sängern und Instrumentalisten. Interessanterweise war mit „Doktor“ Stefan Janzik auch ein hervorragender Musiker dabei, der bereits 2010 im Duo „Mike und der Doktor“ im Folk Club mit großem Erfolg aufgetreten war. Cynthia legte jedenfalls ohne große Umschweife mit ihren selbstkomponierten frechen Liedern los, die zum Nachdenken animieren. Mit „Es läuft immer wie du dich fühlst“ ging es los, einem Lied, mit dem sie und ihre Freunde gleich alle in ihren Bann zogen. „Egal wie viel Geld es regnet, wachsen wirst du nicht. Und wenn’s dir mal richtig sch... geht – guck mal nach dem Licht“ lautete der Refrain, der Mut macht. „Set Myself Free“ in englischer Sprache sang sie mit ihrer voluminösen und intonationssicheren Stimme, die wahrlich keinen Verstärker benötigt und die einigen Besuchern gleich Entzückensbemerkungen entlockte. „Die deutsche Zaz!“ war die Bemerkung aus der frankophilen Ecke, und „wie Janis Joplin!“ kam von der anderen Seite. Der Chronist meint: Cynthia ist Cynthia! Im Duett mit Ihrer Freundin Sabrina sang sie ihr nach eigenem Bekunden ältestes Lied mit dem Titel „Kleines bisschen Schicksal“ – eine schöne Ballade, und das Publikum war restlos begeistert. Natürlich durften Cynthia und ihre Freunde nicht ohne eine Zugabe gehen – „Generation Blöd“ lautet der Titel des Liedes, das sich mit der selbstgerechten Kritik der älteren Generation an der angeblichen mangelnden Bildung der jungen Leute auseinandersetzt. „Uns wird vorgeworfen, dass wir nichts auf die Reihe kriegen, aber unsere Ideen werden auch nicht umgesetzt“ kommentierte Cynthias einleitend – Hoffentlich kommt ihr bald wieder zum Folk Club ist der Kommentar des Chronisten!

Noch voll mit den zuvor gehörten fetzigen Liedern stimmten nun Monica, Sabine und Bernd aus Bad Godesberg die Gemeinde zunächst auf dreistimmigen a capella Gesang ein. „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“ – beim bekannten Lied aus dem Dschungelbuch brillierten die drei mit gekonnter Stimmbeherrschung und viel Witz und Charme, ein wahrer Ohrenschmaus. Begleitet von Bernd am Klavier begeisterten die beiden Frauen danach das Publikum mit Rossinis „Katzenduett“, witzig vorgetragen und mit toller Stimmkunst. „Das Kazoo Concerto“ von Mary Donelly war danach der ebenfalls witzige Schlusspunkt eines gelungenen Vortrags. Sabine und Monica, erneut von Bernd am Klavier begleitet, sorgten mit ihren schönen Stimmen und mit den Kazoo-Einlagen für viel Spaß.

Ja, die Special Guests des Abends mussten lange auf ihren Auftritt warten. Das war eigentlich nicht ganz so geplant. Aber bei Folk Club Abenden muss man mit Überraschungen rechnen, und die sind wie auch diesmal fast immer positiv. Irische und schottische Folk Musik ist die Spezialität des Quartetts Currach. Uwe Beyer (Bodhrán, die irische Trommel), Ellen Jeikner (Gitarre, Mandoline und Tin Whistle), Marie-Luise Hartmann (Geige) und Ralf Wackers (Gitarre, irische Bouzuki und Mundharmonika) waren nicht zum ersten Mal im Folk Club zu Gast. Sie haben ein umfangreiches Programm an Gesangs- und Instrumentalstücken, mit dem sie sofort für das richtige Kelten-Feeling sorgen. 

Zum Aufwärmen spielten sie das Kinderlied "Beidh Aonach Amárach (Morgen ist Jahrmarkt)" über einen Dialog  zwischen Mutter und Tochter, das Ellen in irischer Sprache vortrug. Das Mädchen möchte gern zum Jahrmarkt, aber die Mutter lässt es nicht, die Arme!. Nach einem schwungvollen Instrumentalabschnitt mit drei Jigs („Working in the Mill“, „Slieve Russell“ und „Lost and Found“) sang das Quartett das traurige Lied „Cragie Hill“, das davon handelt, dass jemand das Gespräch eines Paares auf der Parkbank belauscht, das sich verabschiedet, weil der Mann aus wirtschaftlicher Not nach Amerika gehen will. Ein weiteres Lied in irischer Sprache („Caide Sin“) sang Ellen danach mit ihrer schönen warmen Stimme. Dass die Musik von Currach auch zum Tanzen geeignet ist, bewiesen die vier mit sogenannten Adros, Tänzen aus der Bretagne, zu denen sich fast der gesamte Saal im Kreis bewegte. Bei einem weiteren Instrumental-Set mit drei Jigs mit den Titeln „Lilting Banshee“ „The Barney Pilgrim“ und "Connaughtman’s Rambles“ kam auch die Tin Whistle zu ihrem Recht. Weniger fröhlich ging es bei einem Lied über den Osteraufstand von 1916 zu („The Foggy Dew“), der ein Meilenstein auf dem Weg zur irischen Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1921 war. 

Als Zugabe bekam das Publikum einen besonderen Ohrwurm mit dem Seemannslied „Farewell to Nova Scotia“ zu hören. Nova Scotia (Neuschottland) liegt zwar als kanadische Provinz in der neuen Welt, war aber anfangs überwiegend – wie der Name schon andeutet – von schottischen Auswanderern besiedelt. In dem Seemannslied verbindet sich das Lebensgefühl der Menschen aus Ländern, in denen der Abschied von der Heimat – oftmals für immer – nicht selten ist, und dazu gehört auch Irland. Interessanterweise gehört das Lied zum Repertoire der kanadischen Band „The Irish Rovers“. Riesenapplaus für Currach, die mit ihren schönen Liedern, ihrem Gesang und  ihren professionell gespielten Instrumenten begeisterten.

Was wäre ein Folk Club ohne die Mitwirkung des Publikums? Unser alter Gefolgsmann Günter Peters hatte ein selbstgeschriebenes Lied auf die Melodie von Beethovens Ode an die Freude mitgebracht, das die Freude über die Musik besingt.  Zusammen mit  Günters Begleitung am Klavier war das ein großer Spaß für alle .

Steve Perry und Benedict Steilmann, der im März sein Debüt im Folk Club gegeben hatte, formten diesmal ein super harmonierendes Duo, taten einen tiefen Griff in die Country-Kiste und holten einige Knüller heraus: „Dim Lights, Thick Smoke and Loud, Loud Music“ lautet der Klassiker von Joe Maphis aus dem Jahre 1953. Es ist schon ein Wunder, dass ein Lied  mit solchem Text heute noch in geschlossenen Sälen gesungen werden darf. Wer weiß, wohin uns die Bevormundungspolitik und der politische Korrektkeitswahn noch führen wird. Aber zu früh gefreut über die gute alte Zeit: Das Lied hat einen erhobenen Zeigefinger hoch drei: Es handelt von einer liederlichen Frau, die sich nicht in ein Leben als fürsorgliche Ehefrau und Mutter einbringt, sondern sich lieber in Spelunken mit Kerlen herumtreibt. Der Schlusstext lautet: „Go on and have your fun. You think you've played it smart, I'm sorry for you and your honkytonk heart”. Auch „Sunday Morning Coming Down“ von Kris Kristofferson handelt von jemandem, der nicht wirklich nach den Vorschriften der Korrektheit lebt: “Well, I woke up Sunday morning with no way to hold my head that didn't hurt, and the beer I had for breakfast wasn't bad so I had one more for desert” lautet der Einstieg. Nach dem herrlichen Schmalzlied “Silver haired Daddy of Mine“ von Gene Autry aus dem Jahre 1931, sangen die beiden noch ein Zugabestück: „My Grandfather’s Clock“ von Henry Clay Work aus dem Jahre 1876 über die geheimnisvolle Standuhr, die das komplette Leben des Großvaters begleitet und bei seinem Tod für immer stehen bleibt. Großer Applaus für Benedict und Steve!

Gerd Schweizer hatte eigentlich bereits beim Folk Club im Mai spielen wollen und holte seinen Auftritt jetzt mit Liedern von Reinhard Mey (anstelle von Mai-Liedern) nach. „Keine ruhige Minute“ ist die Hymne an das Neugeborene, das die frischgebackenen Eltern ebenso verzaubert wie auf Trab hält. „Heute noch“ schwärmt von den Wundern des Jetzt, und das „Lied von der Spieluhr“ preist die Liebe, die die Haltbarkeit einer Spieluhr überdauert – „überliebt“. Bei Gerds schön vorgetragenen Liedern zeigte sich auch die spezielle Qualität des Folk Club Publikums: Wenn die Musik etwas leiser und delikater ist, kann man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Der Applaus war aber alles andere als zurückhaltend – vielen Dank an Gerd!

Nach dem obligatorischen gemeinsam gesungenen „Jock Stuart“ als Rausschmeißer war der Vorrat an Glückshormonen wieder aufgefüllt. 

Auf Wiedersehen am 5. Juli mit unserem Special Guest Simon Wahl. Auch das übrige Programm verspricht wieder viel Freude. Unter anderem sind geplant: Elena Fricke zusammen mit Steve Perry, Barry Roshto mit seiner Tochter Emily, Lothar Heinrich, Richard Limbert und ferner Thomas Bandholtz, G. W. Stiller und Freunde von den „Verstaubten Instrumenten“ (jetzt aber entstaubt) aus dem Feuerschlösschen in Bad Honnef.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Detlefs Bericht vom Folk Club Nr. 103 am 7. Juni 2019


Folk Club Nr. 103 – Pflanzen und wilde Hühner

Das Bezaubernde am Folk Club ist, dass es jedes Mal Überraschungen gibt, meist sind es schöne. Aber auch die Überraschungen, die zunächst weniger schön erscheinen, bekommen dann oftmals doch einen positiven und bereichernden Aspekt – soweit für den Beginn etwas kryptisch. Insgesamt bewies der Abend im Juni aber wieder, welch einem Fundus an musikalischem Talent der Folk Club an die Öffentlichkeit verhilft und welche Freude für ein großes und treues Publikum allmonatlich ohne großen Aufwand bereitgestellt wird – hiermit endet der Werbeblock in eigener Sache.

John Harrison und Muse Eva Henneken gaben den Startschuss des Abends mit einem Lied von Martin Donelly, einem irischen Sänger, der vor Jahren den Folk Club beehrt hatte: „The Green Man“ lautet der Titel der Ballade über eine Figur aus der heidnischen Naturmythologie, die in Darstellungen oftmals mit Pflanzendekoration versehen wird – sinnigerweise sogar vielfach an Kirchen. Eine weitere Ballade zum Thema des Abends, „Pflanzen“, war „Everything That’s Made of Wood Was Once a Tree” ein veritabler Blues von einem Herrn namens Cousin Joe, der mit richtigem Namen Pleasant Joseph hieß. Ist das nicht ein schöner Name? Aber was so ein richtiger Blues ist, der muss auch eine Referenz an das Ende alles Irdischen machen, und so wird im Lied auch daran erinnert, dass auch der Sarg ein modifizierter Baum ist. Ja, mit Holz ging es weiter, dem Holz eines Galgens und einer Geige, im Lied „MacPherson’s Farewell“. Das Lied berichtet von einem jungen Mann, der als schottischer Robin Hood agierte und letztlich gefangen und am Galgen hingerichtet wurde. Der Text soll der Legende folgend vom Delinquenten selbst verfasst worden sein. Verbürgt ist aber, dass der schottische Nationaldichter Robert Burns Hand bzw. Feder an das Gedicht gelegt hat. Passend zur Jahreszeit präsentierte John zu guter Letzt sein berückendes Gedicht über die Mauersegler, die für uns in Bonn und in vielen Städten die typische Geräuschkulisse des Sommers bilden und die ein rätselhaftes Leben fast ausschließlich im Fluge leben.

Gert Müller, unser bönnscher Gedichterezitator, hatte ein Gedicht über Siegfried parat – natürlich op bönnsch Plaat. Das berühmte Lindenblatt saß, wie könnte es anders sein, an einer ganz anderen Stelle als uns das Nibelungenlied weismachen will, zum Piepen! Mit Heinz Erhardts Gedicht über den Urwald, an dessen Urbäumen Urlaub hängt, rundete Gert (Urgert?) seinen Beitrag zum Thema Pflanzen ab.

Nun ja, mit Pflanzen hatte Lothar Prüntes (alias ELPI) Beitrag nur sehr indirekt zu tun. Man könnte darauf kommen, dass das Pferd in „A Horse With no Name“ von der Gruppe America ja ein Pflanzenfresser ist. Aber es kommen auch einige Textstellen im Lied vor, die auf die Vegetation zum jeweiligen Zeitpunkt eingehen. Wie dem auch sei, Lothar ist ein toller Barde und begeisterte mit seiner Interpretation des berühmten Liedes aus dem Jahr 1971. 

Bei Hans Ihnen kam auch unser Klavier zur Geltung, auf dem er sich zu John Lennons Klassiker „Imagine“ begleitete. Das Lied hat zwar nichts mit Pflanzen zu tun, es geht nur schlicht unter die Haut. Durchaus zum Thema passten die Lieder „Wildflowers“ von Tom Petty und der „Garden Song“ von John Denver. Bravo Hans, für die schönen Beiträge.

Die nicht so schöne Überraschung, die ich eingangs andeutete, bahnte sich an, als Mario Dompke verkündete, dass dem Trio Damen mit Bube wegen Krankheit die Damen abhandengekommen waren. Somit müsse er jetzt als Bube ohne Damen mit einem eilig neu gestrickten und eingeübten Programm allein auftreten. Dickes Lob an Mario, wie er die Situation meisterte. Bei dem irischen Double Jig ging’s noch ein wenig holprig, aber „Gabriellas Song“ aus dem Film Wie im Himmel kam in Marios instrumentaler Gitarrenversion als wahrer Gänsehautfaktor daher. Mario bewies, dass er ein wunderbarer Gitarrenvirtuose ist. Ebenfalls sehr schön harmonierte sein Gitarrenspiel mit der Stimme der spontan eingesprungenen Uta Schäfer bei „The Water is Wide“ – Bravo Mario und auch Uta für euren Beitrag.

Reine Instrumentalmusik an Gitarre und Gitarrenbass präsentierten Hans Steege und GW Spiller. Hans‘ Eigenkompositionen Tragen keine Namen sondern sind durchnummeriert. „Nummer Eins“, „TASCAM 0055“ und „TASCAM 0049“ lauten die Titel. Dahinter verbergen sich schöne, ruhige Melodien, die Hans mit Fingerpicking vortrug – viel Applaus für die beiden.

Wenn sich John Hay ankündigt, gibt es immer eine schöne Überraschung. Diesmal präsentierte er eine Gruppe mit Namen „World Music“ bestehend aus ihm selbst an der Gitarre, Budi Rosadiaván am Klavier, Alex Paris am Schlagzeug und Carolin Schaulandt mit ihrer grandiosen Stimme. Unterstützt wurden die Vier von Allzweckwaffe Eva Henneken an der Geige. Mit „Fly Me to the Moon“, dem unsterblichen Klassiker von Bart Howard gingen sie an den Start. Bei „Shallow“ von Lady Gaga konnte Carolin ihrer Stimme freien Lauf lassen. Das ging fast noch besser bei dem arabischen Hit „Habibi“ (Liebling). Der Weg durch die Welt führte dann nach Frankreich mit dem Lied der Sängerin ZAZ „Je Veux“. Als Zugabe gab es dann noch „Hallelujah“ von Leonhard Cohen. Großer Applaus für die Fünf und für ihre musikalischen Leckerbissen. 

Nicht enttäuscht wurden die Zuhörer vom „Featured Artist“ des Abends, Cynthia Nickschas mit ihren „Friends“ Christoph Wegener am Bass, Alwin Moser an der Geige und Johannes Schmidt an der Trompete. Kurz zusammengefasst kann man nur sagen: Phänomenal! Cynthia hat sich zu einer rasanten und selbstbewussten Musikerin mit unglaublicher Kreativität, Ausdrucksstärke, grandioser und variabler Stimme, frechen Texten, schwungvollen Melodien und einer wahnsinnig professionellen und einfühlsamen Band entwickelt. Ja, die Band verdient eine besondere Erwähnung. Besonders beeindruckt hat mich Johannes, der seine Trompete so zurückhaltend und zart zu spielen versteht, dass Cynthias Befürchtung, ohne Verstärkung Probleme zu bekommen, völlig unbegründet war. Auch um Geiger Alwin und Bassist Christoph kann man Cynthia beneiden. Wenn Ihr fragt, wen ich denn mit den wilden Hühnern gemeint haben könnte, dann liegt ihr richtig, wenn ihr auf Cynthia getippt hattet. Aber das ist ja nur ein Huhn. Das andere kam aus dem Publikum auf die Bühne und war die kleine Tochter einer Freundin von Cynthia, offenbar Cythias größter Fan im Fanclub, der die Truppe begleitete. Sie musste unbedingt mit auf die Bühne und konnte alle Lieder auswendig – herrlich! Ja soll ich hier jetzt noch eine Litanei über die einzelnen Lieder ablassen? Ich tue es nicht. Cynthia schüttete jedenfalls ein Füllhorn über dem Publikum aus und beließ es nicht bei den ursprünglich vorgesehenen drei Liedern im ersten und vier im zweiten Teil des Abends. Ein paar Glanzlichter will ich doch noch speziell erwähnen. Bei „Eigentlich“ wurde sie von Alwin, dessen Hauptinstrument die Geige ist, virtuos am Klavier begleitet. Beim Lied „Wie so oft“ fuhr Cynthia ihre Stimme zu einer vulkangleichen Eruption aus – und klagte hernach, dass sie gar nicht mehr gewohnt sei, ohne Verstärkung zu spielen. Nun, das konnte man auch als „fishing for compliments“ interpretieren – Komplimente, die aber absolut ihre Berechtigung haben. Cynthias Stimmvulkan wurde durch Johannes‘ samtweiche Trompete unterstützt. „Stock im Arsch“ lautet der ziemlich drastische Titel, der aber durchaus realistisch die Situation beschreibt. Hier wechselte Johannes das Instrument und zeigte sein Können am Flügelhorn mit einem hörenswerten Solo.

Wer mehr wissen und hören will, der sollte Cynthias CD „Egoschwein“ kaufen. Die Truppe durfte sich im Übrigen gerade über den Förderpreis der Liederbestenliste freuen, herzlichen Glückwunsch. Cynthia und Friends treten im Übrigen am 3. Juli 2019 um 19.00 Uhr in der Reihe „Musik im Park“ am Trinkpavillon im Bad Godesberger Stadtpark auf. Der Eintritt ist frei, und es geht ein Hut rum.

So ging wieder ein Abend mit einer großen Ladung Glückshormone zu Ende, aber nicht ohne eine gemeinsame Huldigung an den liebgewonnenen Patron des Folk Clubs, Jock Stewart. 

Auf Wiedersehen am 5. Juli mit einem Abend der überwiegend ohne instrumentale Begleitung stattfindet und für den wir wunderbare Stimmen erwarten.